Vollformatkameras haben oft den Ruf, groß und schwer zu sein – wer die neuesten Vorteile moderner Fotografie nutzen will, muss scheinbar einen Ziegelstein mit sich herumtragen. Die Canon EOS RP zeigt, dass es auch anders geht: Sie ist eine der kompaktesten und leichtesten spiegellosen Vollformatkameras ihrer Generation, liefert eine Bildqualität, die sich nicht verstecken muss, und kostet weniger, als man erwarten würde.
Die Suche nach der „ersten Kamera“ ist anfangs einschüchternd, und die Hersteller tun ihr Übriges, um mit Dutzenden Modellen und Spezifikationen zu verwirren. Genau hier kommt die Canon EOS RP ins Spiel. Auf den ersten Blick wirkt sie wie „eine weitere Canon“, doch bei näherer Betrachtung entpuppt sie sich als ernsthafte Kandidatin für die „erste Kamera“ – oder zumindest als die erste Vollformatkamera für jeden Enthusiasten oder Canon-Fan, der einen zweiten Body sucht.
Canon EOS RP: Zum Genießen entwickelt
Die Canon EOS RP wurde ursprünglich im Februar des vergangenen Jahres angekündigt und verfügt über einen CMOS-Vollformat-Sensor mit 26,2 effektiven Megapixeln, unterstützt durch den DIGIC-8-Bildprozessor. Die ISO-Empfindlichkeit reicht von 100 bis 40.000, mit einer Erweiterung auf 50 bis 102.400 in beide Richtungen. Die Verschlusszeit liegt zwischen 1/4.000 und 30 Sekunden. Das drei Zoll große Display ist berührungsempfindlich und klappbar – bis zu 170 Grad in vertikaler und horizontaler Richtung – und löst mit 1,04 Millionen Bildpunkten auf. Der elektronische Sucher ist ein OLED-Modul mit 2,36 Millionen Bildpunkten und 100 Prozent Abdeckung.
Das Autofokussystem der Canon EOS RP setzt auf Präzision statt Höchstgeschwindigkeit. Insgesamt stehen 143 Phasendetektionsfelder zur Verfügung, die in 4.779 Punkte unterteilt sind. Die Kamera reagiert in den meisten Situationen zuverlässig und unterstützt zusätzlich die Pupillenerkennung. Die Firmware-Version 1.3.0 (die übrigens nicht die neueste ist) brachte zahlreiche Optimierungen für den Autofokus und die Pupillenverfolgung – eine Installation wird ausdrücklich empfohlen.
Die Serienbildgeschwindigkeit ist auf 5 Bilder pro Sekunde begrenzt, oder 4 Bilder pro Sekunde bei kontinuierlichem Autofokus. Das bedeutet: Diese Kamera ist nicht für Action oder Extremsport gemacht. Dafür bietet sie einen unendlichen JPEG-Puffer (technisch gesehen, bis die Karte voll ist) und 50 RAW-Aufnahmen in Folge.
Bei der Bedienung verbiegt die Canon EOS RP einige Regeln und schreibt andere neu. Fast könnte man denken, es handele sich um eine riesige spiegellose Kamera, aber nichts ist weiter von der Realität entfernt. Die EOS RP ist eine der kompaktesten und leichtesten Vollformatkameras dieser Generation – dank einer Kombination aus Polycarbonat und Magnesiumlegierung. Sie bietet einen hervorragenden Griff, eine berührungsempfindliche Bedienung, die nie unangenehm wird, und gut platzierte Tasten mit zwei Einstellrädern, die mit dem rechten Daumen leicht erreichbar sind. Nur sehr große oder adaptierte Objektive könnten das Handling etwas erschweren, aber das ist kein ernsthaftes Problem.
Beim Moduswahlrad bietet die Canon EOS RP eine erweiterte Version gegenüber anderen Kameras des japanischen Herstellers. Es gibt einen Bereich mit Full Auto und speziellen Szenenmodi „SCN“ (insgesamt zwölf) sowie einen kreativen Bereich mit Flexible Priority „Fv“, Programm AE „P“, Blendenpriorität „Av“, Verschlusspriorität „Tv“, Manuell „M“, Bulb „B“, Film sowie drei benutzerdefinierten Speicherplätzen „C1-C2-C3“. Weitere Details finden Sie im Handbuch.
Video: Kompromisse inklusive
Die gute Nachricht: Die Kamera kann 4K mit 24p und einer Bitrate von 120 Megabit pro Sekunde aufnehmen. Die schlechte: Die endgültige Qualität liegt ein paar Stufen unter anderen Modellen. Die Kamera beschneidet das Sensorformat erheblich für 4K und deaktiviert das Dual-Pixel-System, sodass man auf Kontrastdetektion zurückgreifen muss.
Interessanter wird es bei 1080p, besonders nach dem Firmware-Update 1.4.0, das 1080p24 unterstützt (Canon vergisst das immer wieder, und wir verstehen nicht warum). Dieser Videomodus nutzt die volle Sensorbreite und mit der Kombination aus Dual Pixel und elektronischer Stabilisierung kann man anständiges Filmmaterial erzielen. Trotzdem ist die Botschaft klar: Video ist für die Canon EOS RP keine Priorität.
Preis und Zubehör
Der Preis für das Gehäuse der Canon EOS RP liegt derzeit bei etwa 1.300 Euro, aber Interessenten können rund 200 Euro sparen, wenn sie den Weg über Amazon Warehouse wählen. Der eigentliche Aufpreis steckt im Kit mit einem 24-240-Objektiv, das auf durchschnittlich 2.000 Euro steigt. Zum Glück helfen Adapter, und die übrigen Accessoires bleiben preiswert.
Akkus und Stromversorgung
Der Akku schafft 250 Aufnahmen pro Ladung. Die Akkulaufzeit ist eine der größten Schwächen der Canon EOS RP. Ein USB-C-Powerbank kann zwar zur Not Energie liefern, aber die beste Strategie ist ein zweiter Akku. Das Modul LP-E17 ist weit verbreitet und kostet weniger als 55 Euro.
Stative
Bei der Suche nach einem Stativ für Canon EOS RP sollte man die Möglichkeit berücksichtigen, verschiedene Objektive ohne Balanceprobleme zu adaptieren. Alle Wege führen zum Klassiker dieser Rubrik, dem Gloxy GX-T6662A. Mit 10 Kilogramm maximaler Tragkraft, 1,6 Metern Arbeitshöhe und einem Design aus Aluminiumlegierung bietet das Stativ eine attraktive Kombination aus Robustheit, Komfort und Transportfreundlichkeit. Wer es kompakter mag, sollte zum Clampod Takeway T2 greifen – mit 40 Kilogramm Grenze, beeindruckendem Grip und nur 200 Gramm Gewicht.
Taschen und Rucksäcke
Aus technischer Sicht ist die Canon EOS RP nicht gegen Wetter abgedichtet. Die gute Verarbeitung verhindert, dass dies zum großen Problem wird, aber das ist keine Freikarte für Nachlässigkeit. Ein guter Transport ist Pflicht: Der Rucksack Gloxy Pro AW ist in drei Größen erhältlich, mit gepolsterter und veränderbarer Innenausstattung sowie zusätzlicher wasserdichter Hülle. Wenn ein Rucksack nicht praktisch ist, ist die Tasche Vanguard Discover 22 die richtige Wahl – mit Platz für Gehäuse, Blitz, zwei Objektive, ein Tablet und weiteres Zubehör.
Speicherkarten
Die Canon EOS RP hat keine großen Ansprüche an die Schreibgeschwindigkeit. Beim Kauf einer kompatiblen Speicherkarte kann man also ein paar Euro sparen oder in ein Modell mit großer Kapazität investieren. Heute haben wir beide Optionen. Die SanDisk Extreme mit 64 Gigabyte liest mit 90 MB/s und schreibt mit 40 MB/s – für unter 25 Euro. Die SanDisk Extreme Pro mit 256 Gigabyte ist ideal für Fotos und Videos, mit V30-Zertifizierung und 90 MB/s Schreibgeschwindigkeit. Die passenden Produkte finden Sie unter den SKUs "IM713363821,IM713363808".
Zubehör und Reinigung
Selbst das beste Foto kann von einem unerwarteten visuellen Trick abhängen. Wenn Sie mit Ihrer Canon EOS RP experimentieren möchten, ist eine PhotoBall K9 eine großartige Ergänzung. Sie ist in zwei Größen erhältlich, mit einwandfreier optischer Qualität, und liefert wunderschöne Bilder, besonders im Freien. Nach der Session ist Pflege angesagt: Das Gloxy-6-in-1-Set ist ein starker Begleiter und bietet alles Nötige zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Reisende, Blogger, Enthusiasten, Einsteiger, Canon-Fans mit Wunsch nach einem zweiten Body – auf alle zielt die Canon EOS RP. Sie hat Kompromisse und Einschränkungen, niemand behauptet, sie sei perfekt. Aber sie ist einfach zu bedienen, bequem, leicht und trägt das Canon-Vertrauen, das man nie ignorieren kann. Außerdem ist die Zeit auf unserer Seite: Mit jedem Monat wird ihr Preis sicherlich etwas sinken. Viel Glück!