Im Sommer 2018 lernten wir, wie ein Plattenspieler funktioniert und wie Audio auf Schallplatten gespeichert wird. Ein paar Monate später betrachteten wir eine CD-ROM unter dem Mikroskop: ein wahres Fest aus Punkten und Linien, die Einsen und Nullen symbolisieren. Was passiert, wenn man beide Konzepte kombiniert? Das Ergebnis ist ein „binärer Plattenspieler“, gebaut vom YouTube-Nutzer John Bumstead, der in der Lage ist, Text zu lesen, der auf großen Holzscheiben kodiert ist.

„Binärer Plattenspieler“: Text auf Holzscheiben lesen
Plattenspieler

Einer der interessantesten Aspekte des binären Systems ist, dass wir fast alles verwenden können, um es darzustellen: Lichter, Flaschen, Früchte, Löcher! Lochkarten waren unsere wichtigsten Verbündeten, um Code zu speichern und wiederzugeben, und obwohl sie heute als veraltet gelten, ist ihr Erbe gigantisch. Aber die Karte ist nur ein Format. Jedes Objekt, das Löcher aufnehmen kann, hat das Potenzial, zu einem Speichermedium zu werden, solange es eine Methode gibt, die Informationen später abzurufen. Also, wie wäre es mit einem Plattenspieler? Und ich meine keinen traditionellen: Dieser liest Text.

Der „binäre Plattenspieler“ ist eine Entwicklung von John Bumstead, einem Optikingenieur, der beschloss zu demonstrieren, wie Speichergeräte funktionieren, indem er im Grunde ihre Größe verändert. Die Holzscheiben haben Löcher und „Nicht-Löcher“ (so nennt Bumstead sie), die einen Laser blockieren oder ihn durchlassen, also Nullen bzw. Einsen. Durch diese Kombination kann Bumstead kleine Textproben kodieren, die dann auf einer LED-Matrix wiedergegeben werden, begleitet von MIDI-Noten. Im Durchschnitt speichern seine Scheiben etwa 700 Bits wegen der Größe der Löcher, und das zwingt ihn zu sehr kurzen Nachrichten. Zum Vergleich: Eine herkömmliche CD mit 700 Megabyte speichert acht Millionen Mal mehr Informationen.

Sowohl das Video als auch sein Tutorial auf Instructables erkunden den Bau des Geräts, das komplexer ist, als es scheint (die Prototypenphase war schwierig). Bumstead erklärt, dass er zwei Detektoren benötigt: einen zum Lesen der Informationen und einen, um das Timing nicht zu verlieren (also „die Uhr“). Die Liste der benötigten Materialien ist lang und enthält auch einen Arduino Nano. Trotz seiner natürlichen Schwierigkeiten sind wir überzeugt, dass du das Projekt nachbauen solltest, wenn du die Gelegenheit hast.

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