AWS plant am 24. Oktober 2026 eine mehrstündige Übung an seinem Standort der AWS European Sovereign Cloud in Brandenburg. Dabei will das Unternehmen die Verbindung zum AWS Global Network unterbrechen und ein System für kontrollierte Übertragungen von Betriebsdaten abschalten. Die Ankündigung von AWS beschreibt einen geplanten Test, kein bereits vorliegendes Ergebnis.
Diese zwei Systeme sollen pausieren
AWS will während der Übung sein privates AWS Global Network trennen. Außerdem soll ein separates System deaktiviert werden, über das begrenzte Betriebsdaten übertragen werden – darunter geprüfte Spiegelungen von Quellcode und Software-Updates. AWS beschreibt beide Systeme als nicht entscheidend für den Betrieb der europäischen Cloud.
Die Übung soll zeigen, ob die AWS European Sovereign Cloud ohne diese beiden Systeme weiterarbeiten kann. Sie ist auf mehrere Stunden angesetzt und soll am Standort Brandenburg stattfinden.
Internetverbindung über europäische Anbieter
Die Cloud soll während des Tests mit dem weltweiten Internet verbunden bleiben: AWS plant dafür dedizierte Internetverbindungen europäischer Internetanbieter. Der Datenverkehr soll so über das öffentliche Internet laufen statt über das private AWS-Netzwerk.
AWS zufolge bietet das globale Netzwerk im normalen Betrieb Vorteile bei Leistung, Kapazität, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Kosten. Der Test setzt diese Infrastruktur für die Dauer der Übung aus; er soll damit die Betriebsfähigkeit unter dieser konkreten Konfiguration prüfen.
Was Kunden laut AWS bemerken könnten
AWS erwartet keine Auswirkungen auf die Dienstverfügbarkeit innerhalb der AWS European Sovereign Cloud, in anderen AWS-Regionen oder bei AWS Direct Connect. Bei der Umstellung der Routen kann es laut AWS jedoch zu kurzen Verbindungsunterbrechungen kommen – sowohl zu Beginn als auch am Ende der Übung.
Beim Wechsel zwischen Netzwegen müssen andere Netzwerke ihre Routing-Informationen aktualisieren. AWS bezeichnet die dabei mögliche Unterbrechung als kurz. Die Prognose zur Verfügbarkeit und zu möglichen Verbindungsproblemen ist eine Einschätzung des Unternehmens für die geplante Übung.
Was der Test über Cloud-Souveränität aussagt
Im Mittelpunkt steht die technische Betriebsfähigkeit ohne das AWS Global Network und das kontrollierte System für Betriebsdatenübertragungen. Eigentumsverhältnisse, rechtliche Zuständigkeit und die Abhängigkeit von einem Anbieter sind weitere Fragen der Cloud-Souveränität. EU-Startups ordnet diese Aspekte als getrennte Dimensionen ein, die der geplante technische Test nicht beantwortet (Bericht von EU-Startups).
AWS sagt, dass Kundeninhalte und von Kunden erstellte Metadaten in der EU bleiben. Davon unterscheidet das Unternehmen bestimmte Betriebsdaten, die im normalen Betrieb unter Kontrolle und Aufsicht eines lokalen EU-Teams die EU verlassen können. Das Übertragungssystem soll während der Übung abgeschaltet sein.
AWS zufolge soll das Team für den Test ausschließlich aus EU-Bürgerinnen und -Bürgern bestehen, die sich in der EU aufhalten; auch die verwendete Hard- und Software soll zur AWS European Sovereign Cloud gehören. Das Unternehmen richtet die Übung nach eigener Aussage an den Zielen des EU Cloud Sovereignty Framework und den C3A-Kriterien des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aus.