Der Adata Urban Tapsafe ist eine ungewöhnliche portable SSD: Du entsperrst sie per NFC-Tipp mit dem Smartphone und kannst den Zugriff für weitere Personen freigeben. Das ist bequem und für gemeinsame Projekte tatsächlich nützlich. Aber wichtig: NFC-Zugriffskontrolle ist keine Hardware-Verschlüsselung. Die Dateien auf dem Laufwerk werden laut der Analyse von Tom's Hardware nicht verschlüsselt.

Für kurze, große Transfers ist der Urban Tapsafe schnell. ADATA nennt bis zu 1.900 MB/s beim sequenziellen Lesen und Schreiben. Im entscheidenden Dauertest zeigt sich aber der Haken: Nach etwa fünf Minuten fällt die Schreibleistung zunächst auf rund 250 MB/s und später auf unter 70 MB/s. Damit ist das Laufwerk interessant für unkomplizierte Freigaben und mobile Arbeitsabläufe – nicht für besonders schützenswerte Daten oder endlose Schreiblasten.

NFC-Zugriff und seine Grenzen

Der Urban Tapsafe löst ein praktisches Alltagsproblem: Ein angeschlossenes Laufwerk soll nicht sofort im Betriebssystem auftauchen, wenn es gerade nicht gebraucht wird. Im gesperrten Zustand wird die SSD laut Tom's Hardware vom Betriebssystem nicht erkannt. Zum Entsperren richtest du das Laufwerk in der Urban-Tapsafe-App ein, authentifizierst dich, wählst „Unlock“ und hältst das Smartphone an die markierte NFC-Stelle.

Das funktioniert als Zugangsschicht – ähnlich wie eine Tür, die erst geöffnet werden muss. Es ist aber kein Tresor für die Daten dahinter. Tom's Hardware berichtet ausdrücklich, dass der Urban Tapsafe gespeicherte Dateien weder beim Entsperren verschlüsselt noch entschlüsselt und keine Hardware-Verschlüsselung bietet. Wer AES-basierte Verschlüsselung oder einen hohen Schutzbedarf voraussetzt, sollte deshalb ein anderes Laufwerk wählen.

„Sein NFC-basierter Zugriff per Antippen ist technisch möglicherweise nicht so sicher wie eine herkömmliche AES-basierte Verschlüsselung, funktionierte in unserem Test aber gut.“ – Matt Safford, Managing Editor und Tester bei Tom's Hardware.

Auch ein möglicher Umgehungsweg durch das Zerlegen des Laufwerks wurde in der Sicherheitsdiskussion angesprochen. Ob das in der Praxis einfach oder zuverlässig möglich ist, wurde jedoch nicht durch einen unabhängigen Teardown belegt. Die faire Zusammenfassung lautet daher: praktische Zugriffskontrolle, aber keine kryptografische Absicherung der Dateien.

Design, Clip und Zubehör

Adata Urban Tapsafe Test: NFC-Zugriff, aber keine Verschlüsselung

ADATA bietet den Urban Tapsafe mit 1 TB und 2 TB an. Das Gehäuse misst 68,68 × 36,18 × 19,18 Millimeter und wiegt laut der maßgeblichen Angabe von Tom's Hardware 72,61 Gramm. Die SSD besitzt einen integrierten Clip, austauschbare magnetische Abdeckungen und wird mit USB-C-Kabel, Clip-Aufsatz und zusätzlicher magnetischer Abdeckung angeboten. ADATA beschreibt außerdem 50 Prozent Post-Consumer-Recyclingkunststoff in der Gehäuseabdeckung.

Der Clip passt zu Taschen, Kleidung, Kamera-Rigs oder Smartphone-Cages. Seine Öffnung beträgt allerdings nur ungefähr einen halben Zoll. Für dünne Träger ist das praktisch; bei dicken Halterungen stößt die Konstruktion schnell an ihre Grenzen. Das Design ist also mehr als Dekoration, aber kein universelles Montagesystem.

Die wichtigsten Angaben im Überblick:

MerkmalErgebnis
Kapazitäten1 TB und 2 TB
SchnittstelleUSB 3.2 Gen2x2 über USB-C, 20 Gbit/s
Angegebene sequenzielle GeschwindigkeitBis zu 1.900 MB/s beim Lesen und Schreiben
Abmessungen68,68 × 36,18 × 19,18 mm
Gewicht72,61 g
ZugriffNFC-Tipp über die Urban-Tapsafe-App
DateiverschlüsselungKeine Hardware-Verschlüsselung
FreigabenBis zu neun weitere Nutzer, Lese- oder Lese-/Schreibrechte
KompatibilitätWindows, macOS, Android, iOS, Linux und moderne Spielekonsolen laut Produkt- und Testangaben
GarantieFünf Jahre

Bei der Schnittstellenbezeichnung gibt es widersprüchliche Händlerangaben. ADATA und Tom's Hardware nennen USB 3.2 Gen2x2 mit 20 Gbit/s; einzelne Händler schreiben USB4 Gen2x2. Für die Einordnung ist deshalb die offizielle Bezeichnung von ADATA maßgeblich. Und noch ein Praxispunkt: Die Spitzenleistung setzt einen passenden 20-Gbit/s-Host-Anschluss voraus. An einem langsameren USB-Port wird die SSD nicht ihre beworbene Geschwindigkeit erreichen.

NFC-Einrichtung und Freigabe für mehrere Nutzer

Die App ist der eigentliche Grund, den Urban Tapsafe nicht einfach als gewöhnliche externe SSD abzuhaken. Du legst zunächst Laufwerksname und Passwort fest, startest anschließend den Entsperrvorgang in der App und hältst das Smartphone an das Laufwerk. Nach erfolgreicher Authentifizierung wird die SSD für das Betriebssystem sichtbar.

Bis zu neun weitere Personen lassen sich einladen. Dafür erzeugt der Besitzer einen QR-Code; die eingeladenen Nutzer benötigen die App und physischen Zugriff auf das Laufwerk. Die Rechte können auf nur Lesen oder Lesen und Schreiben begrenzt werden. Das ist sinnvoll, wenn etwa Rohdaten, Fotos oder Projektdateien geteilt werden sollen, ohne jeder Person vollständige Änderungsrechte zu geben.

„Sicher“ bedeutet hier allerdings nur: Der Zugriff wird kontrolliert, solange die vorgesehene App- und NFC-Logik greift. Die Dateien selbst erhalten dadurch keine Hardware-Verschlüsselung. Für ein kleines Kreativteam oder die Übergabe eines Laufwerks ist das bequem. Für vertrauliche Unternehmensdaten oder ein Szenario mit strengen Sicherheitsanforderungen reicht es nicht.

Tom's Hardware stieß außerdem zunächst auf einen Stromversorgungsfehler mit einem Samsung S25 Ultra, konnte das Laufwerk anschließend aber über einen PC einrichten. ADATA nennt Android und iOS als kompatibel; bei Smartphones müssen zusätzlich die Unterstützung externer SSDs und eine ausreichende Stromversorgung gegeben sein. Das ist bei mobilen Speichern nie ein Detail, das man einfach wegwinken sollte.

Leistung: stark im Sprint, schwach im Langstreckenlauf

Adata Urban Tapsafe Test: NFC-Zugriff, aber keine Verschlüsselung

Die beworbenen 1.900 MB/s sind keine reine Fantasiezahl. Im von Tom's Hardware ausgewerteten CrystalDiskMark-Chart erreichte der 2-TB-Urban-Tapsafe 1.985,39 MB/s beim sequenziellen Lesen und 1.904,2 MB/s beim Schreiben. Das liegt im Bereich der Herstellerangabe. Die Werte gelten für kurze, sequenzielle Messungen und einen geeigneten 20-Gbit/s-Anschluss – nicht automatisch für jede Datei und jeden Rechner.

In weiteren Messungen kam das Laufwerk bei Tom's Hardware im DiskBench-Lesetest auf 897 MB/s und erzielte im PCMark-10-Datenlaufwerks-Benchmark 936 Punkte. Wichtiger als ein einzelner Spitzenwert ist aber der 15-Minuten-Test mit fortlaufendem sequenziellem Schreiben:

  • In den ersten ungefähr fünf Minuten hielt das Laufwerk etwa 1.800 bis 1.900 MB/s.
  • Nach dem Aufbrauchen des Schreib-Caches sank die Leistung auf ungefähr 250 MB/s.
  • Gegen Ende des Tests fiel sie auf unter 70 MB/s.

Das ist der klassische Unterschied zwischen Burst-Tempo und Dauerleistung. Für gelegentliche Backups, Medienimporte oder normale Dateiübertragungen ist der Einbruch nicht zwingend ein Problem. Wer dagegen über längere Zeit sehr große Videodateien schreibt, sollte diese SSD nicht als dauerhaft mit 1.900 MB/s arbeitendes Laufwerk einplanen. Die Werte stammen aus dem 2-TB-Testgerät von Tom's Hardware und einem spezifischen Testverfahren; sie sind keine Garantie für jedes Exemplar und jeden Arbeitsablauf.

Preis in Deutschland und Alternativen

In den vorliegenden deutschen Händlerdaten wurde die 1-TB-Version bei Alternate für 238,90 Euro geführt und als sofort verfügbar ausgewiesen. Idealo Deutschland nannte ebenfalls einen Einstiegspreis von 238,90 Euro. Das sind zeitabhängige Händlerangaben, keine dauerhaft gültige unverbindliche Preisempfehlung. Preis, Lagerbestand und Lieferbarkeit solltest du vor dem Kauf noch einmal prüfen.

LaufwerkKapazitätGenannter PreisBesonderheit
Adata Urban Tapsafe2 TB391 US-Dollar Referenzpreis, 411 US-Dollar bei Amazon in der zitierten Tom's-Hardware-AnalyseNFC-Zugriff und integrierter Clip
Crucial X102 TB368 US-Dollar in derselben Vergleichsanalyse20-Gbit/s-Klasse, kein im Vergleich belegtes NFC-System
Team Group PD202 TB235 US-Dollar in derselben Vergleichsanalyse20-Gbit/s-Klasse, kein im Vergleich belegtes NFC-System

Der Preisvergleich ist nicht vollständig lokal, weil die zitierten 2-TB-Vergleichspreise aus dem US-Markt stammen. Er zeigt dennoch den Kern der Entscheidung: Der Urban Tapsafe verlangt einen deutlichen Aufpreis für NFC-Zugriff, Nutzerverwaltung und Clip. Crucial X10 und Team Group PD20 bieten in der angeführten Gegenüberstellung ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei Kapazität und klassischer SSD-Nutzung, ersetzen aber nicht die spezielle Freigabefunktion.

Für wen lohnt sich der Urban Tapsafe?

Eine gute Wahl ist er für:

  • Nutzer, die ein Laufwerk regelmäßig physisch zwischen mehreren Personen teilen.
  • Kreative, die den Clip an Tasche, Kamera-Rig oder Smartphone-Cage verwenden können.
  • Käufer, denen ein schneller Zugriffsschutz genügt und die keine Hardware-Verschlüsselung erwarten.
  • Anwender, die kurze Transfers mit hohem Tempo erledigen und nicht dauerhaft riesige Datenmengen schreiben.

Eher nicht kaufen solltest du ihn, wenn:

  • gespeicherte Dateien hardwarebasiert verschlüsselt sein müssen;
  • du über lange Zeit mit hoher Schreibrate arbeitest;
  • möglichst viel Speicher pro Euro im Vordergrund steht;
  • dein Rechner keinen passenden 20-Gbit/s-USB-Anschluss besitzt;
  • der Clip an besonders dicken Halterungen befestigt werden soll.

Fazit

Adata Urban Tapsafe Test: NFC-Zugriff, aber keine Verschlüsselung

Der Adata Urban Tapsafe ist keine langweilige externe SSD mit aufgeklebtem NFC-Logo. Die App, der physische Entsperrvorgang und die Freigabe für bis zu neun weitere Nutzer ergeben ein eigenständiges Konzept. Auch die kurzen sequenziellen Messungen sind schnell.

Der entscheidende Vorbehalt bleibt aber bestehen: Der Urban Tapsafe kontrolliert den Zugriff, verschlüsselt die Dateien jedoch nicht per Hardware. Dazu kommt die stark schwankende Dauerleistung nach dem Füllen des Schreib-Caches und ein Preis, der die Spezialfunktionen mitbezahlt. Für kollaborative, mobile Nutzung ist das Konzept überzeugend. Für Hochsicherheit, dauerhaft hohe Schreiblast oder maximalen Gegenwert bleibt eine klassische Alternative die vernünftigere Wahl.

Quellen