Laut einem Bericht hat Microsoft am 1. Oktober 2026 mit der gestaffelten Abschaltung von Exchange Web Services (EWS) in Exchange Online begonnen. Microsoft stellt die Mandanten nacheinander um. Apple Mail auf dem Mac kann die Synchronisierung eines Microsoft-365-Kontos verlieren, wenn der jeweilige Mandant EWS deaktiviert und das Konto weiterhin darauf angewiesen ist.
Microsoft schaltet EWS Mandant für Mandant ab
EWS ist eine ältere Programmierschnittstelle für den Zugriff auf Exchange. Die Änderung betrifft EWS in Exchange Online, nicht den Exchange-Online-Dienst selbst. Microsofts Umstellung erfolgt tenantweise über die Einstellung EWSEnabled: Erreicht der Rollout einen Mandanten, bei dem der Wert noch auf Null steht, setzt Microsoft ihn auf False.
Damit kann der Zeitpunkt der Umstellung je nach Mandant unterschiedlich sein. Der gemeldete Start am 1. Oktober bedeutet also nicht, dass alle Microsoft-365-Konten an diesem Tag ihre Verbindung verlieren.
Warum Apple Mail auf dem Mac betroffen sein kann
Apple dokumentiert EWS als Verbindung für Mail und Kalender auf dem Mac, wenn diese Apps mit Exchange arbeiten. Wird EWS für einen Mandanten deaktiviert und nutzt das Konto weiterhin diese Schnittstelle, kann die Synchronisierung ausfallen.
Apple arbeitet mit Microsoft daran, Mail, Kalender, Kontakte, Notizen und Erinnerungen in einem künftigen Update für macOS 27 auf Microsoft Graph umzustellen. Microsoft Graph ist Microsofts Schnittstelle für die meisten modernen Exchange-Online-Integrationen; für einige EWS-Szenarien bestehen noch Funktionslücken.
So funktionieren EWSEnabled und die App-ID-Liste
Nach Beginn der Durchsetzung erlaubt EWSEnabled=True nicht automatisch den Zugriff für jede Anwendung. Bei diesem Wert lässt eine gefüllte EWSAllowedAppIDs-Liste nur die Anwendungen mit einer aufgeführten App-ID zu. Ist die Liste leer oder nicht gesetzt, wird gewöhnlicher EWS-Anwendungsdatenverkehr blockiert. Für bestimmten Datenverkehr über Organisationsbeziehungen zwischen Mandanten nennt Microsoft eine Ausnahme.
Microsoft will die App-ID-Listen für Mandanten, die keine eigene erstellt haben, anhand der jeweiligen Nutzung vorbefüllen. Administratoren bleiben dafür verantwortlich, die Einträge zu prüfen und zu verwalten.
Vor der endgültigen Abschaltung können Administratoren EWS vorübergehend wieder aktivieren. Microsoft nennt dafür EWSEnabled=True oder während des Übergangs den Wert Null; bei True müssen nach Beginn der Durchsetzung die Regeln der App-ID-Liste beachtet werden. Bei der Wiederherstellung kann es laut Microsoft zu einer Dienstunterbrechung kommen. Diese Einstellungen verlängern den Dienst nicht über den endgültigen Abschalttermin hinaus.
Welche Geräte und Exchange-Umgebungen betroffen sind
Apple dokumentiert EWS für den Exchange-Zugriff auf dem Mac. iPhone und iPad verwenden dafür Exchange ActiveSync (EAS), ein anderes Protokoll; die EWS-Abschaltung betrifft diesen Zugriffsweg nicht.
Auch EWS auf selbst betriebenen Exchange-Servern ist von dieser Abschaltung in Exchange Online nicht betroffen. Bei hybriden Installationen hängt es davon ab, ob eine Anwendung auf ein Postfach in der Cloud oder auf einen lokalen Server zugreift.
Microsoft plant das endgültige EWS-Ende für April 2027
Microsoft setzt den 1. April 2027 als Termin für die vollständige und dauerhafte Abschaltung von EWS in Exchange Online an. Die derzeitigen Einstellungen zur vorübergehenden Wiederfreigabe gelten nur bis zu diesem Endtermin.