Bluetooth ist einer der beliebtesten drahtlosen Kommunikationsstandards, aber seine Sicherheit wurde nie als robust angesehen. Der neueste Riss in seiner Rüstung ist BlueBorne, ein neuer Angriffsvektor, der von der Sicherheitsfirma Armis entdeckt wurde und keine Links, seltsame Verbindungen oder manuelle Verbindungen erfordert. Alles, was er braucht, ist, dass der Nutzer auf einem verwundbaren Gerät Bluetooth eingeschaltet lässt.
Sicherheitsnachrichten sind selten gut, wenn sie einen etablierten Standard oder ein Protokoll betreffen. In der Vergangenheit haben wir mehrere Beispiele dafür gesehen, was passieren kann, wenn eine beliebte Technologie kompromittiert wird, aber diesmal nimmt das Risiko eine völlig andere Dimension an. Bluetooth-Unterstützung ist in Milliarden von Geräten integriert, die über Smartphones und Tablets hinausgehen. Desktops, intelligente Systeme in Autos, Fernseher und sogar Kühlschränke verfügen über Bluetooth-Konnektivität. Aus diesem Grund begeistert uns die Entdeckung eines neuen Angriffsvektors nicht sonderlich.
https://www.youtube.com/embed/LLNtZKpL0P8Die Leute von Armis identifizierten BlueBorne, einen Vektor mit dem Potenzial, fast 5,3 Milliarden Bluetooth-Geräte (bei insgesamt 8,2 Milliarden) mit verschiedenen Versionen von Windows, Linux, iOS und Android zu erreichen. Das relevanteste Detail von BlueBorne ist, dass es keine Downloads, keine Klicks auf URLs oder die Verbindung zu verdächtigen Zugangspunkten erfordert, sondern nur, dass der Nutzer Bluetooth eingeschaltet lässt. Der Exploit-Vorgang dauert durchschnittlich weniger als zehn Sekunden und funktioniert auch dann, wenn das angegriffene Gerät mit einem anderen verbunden ist. Armis hat außerdem acht neue 0-Day-Schwachstellen entdeckt, von denen vier als kritisch eingestuft wurden. Ein ausreichend fähiger Angreifer könnte BlueBorne nutzen, um Malware auf einem Gerät einzuschleusen und deren schnelle Verbreitung auf andere Geräte in der Nähe zu ermöglichen, mit einer maximalen Reichweite von zehn Metern.
https://www.youtube.com/embed/Az-l90RCns8Ein positives Detail, das wir aus all dem ziehen können, ist die Antwort der großen Unternehmen. Armis kontaktierte Microsoft im April, und das entsprechende Update für Windows wurde im Juli veröffentlicht (ein Microsoft-Sprecher gab an, dass BlueBorne Windows Phone/Mobile nicht betrifft). Bei Apple sind alle iOS-Geräte mit Version 9.3.5 oder früher anfällig für BlueBorne, ebenso wie AppleTV 7.2.2 oder niedriger. Die Situation ist für Android- und Linux-Nutzer insgesamt viel komplexer. Google hat seine Patches bereits veröffentlicht, der Rest liegt jedoch in den Händen der OEMs, die sich immer Zeit lassen. Armis hat offene Kommunikationskanäle mit dem Sicherheitsteam des Linux-Kernels gepflegt, und die notwendigen Hotfixes sind unterwegs. Zusammenfassend müssen wir unsere Systeme aktualisieren oder, als Alternative bei fehlenden Patches, die Nutzung von Bluetooth minimieren.