Business Insider berichtete am 20. Oktober 2026, dass AWS bestimmte Nvidia-GB300-Serverracks früher in der Lieferkette annahm, als sie in Rechenzentren eingesetzt werden konnten. August-E-Mails prognostizierten zunächst Racks im Wert von rund 5 Milliarden US-Dollar und anschließend weitere rund 3 Milliarden US-Dollar pro Monat. An einigen US-Standorten fehlte laut Bericht genügend Strom, um die fertigen Systeme einzuschalten.

Was Early Rack Receipt verändert

Nach dem Bericht verschob das Verfahren Early Rack Receipt bei bestimmten Racks den Zeitpunkt der Annahme nach vorn. Zuvor übernahm AWS ein fertiges Rack demnach erst, wenn es im Rechenzentrum eintraf. Durch die frühere Annahme konnte AWS die Racks auch früher bezahlen und verbuchen.

Die August-E-Mails enthielten Prognosen, keine bestätigten Liefermengen: Sie nannten zunächst rund 5 Milliarden US-Dollar und danach etwa 3 Milliarden US-Dollar monatlich auf absehbare Zeit. Business Insider bezifferte weder die Zahl der Racks noch den Anteil, der bereits geliefert oder zwischengelagert war.

An einigen Standorten fehlte Strom für den Betrieb

Business Insider berichtete, dass manche AWS-Standorte zwar Platz für Racks hatten, aber nicht genügend Strom, um die Geräte einzuschalten. Fertige Systeme seien bis zur Einsatzbereitschaft der Standorte in Zwischenlagern untergebracht worden.

Eine interne E-Mail beschrieb laut Business Insider, dass mindestens einem AWS-Team eine klare Prognose fehlte, wann ankommende Racks in Rechenzentren gelangen könnten. Ein Amazon-Sprecher erklärte dem Bericht zufolge, das Lagern fertiger Hardware nahe dem Einsatzort sei Routine und bewährte Geschäftspraxis. Zugleich widersprach Amazon der pauschalen Darstellung, dem Unternehmen fehle ein Weg, Racks in seine Rechenzentren zu bringen.

AWS’ öffentliches GB300-Angebot

Bericht: AWS nahm Nvidia-GB300-Racks früher an

AWS hatte bereits am 2. Dezember 2025 die allgemeine Verfügbarkeit von Amazon EC2 P6e-GB300 UltraServers angekündigt, beschleunigt durch NVIDIA GB300 NVL72. Für P6e-GB300 nennt AWS im Vergleich zu P6e-GB200 die 1,5-fache GPU-Speicherkapazität und die 1,5-fache FP4-Rechenleistung ohne Sparsity. Diese Angebotsankündigung betrifft den Cloud-Dienst; sie beschreibt nicht den Betriebsstatus der später von Business Insider thematisierten Racks.

Investitionen und Cashflow

Business Insider bezifferte Amazons erwartete Investitionsausgaben für 2026 auf rund 220 Milliarden US-Dollar. Der Bericht meldete außerdem einen negativen Free Cashflow im Vorquartal, erstmals seit 2023. Er bezifferte nicht, welchen Anteil daran der Rack-Prozess hatte.