Am 2. November berichtete CNBC, Ahold Delhaize und Colruyt hätten einen nächtlichen IT-Vorfall gemeldet, der Kühl- und Gefriergeräte in Dutzenden Geschäften in Belgien und Luxemburg betraf. Die Associated Press fasste Meldungen über Störungen in Schweden, Belgien, Luxemburg, Irland und Estland als mutmaßliche Cyberangriffe zusammen.

Was die Handelsketten zu den Störungen berichteten

Der englischsprachige BBC-News-Beitrag zu den Kühlungsstörungen und zum Fernzugriff

Die Angaben zu Belgien und Luxemburg beschreiben einen IT-Vorfall in den Geschäften der beiden Handelsgruppen. Die Associated Press berichtete außerdem über Störungen in vier weiteren Ländern und ordnete sie ebenfalls als mutmaßliche Cyberangriffe ein.

Fernzugriff ermöglicht es Betreibern und Dienstleistern, gewerbliche Kühlanlagen aus der Ferne zu überwachen und zu warten. Ein englischsprachiger Beitrag von BBC News erklärt diesen Nutzen und ordnet die europäischen Meldungen ein.

Welche Steuerungen CERT-FR in Frankreich nennt

CERT-FR veröffentlichte am 12. Oktober eine Warnung zu zahlreichen kompromittierten Fernsteuerungen für Kälteanlagen in Frankreich. Die Behörde aktualisierte sie am 16. Oktober. Genannt werden vier Produktfamilien: Copeland xweb, Danfoss AK-SC, Danfoss AK-SM und Dixell xweb. Die Warnung bezieht sich auf die französischen Vorfälle.

NeoTeo berichtete bereits über kompromittierte Kühlsteuerungen in französischen Supermärkten. Die CERT-FR-Warnung ergänzt diesen Hintergrund um weitere betroffene Steuerungsfamilien und konkrete Schutzmaßnahmen.

Wie Betreiber Fernzugriff und Wiederherstellung absichern

CERT-FR rät, den öffentlichen Internetzugang betroffener Geräte sowie weiterer Kühlanlagen mit öffentlich erreichbaren IP-Adressen zu entfernen. Wenn Fernzugriff nötig ist, soll er über ein sicheres VPN oder ein geschütztes Netzwerk erfolgen. Den Zugriff auf IP-Adressen von Dienstleistern zu beschränken, nennt die Behörde eine Sofortmaßnahme, keine dauerhafte Lösung. Die Warnung von CERT-FR enthält außerdem Hinweise zur Wiederherstellung und Absicherung der Anlagen.

Bei kompromittierten Danfoss-Geräten empfiehlt die Warnung einen Neustart oder das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen, gefolgt von einer Neukonfiguration. Dabei soll die gesamte Konfiguration geprüft werden, einschließlich der Abtaupläne. Als zusätzliche Schutzmaßnahmen nennt CERT-FR aktuelle Firmware, den Strict security mode und geänderte Standardpasswörter.

Ein Werksreset allein reicht nicht, wenn ein verwundbares Gerät am Ende seines Produktlebenszyklus weiterhin öffentlich aus dem Internet erreichbar ist.