Wir haben es in Dutzenden Filmen gesehen: Jemand zerschlägt das Glas einer Autotür oder öffnet das Schloss mit einem langen Metallstück, zieht die Zündkabel ab, überbrückt sie und fährt mit dem Fahrzeug in Sekundenschnelle davon. Doch im Zeitalter der „intelligenten Autos“ weiß der moderne Dieb, dass er nur ein paar Minuten und einen Laptop braucht, um ein einigermaßen aktuelles Modell zu stehlen. Wie schafft er das? Die Antwort ist einfach: Software-Schwachstellen, Designfehler und Hersteller, die nicht schnell genug reagieren.

Autodiebstahl und Konnektivität: Zwei Welten kollidieren
Jeep

Sicherheitssysteme auf dem Prüfstand

Die Idee, alte Sicherheitslösungen durch High-Tech-Alternativen zu ersetzen, scheint eine gute Idee zu sein, bis sich das Gegenteil herausstellt. Der Erfolg oder Misserfolg dieser Alternativen hängt von der Qualität ihrer Umsetzung ab, aber wenn wir uns an den letzten Beispielen orientieren, neigt die Waage eher zur zweiten Option. Die meisten Systeme, die als „mission critical“ gelten, weisen wahrscheinlich Fehler auf, weil es an Updates und Audits ihres Codes mangelt. Die sogenannte „air gap“ wird immer weniger wirksam, um ein Gerät zu schützen, weil der „menschliche Kontakt“ nicht verschwindet, und wir dürfen das allgegenwärtige „feature creep“ nicht vergessen, das zu Software mit mehr Angriffspunkten führt.

Jeep: Bevorzugtes Ziel von Autodieben

Jetzt stellen wir uns diese Probleme in einem Auto vor. In den letzten Monaten haben technikgestützte Fahrzeugdiebstähle zugenommen, und jenseits des Atlantiks heißt es, dass Jeep zur bevorzugten Marke der Diebe geworden ist. Anfang August meldete die Polizeibehörde von Houston die Festnahme von zwei Hackern, die für den Diebstahl von mehr als dreißig Jeeps innerhalb von sechs Monaten verantwortlich waren. Den verfügbaren Berichten zufolge nutzten die Festgenommenen einen Laptop, um auf die DealerCONNECT-Plattform von Fiat Chrysler (Jeep ist eine Tochtergesellschaft) zuzugreifen, und nach Eingabe der Fahrzeug-Verifikationsnummer die Neuprogrammierung des Sicherheitssystems zu ermöglichen, um einen generischen Schlüssel zuzuordnen. Natürlich erfordert der Hack Zugang zum Innenraum des Autos, aber es ist offensichtlich, dass die Diebe über zusätzliche Mittel verfügen, um das ohne größere Probleme zu erreichen.

Die Polizei von Houston gab außerdem bekannt, dass die Fahrzeuge über die Grenze zu Mexiko aus den USA gebracht wurden. Die beiden Festgenommenen stehen zwar im Zusammenhang mit etwa dreißig Diebstählen, aber die Behörden sprechen von rund hundert ähnlichen Vorfällen, was bereits die Aufmerksamkeit des Heimatschutzministeriums (Homeland Security) erregt hat. Ein Sprecher von Fiat Chrysler deutete an, dass die Diebe möglicherweise gestohlene offizielle Werkzeuge verwenden, die an die „Händler“ ausgegeben wurden, weshalb das Unternehmen die Nutzungsbedingungen von DealerCONNECT geändert hat, um „zivil- und/oder strafrechtliche Maßnahmen“ gegen alle einzuleiten, die unbefugten Zugriff auf Schlüssel, Codes, integrierte Diebstahlsicherungssysteme und andere Sicherheitsmaßnahmen in ihren Fahrzeugen gewähren.

Quelle:

Quelle: