SK hynix und Intel loten Berichten zufolge eine mögliche Produktion von Speicherchips in den USA aus. Als Szenarien gelten die Anmietung eines Teils von Intels geplantem Komplex in Ohio oder ein Gemeinschaftsunternehmen mit großen Cloud-Anbietern. SK hynix erklärte am 16. September 2026, dass keine konkrete Kooperation und kein US-Produktionsplan festgelegt worden seien.
Zwei mögliche Modelle für die US-Produktion
Im ersten Szenario könnte SK hynix einen Teil von Intels geplantem Chipkomplex in Ohio anmieten. Intel würde dabei vor allem die vorhandene beziehungsweise geplante Infrastruktur bereitstellen, während SK hynix seine Speicherproduktion in den USA aufbauen könnte.
Das zweite Szenario wäre ein Gemeinschaftsunternehmen von SK hynix und Intel, an dem sich zusätzlich große Cloud-Anbieter beteiligen könnten. Diese Unternehmen könnten sich damit Speicherkapazitäten für ihre Rechenzentren sichern. Welche Firmen gemeint sein könnten, ist nicht bekannt.
| Mögliche Struktur | Beteiligte oder Standort | Bedeutung |
| Anmietung eines Anlagenteils | SK hynix und Intel; geplanter Chipkomplex in Ohio | SK hynix könnte Intels geplante Infrastruktur für eine eigene Speicherproduktion nutzen. |
| Gemeinschaftsunternehmen | SK hynix, Intel und möglicherweise große Cloud-Anbieter | Die Partner könnten gemeinsam eine US-Produktion aufbauen und Speicherlieferungen für Cloud-Rechenzentren absichern. |
Beide Modelle sind bisher Szenarien. Eine Entscheidung über Eigentum, Investitionssumme, Kapazität oder Produktionsbeginn liegt nicht vor.
Welcher Speicher in Ohio entstehen könnte
Für eine mögliche Produktion in Ohio ist bislang kein konkreter Speichertyp benannt. SK hynix stellt unter anderem DRAM, NAND-Flash und HBM her: DRAM dient als Arbeitsspeicher in Servern, PCs und Smartphones, NAND-Flash speichert Daten dauerhaft, und HBM (High Bandwidth Memory) ist auf hohe Bandbreite für KI-Beschleuniger ausgelegt. Diese Produktgruppen gehören zum Portfolio von SK hynix, legen aber nicht fest, was in den USA entstehen würde.
Das ist der entscheidende technische Punkt der Gespräche. Eine Fertigung für klassischen DRAM, NAND-Flash oder HBM würde jeweils andere Produktions- und Lieferketten voraussetzen. Aus der möglichen Nutzung eines Intel-Standorts lässt sich daher noch kein konkretes Produkt ableiten.
Warum Ohio für Intel wichtig ist
Intel kündigte 2022 für seinen geplanten Chipkomplex in Ohio eine mögliche Investition von bis zu 100 Milliarden US-Dollar an. Der ursprüngliche Produktionsbeginn war für 2025 vorgesehen. Spätere Berichte nannten für die beiden geplanten Anlagen die Jahre 2030 und 2031; ein offiziell festgelegter Betriebstermin liegt damit nicht vor.
Für Intel könnte eine Kooperation einen zusätzlichen Abnehmer oder Partner für die Ohio-Infrastruktur bringen. Für SK hynix wäre ein bestehender Großstandort eine mögliche Alternative zum vollständigen Aufbau einer eigenen US-Fabrik. Gleichzeitig sind Arbeits-, Bau- und Lieferkettenkosten in den USA höher als in Südkorea – ein wirtschaftlicher Nachteil, der gegen eine Verlagerung sprechen kann.
Der politische Druck geht in dieselbe Richtung wie die Nachfrage aus der Industrie: Die USA wollen mehr Halbleiterproduktion im eigenen Land, während der KI-Boom den Bedarf an Speicher für Rechenzentren erhöht. SK-Group-Chef Chey Tae-won sagte im Juli 2026, das Unternehmen müsse nach Möglichkeit eine Fabrik in den USA bauen.
Südkoreas Technologieregeln könnten eine Rolle spielen
Sollte eine mögliche Vereinbarung als nationale Kerntechnologie eingestufte südkoreanische Technik ins Ausland übertragen, wäre sie nach Angaben des südkoreanischen Handelsministeriums nach dem Industrial Technology Protection Act prüfungspflichtig.
Eine solche gesetzliche Prüfung wäre an die konkrete Technologie und die Ausgestaltung des Projekts gebunden. Über eine Genehmigung oder Ablehnung wurde nicht entschieden.
Was SK hynix jetzt sagt
SK hynix erklärte am 16. September 2026, das Unternehmen prüfe verschiedene Möglichkeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit seines Speichergeschäfts zu stärken. Eine konkrete Zusammenarbeit mit einem der genannten Unternehmen und ein US-Produktionsplan seien nicht festgelegt worden.
Damit bleiben die Gespräche auf der Prüfungsstufe. Die nächsten belastbaren Angaben müssten von den beteiligten Unternehmen zu Standort, Speichertyp, Investition und Produktionsmodell kommen.