Wer auf einem Android-TV- oder Google-TV-Gerät weniger Werbung sehen möchte, sollte zuerst unterscheiden: TV Detox zielt mit Änderungen an ausgewählten Systempaketen und einer alternativen Startseite auf die TV-Oberfläche. Werbung innerhalb von Streaming-Apps ist ein eigener Fall.
Wo die Werbung erscheint, entscheidet über den Ansatz
TV Detox beschreibt eine Bereinigung des Startbildschirms und ausgewählter Pakete. AdGuard für Android TV filtert laut Anbieter Werbung in Apps und Browsern, darunter Banner und Pop-ups, sowie Werbung auf dem Startbildschirm.
| Ansatz | Ziel | Grenze |
| TV Detox | Startbildschirm und ausgewählte Systempakete | Ändert nicht automatisch Werbung innerhalb von Streaming-Apps. |
| AdGuard für Android TV | Werbung in Apps und Browsern, darunter Banner, Pop-ups und Startbildschirm-Anzeigen | AdGuard zufolge blockiert die App keine YouTube-Werbung. Sie benötigt eine Lizenz. |
TV Detox vorbereiten und ausführen
TV Detox verwendet die Android Debug Bridge (ADB), eine Schnittstelle zur Verbindung eines Computers mit dem Fernseher. Die Anleitung setzt einen Rechner im selben lokalen Netzwerk wie den Fernseher sowie aktivierte Entwickleroptionen und USB- oder WLAN-Debugging voraus. Bei neueren Google-TV- und Chromecast-Geräten kann für die drahtlose Verbindung ein Kopplungscode nötig sein. Die Menübezeichnungen unterscheiden sich je nach Gerät.
TV Detox nennt Android TV 9, 11 und 12 sowie Google TV 14 als Versionen, auf denen das Projekt getestet wurde. Das ist keine Kompatibilitätsgarantie für jedes Modell. Die Anleitung von TV Detox führt durch die Einrichtung und die Änderungen.
- Verbinden Sie den Rechner und den Fernseher mit demselben lokalen Netzwerk. Das ist eine Voraussetzung für die drahtlose ADB-Verbindung.
- Aktivieren Sie die Entwickleroptionen und eine Debugging-Verbindung. Wählen Sie USB- oder WLAN-Debugging; bei neueren Geräten kann die drahtlose Kopplung einen Code erfordern.
- Lassen Sie vor Änderungen die betroffenen Apps auflisten und die Risiken erklären. Die TV-Detox-Anleitung sieht vor, jede Änderung einzeln zu bestätigen und eine Liste für das Rückgängigmachen zu führen. Bestätigen Sie nur Änderungen, die Sie nachvollziehen können.
- Lassen Sie den Google-TV-Startbildschirm aktiviert. TV Detox warnt, dass das Deaktivieren der Startbildschirm-App bei manchen Geräten zu anhaltenden Neustarts führte; in einigen Fällen war ein Zurücksetzen auf Werkseinstellungen nötig. Der Installer lässt die Google-TV-Startseite standardmäßig eingeschaltet.
- Prüfen Sie nach den Änderungen die Startseite und die benötigten TV-Funktionen. Eine neue, schlichtere Startseite sagt nichts darüber aus, ob Werbung in Streaming-Apps gefiltert wird.
- Schalten Sie USB-, Netzwerk- und WLAN-Debugging danach wieder aus. TV Detox warnt, dass andere Geräte im lokalen Netzwerk bei aktivem Debugging die Steuerung des Fernsehers anfordern können.
TV Detox nennt außerdem einen separaten Versuch mit einem TCL Smart TV Pro mit Google TV/Android 14 und 2,3 GB RAM: Der freie Speicher lag vorher bei rund 660 MB und danach bei etwa 1 GB. Die erste Messung erfolgte nach 15 Tagen Laufzeit; laut TV Detox erklärt der Neustart einen Teil des Unterschieds.
Was App-Filter bei YouTube leisten
AdGuard sagt, dass seine Android-TV-App Werbung in Apps und Browsern filtern kann, darunter Banner und Pop-ups. Für YouTube nennt der Anbieter eine klare Grenze: Die App blockiert dort keine Werbung. Eine aufgeräumte Startseite oder ein App-Filter beseitigt daher nicht automatisch jede Werbung, die auf dem Fernseher erscheint.