Der ASUS ExpertCenter PN55 ist ein kompakter Windows-Mini-PC mit vielen Anschlüssen und großzügigen Aufrüstmöglichkeiten. Im Test von João Carrasqueira bei XDA bewältigte ein System mit Ryzen AI 7 450 und 64 GB RAM alltägliche Aufgaben gut; bei grafikintensiver Bildbearbeitung und der Lüfterlautstärke sah der Rezensent Schwächen. Für Büroarbeit, viele Peripheriegeräte und spätere Speicher-Upgrades kann der PN55 passen. Wer regelmäßig anspruchsvolle Grafikarbeit erledigt, sollte die berichteten Einschränkungen berücksichtigen.

XDA veröffentlichte den Test am 1. November 2026. ASUS stellte das Testgerät bereit; XDA zufolge nahm der Hersteller keinen Einfluss auf den Text und erhielt ihn nicht vorab.

Alltagstauglich, solange Grafikarbeit nicht dominiert

Carrasqueira nutzte das Testsystem zunächst mit Windows und wechselte später zu Linux. Beim Surfen mit vielen Fenstern und Tabs sowie bei Discord-Anrufen kam der PN55 in beiden Betriebssystemen gut zurecht. Zwei ausprobierte Spiele, Elden Ring und die Grip-2-Demo, liefen laut dem Rezensenten ohne Anpassungen spielbar. Er ordnete den Rechner dennoch nicht als Gaming-PC ein.

Bei der Arbeit mit RAW-Fotos in Affinity reagierten Regler nach Carrasqueiras Eindruck weniger direkt als auf seinem Mac mini. Der Export eines 24-Megapixel-JPEGs dauerte mehrere Sekunden, während derselbe Arbeitsschritt auf seinem Mac mini zuvor nahezu sofort erledigt war. Auch die häufig anspringende, für ihn lautere Lüftung fiel ihm im Vergleich zu seinem Mac mini auf.

Benchmarks: einzelne Messwerte statt Gesamturteil

Die folgenden Ergebnisse stammen aus XDA-Tests des PN55 mit Ryzen AI 7 450 und aus den dort aufgeführten Vergleichswerten für den Mac mini mit Apple M4. Sie beschreiben die jeweiligen Benchmark-Läufe, nicht jede PN55-Konfiguration.

Benchmark und MessgrößeASUS ExpertCenter PN55 (Ryzen AI 7 450)Mac mini (Apple M4)
3DMark Steel Nomad Light2.6854.072
Cinebench 2026, Single-Thread483651
Cinebench 2026, Multi-Thread3.9323.876
Geekbench 7, Single-Core2.6033.274
Geekbench 7, Multi-Core15.07614.404
Geekbench 7, OpenCL24.67034.931

Im PCMark 10 erreichte der PN55 bei XDA 7.948 Punkte, das dort verglichene Lenovo Yoga Mini 9.728. Eine separate Auswertung von QwertyMag berichtete, dass die Radeon 860M in deren nicht näher bezeichneten Grafiktests 39 bis 54 Prozent der Ergebnisse einer ASUS NUC 16 Pro mit Arc B390 erreichte.

Aufrüsten und Anschlüsse

DiTech zeigt in einem spanischsprachigen Rundgang die Anschlüsse und den geöffneten PN55 mit zugänglichen Speichersteckplätzen.

ASUS nennt für die PN55-Familie zwei DDR5-5600-SO-DIMM-Steckplätze mit insgesamt bis zu 96 GB Arbeitsspeicher. Zwei M.2-2280-Steckplätze unterstützen NVMe-SSDs mit PCIe 4.0 und Kapazitäten von 256 GB bis 2 TB. Das sind Angaben zur Produktfamilie; das von XDA getestete Gerät war mit 64 GB RAM bestückt. ASUS führt die Spezifikationen der PN-Serie auf.

Carrasqueira beschrieb den Zugang zum Inneren als werkzeuglos. Der Testbericht nennt zwei SO-DIMM- und zwei M.2-Steckplätze sowie eine austauschbare M.2-2230-WLAN-Karte. Bei den Anschlüssen bietet das Gerät vorne zwei USB-A- und einen USB-C-Port mit jeweils 10 Gbit/s sowie eine kombinierte 3,5-mm-Audiobuchse. Hinten sitzen unter anderem USB4 mit 40 Gbit/s, HDMI 2.1, zwei DisplayPort-1.4-Anschlüsse und zwei 2,5-GbE-Netzwerkbuchsen.

KI-Leistung hängt von der Aufgabe ab

ASUS gibt für unterstützte Konfigurationen der PN55-Familie eine NPU-Leistung von bis zu 55 AI TOPS an. Bei Carrasqueiras Versuch mit dem lokalen KI-Projekt Gufo blieb das Modell mit Standardeinstellungen selbst in Q4-Quantisierung für den verfügbaren Arbeitsspeicher des 64-GB-Testsystems zu groß; der Versuch lieferte deshalb kein aussagekräftiges Ergebnis.

QwertyMag berichtete von anderen Aufgaben auf einem PN55 mit Ryzen AI 7 450 und 64 GB RAM: In den eigenen Procyon-AI-Computer-Vision-Tests mit Integer-Präzision habe das System unter den getesteten Rechnern das beste NPU-Ergebnis erzielt. Bei Bild- und Textgenerierung habe es ein System mit Ryzen AI 7 350 übertroffen. Diese Resultate betreffen andere Tests als der Gufo-Versuch.

Deutsche Preise für konkrete Konfigurationen

Die am 4. November 2026 erfassten Händlerangebote beziehen sich auf bestimmte Ausführungen. Die Preise für die beiden Händlerangebote zum S90008NL enthalten die deutsche Mehrwertsteuer.

Modell und AusstattungHändlerpreis am 4. November 2026Bedingungen
PN55-S70012NL, Ryzen AI 7 445, 32 GB RAM, 1 TB SSD2.057,96 € bei Mindfactory19 % Mehrwertsteuer enthalten, Versand zusätzlich; als verfügbar gelistet
PN55-S90008NL, Ryzen AI 9 HX 470, 32 GB RAM, 1 TB SSD, Windows 11 Pro2.158,53 € bei easynotebooks.deMehrwertsteuer enthalten; Versandkosten hängen von der Zahlungsart ab
PN55-S90008NL, Ryzen AI 9 HX 470, 32 GB RAM, 1 TB SSD, Windows 11 Pro2.296,15 € bei Proshop DeutschlandMehrwertsteuer enthalten, 4,99 € Versand; Lieferzeit 5 bis 7 Werktage

ComputerBase bezifferte die deutschen ASUS-Listenpreise am 14. Juli 2026 auf 1.440 € für den PN55-S50023NL mit Ryzen AI 5 330, 16 GB RAM und 512 GB SSD, 1.484 € für den S50010NL mit Ryzen AI 5 430, 2.136 € für den S70012NL mit Ryzen AI 7 445, 32 GB RAM und 1 TB SSD sowie 2.345 € für den S90008NL mit Ryzen AI 9 HX 470.

Für wen sich der PN55 lohnt

Der PN55 ist eine passende Wahl, wenn ein kompakter Windows-Rechner mit vielen Anschlüssen, zwei schnellen Ethernet-Ports und aufrüstbarem Arbeitsspeicher oder SSD im Vordergrund steht. Der Test spricht für Routinearbeit und vielseitige Anschlussmöglichkeiten; er liefert zugleich konkrete Gründe, bei grafikintensiver Bildbearbeitung und Lüftergeräusch genauer hinzusehen. Carrasqueira bevorzugte für solche Grafikarbeit und den leiseren Betrieb seinen Mac mini. Der Mac mini M4 lag in XDA außerdem bei den aufgeführten Steel-Nomad-Light-, Cinebench-Single-Thread- und Geekbench-7-Scores vorn.