American Transmission Company (ATC) reichte am 18. September 2026 den Antrag für den Hochspannungsanschluss von Project Lighthouse erneut ein. Damit startete die gesetzliche Prüfungsfrist erneut; der Neustart birgt ein Risiko für die Stromversorgung des für Oracle geplanten Campus in Port Washington, Wisconsin. Zuvor hatte die Public Service Commission of Wisconsin (PSC) am 10. September den ersten Fall ohne Sachentscheidung geschlossen.

ATC reicht den Anschlussantrag erneut ein

Der Abschluss des ersten Verfahrens bedeutete keine Entscheidung über das Projekt. Mit ATCs Wiedereinreichung begann die Prüfung des Anschlussantrags erneut.

Wie es zum Neustart kam

ATC beantragte im September 2025 die Genehmigung für das Übertragungsprojekt. Im Dezember 2025 erklärte die PSC den Antrag für vollständig und begann mit der Prüfung. Zwischen Januar und Juli 2026 reichte ATC 564 weitere Unterlagen ein und änderte Aspekte des Projekts, darunter Trassen, provisorische Umgehungsleitungen und Kostenschätzungen.

Am 1. Juli 2026 ordnete ein Verwaltungsrichter an, die Änderungen einzeln aufzulisten. Am 15. Juli stellte der Richter fest, dass ATC der Anordnung nicht nachgekommen war. Im August zog die PSC ihre Feststellung zur Vollständigkeit des Antrags zurück. Am 10. September schloss sie das Verfahren ohne Sachentscheidung; acht Tage später reichte ATC den Antrag erneut ein.

Netzanschluss und Rechenzentrum sind zwei verschiedene Schritte

Project Lighthouse ist als Campus mit vier Rechenzentrumsgebäuden geplant. Vantage entwickelt das Projekt für Oracle. Der Stromanschluss über das Hochspannungsnetz ist eine eigene Voraussetzung dafür, dass die Gebäude Kunden-Workloads übernehmen können.

Auch nach dem ersten Strom aus dem Netz müssen die elektrischen Anlagen und Kühlsysteme jedes Gebäudes unter Spannung gesetzt, getestet und in Betrieb genommen werden. Teilstrom bedeutet daher nicht, dass der gesamte Campus sofort mit voller Leistung einsatzbereit ist.

NeoTeo hat bereits über Oracles separaten Vorschlag berichtet, Strom aus dem Kernkraftwerk Point Beach für Project Lighthouse zu beziehen.

Was die Lastangaben bedeuten

Die 902 MW kritische IT-Last beziehen sich auf den Strom für die Rechentechnik. Die 1,3 GW bezeichnen dagegen den gesamten elektrischen Bedarf des Standorts, einschließlich Kühlung und weiterer Verbraucher. Die Werte messen somit unterschiedliche Bereiche des Campus.

Zwei bedingte Szenarien für die Stromversorgung

Die Schätzungen hängen davon ab, wie lange die Prüfung dauert. Im Basisszenario wird eine Entscheidung innerhalb der anfänglichen 180-Tage-Prüffrist angenommen. Das Szenario mit verlängerter Prüfung berücksichtigt die Nutzung einer 180-tägigen Verlängerung. Beide Zeitpläne sind bedingte Prognosen.

SzenarioGeschätzter Zeitpunkt für TeilstromGeschätzter Zeitpunkt für volle 1,3 GWVoraussetzung
Basisetwa Dezember 2027etwa Oktober 2028Entscheidung innerhalb der anfänglichen 180-Tage-Prüffrist, unter den Annahmen des Szenarios
Verlängerte Prüfungetwa Juni 2028etwa April 2029Nutzung einer 180-tägigen Verlängerung