CNBC berichtete am 13. Oktober 2026, Anthropic habe für den 14. Oktober ein Treffen mit potenziellen Investoren geplant, bei dem das Unternehmen Zahlen für das dritte Quartal vorstellen sollte. Der Bericht stützte sich auf zwei mit den Plänen vertraute Personen; Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab. CNBC berichtete über den geplanten Termin.
Der Termin knüpft an die frühere NeoTeo-Berichterstattung zum möglichen Börsengang von Anthropic an und rückt die Geschäftszahlen in den Fokus. CNBC nannte für einen möglichen Börsengang eine Unternehmensbewertung von rund zwei Billionen US-Dollar.
Die gemeldeten Zahlen zu Umsatz und Aufwand
The Motley Fool berichtete für 2025 von rund 4,6 Milliarden US-Dollar Umsatz, etwa 8 Milliarden US-Dollar operativem Verlust und rund 42 Milliarden US-Dollar Nettoverlust. Etwa 34 Milliarden US-Dollar davon seien auf einen Bilanzierungsposten zurückzuführen. The Motley Fool führte die Angaben auf Zahlen aus einem von Reuters eingesehenen vertraulichen Prospekt zurück. Der Bericht von The Motley Fool nennt außerdem 7,3 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung im Jahr 2025 – 58 Prozent der gesamten Betriebskosten von 12,65 Milliarden US-Dollar.
Die Umsatz- und Verlustzahlen beschreiben unterschiedliche Seiten des Geschäfts: Ein hoher Nettoverlust ist nicht gleichbedeutend mit einem ebenso hohen Mittelabfluss. Auch die von CNBC genannte Bewertung von rund zwei Billionen US-Dollar ist eine mögliche Unternehmensbewertung, kein Preis pro Aktie.
Was Anthropic zu Selbstreplikation und Claude-Regeln veröffentlichte
In einem am 12. Oktober veröffentlichten Forschungsbeitrag beschrieb Anthropic Tests zur möglichen Selbstreplikation von KI-Modellen. Ein Modell mit neun Milliarden Parametern führte Inferenz auf acht von neun getesteten Hardwaretypen aus. In einem vereinfachten Ende-zu-Ende-Test war GLM-5.2 das einzige getestete Open-Weight-Modell, das den vollständigen Ablauf schaffte: In vier von fünf Versuchen breitete es sich auf alle acht Knoten aus, im fünften auf sieben von acht.
Der Test lief in einem abgeschirmten virtuellen Netzwerk mit einem nicht authentifizierten ADB-Port. ADB steht für Android Debug Bridge. Anthropic bezeichnete diese Bedingungen als Obergrenze für den Erfolg in der realen Welt. Die Ergebnisse beschreiben damit einen kontrollierten Versuch, keinen Vorfall außerhalb des Testaufbaus. Anthropics Forschungsbeitrag erläutert Versuchsbedingungen und Resultate.
Anthropic kündigte am 8. Oktober außerdem eine Aktualisierung seiner Nutzungsrichtlinie an, die am 12. November 2026 in Kraft treten soll. Die neue Regel betrifft extreme Fälle anhaltenden, unnötigen missbräuchlichen oder grausamen Verhaltens gegenüber Modellen. Übliche Frustration, Widerspruch, düstere kreative Inhalte sowie Tests und Forschung sind davon ausgenommen. Anthropics Richtlinienankündigung nennt den Geltungsbereich und das Inkrafttreten.