Wer Links auf Android vor dem Öffnen prüfen will, kann URLCheck als Zwischenstation zwischen Link und Browser nutzen. Die App zeigt Bestandteile der URL und schlägt Änderungen vor. Chrome Safe Browsing prüft dagegen unter anderem Websites, Erweiterungen und Downloads anhand von Listen unsicherer Inhalte.
URLCheck als Zwischenstation verwenden
URLCheck kann einen angetippten Link zunächst abfangen, damit du die Adresse ansehen und anschließend einen Browser auswählen kannst. In seinem Erfahrungsbericht beschrieb Isaac Akinleye, Autor bei MakeUseOf, URLCheck als Standard-Linkhandler. Die App zeigt Domain, Pfad, Abfrageparameter und Fragment einer URL an. Die Domain bezeichnet den Host, der Pfad führt zu einem Bereich oder Inhalt der Website; Abfrageparameter folgen meist auf ein Fragezeichen, ein Fragment auf ein Nummernzeichen.
So läuft die Prüfung ab:
- Wähle URLCheck als Handler für den Link. Wenn Android eine App-Auswahl für den angetippten Link öffnet, kannst du URLCheck auswählen. Akinleye richtete die App in seinem beschriebenen Setup als Standard-Linkhandler ein.
- Sieh dir die URL-Bestandteile an. Achte besonders auf die Domain und darauf, ob Pfad oder Parameter zu dem Ziel passen, das du erwartest.
- Nutze vorgeschlagene Änderungen statt URL-Teile nach Gefühl zu löschen. URLCheck markiert Vorschläge; mit „Anwenden“ setzt die App sie um. Akinleye berichtete, dass die vorgeschlagenen Änderungen in seinen Beispielen zum erwarteten Ziel führten. Manuelle Eingriffe ließen dagegen mehrere Links scheitern: Ein Ziel von Top One Futures wurde verfehlt, ein Mandrill-Link endete mit einem 404-Fehler, und ein Reddit-Digest-Link führte zum Feed statt zum vorgesehenen Beitrag.
- Wähle anschließend den Browser. URLCheck bietet laut Akinleye auch eine Browserauswahl, darunter die Möglichkeit, einen Link in einem privaten Fenster zu öffnen. Eine Statusprüfung kann Weiterleitungen verfolgen; die Funktion „Unshort“ kann Kurzlinks über unshorten.me auflösen.
Diese Ergebnisse stammen aus Akinleyes einzelnen Linktests. Sie sind kein Versprechen, dass jede Bereinigung oder Weiterleitung bei jeder URL funktioniert.
Chrome Safe Browsing einstellen
Chrome Safe Browsing ist eine zusätzliche Schutzebene beim Surfen. Die Standardschutzstufe prüft Websites, installierte Erweiterungen und Downloads anhand von Googles Listen unsicherer Inhalte. Google nennt für Android diesen Weg zu den Einstellungen: Chrome-Menü > Einstellungen > Datenschutz und Sicherheit > Safe Browsing. Dort kannst du zwischen den Schutzstufen wählen.
Der erweiterte Schutz nimmt laut Google Echtzeitprüfungen vor und übermittelt dafür mehr Aktivitätsdaten. Dazu können besuchte URLs, kleine Ausschnitte von Seiteninhalten, Downloads, Erweiterungsaktivitäten und Systeminformationen gehören. Der Unterschied ist also nicht nur die Prüfung, sondern auch, welche Informationen dafür an Google gesendet werden.
Bezugsquelle für URLCheck bewusst wählen
Das URLCheck-Projekt listet Google Play, F-Droid, GitHub-Releases, IzzyOnDroid und Obtainium als Bezugswege. Die Builds aus Google Play, F-Droid und GitHub, Obtainium oder IzzyOnDroid sind in drei Gruppen mit unterschiedlichen Signaturzertifikaten aufgeteilt. Beim Wechsel zwischen diesen Gruppen muss die vorhandene Version deinstalliert werden. Das Projekt empfiehlt, die Backup- und Wiederherstellungsfunktion für den Umzug zu nutzen.
Was ein Prüfergebnis aussagt
Ein sauber aussehender Link oder ein positives Prüfergebnis ist keine Garantie, dass eine Website harmlos ist. Auch das Verbindungssymbol in Chrome beschreibt die Sicherheit der Verbindung, nicht die Vertrauenswürdigkeit der Website. Google rät, vor der Eingabe sensibler Daten den Namen der Website zu prüfen; eine rote Vollbildwarnung von Safe Browsing bedeutet, dass Chrome die Seite als unsicher eingestuft hat.
Auch webbasierte Prüfer haben Grenzen. U2L zufolge folgt sein Link-Checker bis zu 15 HTTP-Weiterleitungen, führt aber keine JavaScript-Weiterleitungen auf Seiten aus, die den Statuscode HTTP 200 zurückgeben. Bei einer Zeitüberschreitung kennzeichnet der Dienst das Ergebnis als nicht verifiziert.