Anthropic startet Claude Sonnet 5.5 am 28. September 2026 und erklärt, das Modell sei auf allen Plattformen verfügbar. Das Unternehmen positioniert es als schnellere, günstigere Ergänzung zu Claude Opus 5.5: Sonnet 5.5 soll sich besonders für klar umrissene Alltagsaufgaben, Fehlerbehebungen sowie Dokumente, Präsentationen und Tabellen eignen.

Tokenpreise sind nicht dasselbe wie Aufgabenkosten

Anthropic gibt für die API 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens an. Für Cache-Lesezugriffe nennt das Unternehmen 0,20 US-Dollar, für Cache-Schreibzugriffe 2,50 US-Dollar je Million Tokens. Diese Tokenraten sind gegenüber Claude Sonnet 5 unverändert.

Anthropic zufolge erzeugt Sonnet 5.5 Ausgaben mehr als 30 Prozent schneller als Sonnet 5 und kostet bei den meisten Arbeiten pro Aufgabe bis zu 30 Prozent weniger. Das Unternehmen führt die mögliche Ersparnis auf einen typischerweise geringeren Tokenverbrauch zurück. Der Preis pro Token und die Gesamtkosten einer Aufgabe sind also zwei verschiedene Größen: Wie viele Tokens eine konkrete Anfrage verbraucht, beeinflusst die Rechnung.

Eine unabhängige Vorab-Auswertung liefert für einen bestimmten anspruchsvollen Test ein anderes Kostenbild. Bei maximalem Effort – einer der verfügbaren Stufen für den Rechenaufwand – schätzte sie die Kosten pro Intelligence-Index-Aufgabe auf 7,60 US-Dollar, rund 50 Prozent mehr als bei Sonnet 5 in derselben Auswertung. Sonnet 5.5 erreichte dort einen Intelligence-Index-Wert von 56 und verwendete pro Aufgabe rund 193.000 Ausgabe-Tokens.

Diese Auswertung lief auf einer Vorabversion mit einem Fehler bei der strukturierten Ausgabe. Anthropic erklärte, der Fehler sei in der öffentlichen Version behoben worden; die Auswirkungen dürften gering gewesen sein oder die Leistung eher unterschätzt haben. Der Kostenschätzwert bezieht sich auf diese Auswertung bei maximalem Effort.

Was Anthropics Benchmarks zeigen

Anthropic startet Claude Sonnet 5.5 mit Leistungs- und Kostendaten

Anthropic weist für Claude Sonnet 5.5 im Coding-Benchmark Terminal-Bench 4.0 70,6 Prozent aus. In derselben Vergleichstabelle stehen 10,3 Prozent für Claude Sonnet 5 und 66,4 Prozent für Claude Opus 5.5 bei der Effort-Stufe Xhigh. Bei GDPval-AA, einem Benchmark für Wissensarbeit, erreicht Sonnet 5.5 einen Wert von 1.844 – nahezu gleichauf mit Opus 5.5, das auf 1.846 kommt.

ModellTerminal-Bench 4.0GDPval-AA
Claude Sonnet 5.570,6 %1.844
Claude Sonnet 510,3 %1.449
Claude Opus 5.566,4 % (Xhigh)1.846

Anthropic veröffentlicht außerdem einen Wert von 1.487 für GPT-6 Sol bei GDPval-AA. Bei FrontierCode 1.1 Main liegt Sonnet 5.5 laut Anthropics Tabelle bei Xhigh mit 52,1 Prozent vor GPT-6 Sol mit 49,3 Prozent; bei der Effort-Stufe Max weist Anthropic für Sonnet 5.5 dagegen 46,2 Prozent aus. Die Werte beziehen sich auf unterschiedliche Effort-Stufen und ergeben keinen allgemeinen Sieger für Coding-Aufgaben.

Sicherheitsverhalten und Entwicklerzugang

Anthropic zufolge fallen Aufgaben mit höherem Cybersecurity-Risiko sichtbar auf Claude Sonnet 5 zurück; routinemäßige Softwareentwicklung sei davon nicht betroffen. Für Aufgaben aus dem Bereich Biologie verwendet Sonnet 5.5 laut Unternehmen dieselben Schutzmaßnahmen wie Sonnet 5. Anthropic beschreibt das neue Modell außerdem als erstes Sonnet-Modell, das mit Klassifikatoren gegen das Auslesen von Reasoning bei Destillierungsangriffen startet.

Die API-Kennung lautet claude-sonnet-5-5. Als Effort-Standard gilt Medium in Claude-Apps und Claude Code, auf der Claude Platform High. Wer Sonnet über die API mit deaktiviertem Thinking nutzt, muss laut Anthropic zur Einstellung between_tools wechseln.

Anthropic kündigt Claude Haiku 5.5 für die kommenden Wochen an.