Die Gerüchte über eine neue Ryzen-Chipserie kamen am vergangenen Dienstag mit voller Wucht auf, doch am selben Tag hielt AMD sein „Financial Analyst Day“ ab, und die dort geteilten Informationen bestätigten im Grunde die Existenz der Prozessoren. Der offizielle Name lautet Ryzen Threadripper, und neben den Monstern mit 16 Kernen wird es noch vor Jahresende APU-Varianten für Ultraportables und All-in-One-Systeme geben.
16 Kerne, 32 Threads. Wozu brauchen wir eine solche Leistung? Eigentlich ist das die falsche Frage. Was wir wirklich wissen wollen, ist, warum sie so lange gebraucht haben, um so etwas anzubieten. Persönlich begrüße ich dieses neue Kern-Rennen. Früher oder später wird die Software wissen, wie man sie voll ausnutzt, und die Hardware muss bereit sein. Intel hat lange in den Laken des 4C/8T geschlafen, aber wir müssen zugeben, dass der fehlende Wettbewerb das Unternehmen auch nicht dazu zwang, weiterzugehen. Mit dem Debüt von Ryzen hat sich das geändert. Alles deutet darauf hin, dass Intel bereits an seinen Core-i9-Prozessoren arbeitet, und die Gerüchte über Ryzen 9 ließen nicht lange auf sich warten… obwohl man besser sagen sollte, es sind „ehemalige Gerüchte“, denn AMD hat sie bereits bestätigt.
Der Unterschied ist, dass sie nicht Ryzen 9 heißen, sondern ihren internen Codenamen Threadripper angenommen haben. Ihre Spezifikationen (die übrigens noch verifiziert werden müssen) sind im vorherigen Artikel verfügbar, aber die Obergrenze der Threadripper bleibt bei 16C/32T. Wer noch mehr Leistung wünscht (?!), kann zur brandneuen Epyc-Serie wechseln, dem Namen für das, was wir bisher als Naples kannten. Da es sich um Server-Hardware handelt, klingt es definitiv gut, Dinge wie 32 Kerne, 64 Verarbeitungsthreads, 128 PCI-Express-Lanes und Unterstützung für 16-Kanal-DDR4 auf Motherboards mit zwei Sockeln zu finden.
Am anderen Ende sind die Dinge ebenfalls sehr interessant. Zunächst berichtete AMD, dass die Ryzen 3-Prozessoren im dritten Quartal 2017 in den Regalen landen werden. Danach versprechen die ersten mobilen APUs auf Basis der neuen Architektur eine 50-prozentige Steigerung der CPU-Leistung und eine 40-prozentige Steigerung der Grafikleistung, dank Vega. Die APUs werden 4C/8T sein und noch vor Jahresende debütieren. Zum Abschluss wird AMD unter der Marke Ryzen PRO „kommerzielle Lösungen“ anbieten. Das Announcement beschreibt lediglich Workstations, Sicherheit auf Siliziumebene und flexible Verwaltungsunterstützung. Wann? Zwischen dem Rest von 2017 und der ersten Hälfte von 2018.