Anthropic führt Claude Cowork und Claude Chat zusammen. Das Unternehmen kündigte die Umstellung am 16. September 2026 an: Nutzer sollen künftig nicht mehr vorab zwischen einer normalen Unterhaltung und Cowork wählen müssen. Stattdessen soll Claude selbst erkennen, ob eine Anfrage eine kurze Antwort oder längere, mehrstufige Arbeit mit Werkzeugen, Verbindungen und Nachfragen erfordert.

Der zunächst angekündigte Rollout richtet sich an Pro- und Max-Nutzer in der Claude-App für Web, Desktop und Mobilgeräte. Die Umstellung soll in den kommenden Wochen erfolgen; Team- und Free-Tarife sollen danach folgen. Für Enterprise-Administratoren kündigte Anthropic mindestens 30 Tage Vorlauf vor organisatorischen Änderungen an.

Die Chat-Cowork-Auswahl fällt weg

Das offizielle Ankündigungsvideo zeigt die Entfernung der Chat-Cowork-Auswahl und die neuen Ausgabemöglichkeiten für Docs, Slides, Design und Artefakte.

Vor der Umstellung mussten Nutzer den passenden Arbeitsbereich auswählen, bevor sie eine Aufgabe starteten. Nach dem angekündigten Rollout soll Claude diese Entscheidung innerhalb derselben Unterhaltung übernehmen. Eine kurze Frage kann damit eine kurze Antwort bleiben, während ein umfangreicher Auftrag in eine längere Bearbeitung mit mehreren Schritten übergeht.

Zu den beschriebenen agentischen Funktionen gehören das Zerlegen komplexer Aufgaben, der Einsatz von Werkzeugen und Verbindungen sowie die Fortsetzung längerer Arbeiten, während der Nutzer nicht am Gerät ist. Anthropic erklärt zugleich, dass Claude standardmäßig vor einer Aktion um Erlaubnis bittet. Nutzer sollen außerdem einen autonomeren Modus wählen können, in dem Claude nur dann nachfragt, wenn eine engere Kontrolle erforderlich wird.

AspektVor der UmstellungNach dem angekündigten Rollout
Start einer AufgabeNutzer wählten Chat oder Cowork aus.Claude soll selbst entscheiden, ob die Aufgabe eine längere agentische Bearbeitung benötigt.
Längere AufgabenCowork war ein separater agentischer Arbeitsbereich.Die Cowork-Funktionen sollen aus normalen Claude-Unterhaltungen verfügbar sein.
Visuelle ArbeitClaude Design war eine eigene Produktoberfläche.Claude Design soll in Unterhaltungen verfügbar sein und eigenständig nutzbar bleiben.
Vorhandene ArbeitChats, Projekte, Artefakte, Verbindungen und Skills lagen in Cowork.Anthropic sagt, dass diese Inhalte während der Umstellung erhalten bleiben.
ProgrammierungClaude Code war getrennt.Claude Code bleibt getrennt.

Docs, Slides und Design kommen in die Unterhaltung

Mit der Zusammenlegung führt Anthropic außerdem Claude Docs und Claude Slides als Betas für kostenpflichtige Tarife ein. Beide sind als bearbeitbare Arbeitsbereiche gedacht, nicht nur als Dateien am Ende eines Chats. Ausgaben aus Docs, Slides und Design sollen über einen gemeinsamen, teilbaren Link erreichbar sein, der sich auch auf einem Smartphone öffnen lässt.

ProduktStatusNutzung und Export
Claude DocsBeta für kostenpflichtige TarifeBearbeitbare und gemeinsam nutzbare Dokumente; Anthropic nennt Exporte nach Microsoft Word und Google Docs.
Claude SlidesBeta für kostenpflichtige TarifePräsentationen lassen sich bearbeiten und in Claude präsentieren; Anthropic nennt Exporte nach PowerPoint und PDF.
Claude DesignIn Claude-Unterhaltungen integriertVisuelle Arbeiten sollen direkt in einer Unterhaltung möglich sein; Design bleibt zusätzlich eigenständig nutzbar.

Die neuen Arbeitsbereiche sollen damit den Wechsel zwischen mehreren Claude-Oberflächen reduzieren. Ein Dokument, eine Präsentation oder ein Design kann innerhalb derselben Unterhaltung entstehen, bearbeitet und geteilt werden.

Claude Code bleibt ein separates Produkt

Die Integration betrifft Claude Chat, Claude Cowork, Claude Design, Claude Docs und Claude Slides. Claude Code bleibt davon getrennt und richtet sich weiterhin an Entwicklungsarbeit in Terminals und IDEs sowie an Aufgaben in Codebasen.

Auch bestehende Cowork-Chats, Projekte, Artefakte, Verbindungen und Skills sollen nach Anthropics Ankündigung erhalten bleiben. Die Zusammenlegung ändert damit vor allem den Einstieg in die Arbeit: Der Nutzer soll nicht mehr zuerst entscheiden müssen, welche Claude-Oberfläche für die Aufgabe zuständig ist.