Mit einer weiteren Veröffentlichung seiner umstrittenen Reihe Vault 7 hat WikiLeaks technische Details über eine Variante von Spyware mit dem Codenamen Athena geleakt, die von der CIA und einem privaten Unternehmen entwickelt wurde. Ein Angreifer kann sich aus der Ferne in einen infizierten Computer einloggen, schädliche Pakete mit spezifischen Funktionen einschleusen und ausführen sowie Dateien übernehmen, ohne die Persistenz im Betriebssystem zu beeinträchtigen.
WannaCry war nur eine Kostprobe davon, was passieren kann, wenn bestimmte Regierungsbehörden Exploits und Payloads wie traditionelle Waffen horten – und eine Tür offen lassen. Seit Jahren fordern wir Transparenz von den großen Unternehmen des Marktes über ihre Zusammenarbeit mit diesen Behörden, und nach WannaCry spürt man den Druck mehr denn je. Doch die Entscheidung dieser Konzerne, zu sprechen oder nicht, verblasst angesichts des „Cyber-Arsenals“, das die Behörden „im Namen der nationalen Sicherheit“ aufbewahren, und ähnlicher Ausdrücke. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis eine neue globale Kampagne normale Nutzer trifft. Unsere beste Verteidigung ist daher, so viele Informationen wie möglich über diese Waffen zu erhalten. Hier kommt WikiLeaks mit seinen Veröffentlichungen über Vault 7 ins Spiel, und der neueste Eintrag trägt den Namen Athena.
Was ist Athena?
Athena ist ein „Implantat“, das alle großen Windows-Versionen ab XP beeinflussen kann. Seine Entwicklung obliegt der CIA, doch offenbar hat sich die Behörde mit einem privaten Unternehmen namens Siege Technologies (inzwischen unter dem Dach von Nehemiah Security) zusammengetan, das „Cybersicherheitslösungen“ und „Technologien für offensive Cyberkriegsführung“ anbietet. Athena verschafft einem Angreifer Fernkonnektivität mit dem infizierten Computer, dynamische Konfigurationsänderungen, die Ausführung spezifischer Aufgaben, die in den Speicher geladen oder aus ihm entfernt werden können, um keine Spuren zu hinterlassen, sowie das Extrahieren oder Injizieren von Dateien in einen speziellen Ordner. Athena läuft im User Space und bleibt im System persistent.
Obwohl alles von der verwendeten Infektionsmethode abhängt, klingt Athena wie ein wahres Fest für bösartige Elemente, die eine Ransomware-Kampagne planen. Die von WikiLeaks geteilte Dokumentation ist sehr umfangreich und umfasst eine „Benutzeranleitung“ mit mehr als 40 Seiten.