Am 9. September 2026 veröffentlichte C4ADS einen Bericht über drei wahrscheinliche Wege, auf denen exportbeschränkte Nvidia-Chips chinesische Endnutzer erreichen könnten: Käufe durch Universitäten und Forschungseinrichtungen, Lieferungen über Südostasien sowie undurchsichtige Unternehmensstrukturen. Die untersuchten Vorgänge stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen und umfassen getrennte Zahlen zu Beschaffungen, Sendungen und Hardwareimporten.

Käufe durch Universitäten und Forschungseinrichtungen

Von Juli 2025 bis Januar 2026 beschafften chinesische Universitäten und Forschungseinrichtungen laut C4ADS mindestens 56 exportbeschränkte Nvidia-Chips im Wert von 1,7 Millionen US-Dollar. C4ADS beschreibt institutionelle Käufe als einen der möglichen Wege zu chinesischen Endnutzern.

50 Sendungen über Südostasien

Für den Zeitraum von 2023 bis 2025 identifizierte C4ADS 50 Ausfuhrsendungen im Wert von rund 13,4 Millionen US-Dollar. Die Lieferwege führten über Vietnam, Indien und Malaysia nach Hongkong und China.

Megaspeed und undurchsichtige Eigentümerstrukturen

C4ADS beziffert die Nvidia-Hardwareimporte von Megaspeed International Pte. Ltd. zwischen 2022 und 2025 auf 4,6 Milliarden US-Dollar. Der Betrag beschreibt den Wert der von dem Unternehmen importierten Nvidia-Hardware. C4ADS zufolge könnten die wirtschaftlich Berechtigten Verbindungen zur Volksrepublik China haben.

Welche Daten C4ADS ausgewertet hat

C4ADS wertete chinesische Regierungsunterlagen, Handelsdaten aus Südostasien und Unternehmensdaten aus. Die Organisation erklärt, ihre Ergebnisse dürften nur einen Teil der Umleitungen erfassen: Die Analyse deckt einen sechsmonatigen Zeitraum bei Regierungsunterlagen ab und berücksichtigt Chips, die in den ausgewerteten Unterlagen und Handelsdaten ausdrücklich genannt werden.

C4ADS empfiehlt, tatsächliche Endnutzer auch über die Prüfung von Sanktionslisten hinaus zu kontrollieren. Dazu zählt die Organisation Vor-Ort-Prüfungen, die Nachverfolgung wirtschaftlicher Eigentümer und Kontrollen nach der Auslieferung.