Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten – und beim Zugang zu Quellcode schadet Fragen nie. Das zeigt das Twitter-Profil von Foone Turing, den wir gut von seinen Software- und Hardware-Experimenten kennen. Was hat Foone getan? Er hat Microsoft um den Code von 3D Movie Maker gebeten, einem alten Kinderprogramm aus dem Jahr 1995. Redmond kam der Bitte nicht nur nach, sondern gab auch andere wesentliche Komponenten frei.

3D Movie Maker, der Filmemacher für Kinder von Microsoft, ist jetzt Open Source
3D Movie Maker

Die Geschichte: Anfang 1995 stellte die Abteilung Microsoft Kids (unter dem Dach von Microsoft Home) 3D Movie Maker vor, eine Plattform, auf der Kinder und Erwachsene ihre ersten 3D-Filme erstellen konnten. Mit 40 Schauspielern, 12 Szenen, zahlreichen Kostümen und Objekten, Sprachproben, MIDI-Musik und der Möglichkeit, eigene Sounds aufzunehmen, war 3D Movie Maker der Ausgangspunkt für tausende Kreative und eine Community, die auch 27 Jahre später noch aktiv ist. Ach ja, und die Schriftart Comic Sans auch. Kein Witz.

3D Movie Maker wird Open Source

Das Problem: 3D Movie Maker steht vor mehreren technischen Herausforderungen. Wer das Programm heute ausführen möchte, muss mit virtuellen Maschinen oder Hardware der damaligen Zeit kämpfen. Doch das könnte sich dank Foone Turing ändern. Falls Ihnen der Name bekannt vorkommt: Es ist derselbe Foone, der alte Windows-Fehler wiederentdeckte und Doom auf einem Schwangerschaftstest zum Laufen brachte. Anfang April bat Foone Microsoft um den Quellcode von 3D Movie Maker, um Funktionen zu optimieren und zu erweitern – und einen Monat später veröffentlichte Redmond ihn auf GitHub.

3D Movie Maker, der Filmemacher für Kinder von Microsoft, ist jetzt Open Source
Gedacht für Kinder... aber die Lernkurve ist ziemlich groß
https://twitter.com/Foone/status/1511808848729804803

Aber die Geschichte endet nicht dort. 3D Movie Maker nutzt die BRender-Engine, die damals vom britischen Studio Argonaut Software entwickelt wurde. Argonaut ist Nintendo-Fans für die Entwicklung von Star Fox bekannt, die Engine BRender wurde aber auch in einigen PC-Spielen eingesetzt, darunter FX Fighter und das ursprüngliche Carmageddon. Argonaut existierte 2007 nicht mehr, aber dank der Großzügigkeit des Ex-CEO Jez San wurde auch BRender Open Source.

https://twitter.com/Foone/status/1521904206197653504

Foones erster Schritt wird sein, eine aktualisierte Version des Codes zu erstellen und ihn dann in zwei Zweige zu teilen: Chocolate Socrates für einen modernen Installer, der es ermöglicht, 3D Movie Maker ohne größere Änderungen auszuführen (ähnlich wie Chocolate Doom), und Movie Maker Plus für Verbesserungen und Optimierungen, wie das Entfernen der 256-Farben-Begrenzung und das Hinzufügen weiterer Exportformate. Wir werden auf jeden Fall warten, aber wenn Sie jetzt mehr über 3D Movie Maker erfahren möchten, können Sie Foren wie 3dmm.com besuchen, die voller Filme und Ressourcen sind.

Microsoft 3D Movie Maker auf GitHub: Hier klicken

Quelle: Ars Technica