Canonical veröffentlicht Ubuntu 26.10 (Stonking Stingray) am 15. Oktober 2026. Die Zwischenversion erhält neun Monate Wartungs- und Sicherheitsupdates bis Juli 2027. Wer von Ubuntu 26.04 aktualisieren möchte, muss allerdings andere Bedingungen beachten als jemand, der ein Installations-Image herunterlädt: Canonical knüpft das Upgrade-Angebot an eine bestimmte Benachrichtigungseinstellung und schließt zum Start Systeme mit TPM-gestützter vollständiger Festplattenverschlüsselung aus. Canonical bestätigt das Veröffentlichungsdatum und die Upgrade-Bedingungen.

Welche Images Canonical anbietet und was der Desktop braucht

LibreByte zeigt auf Spanisch die Ubuntu-Downloadseite und die Release Notes zu Ubuntu 26.10

Canonical listet zwei Desktop-Images: 5,9 GB für Intel- und AMD-Systeme mit 64-Bit-Architektur (amd64) sowie 4,3 GB für ARM64-Systeme. Als Mindestanforderungen für den Desktop nennt Canonical einen Dual-Core-Prozessor mit mindestens 2 GHz, 6 GB Arbeitsspeicher und 25 GB freien Speicherplatz. Die Ubuntu-Downloadseite führt beide Images und die Systemanforderungen auf.

Desktop-ImageArchitekturDownloadgröße
Intel/AMD 64-Bitamd645,9 GB
ARM 64-Bitarm644,3 GB

Bei der ARM64-Installation auf Laptops mit Snapdragon X1 kann die eingebaute Tastatur unbenutzbar sein. Canonical empfiehlt deshalb, während der Installation eine externe USB-Tastatur anzuschließen.

Linux 7.3, GNOME 51 und die neuen Systemfunktionen

Ubuntu 26.10 enthält GNOME 51 und Linux 7.3. Das Kernel-Image der Veröffentlichung trägt die Ubuntu-Versionsnummer 7.3.0-9.9 und basiert auf dem Upstream-Release-Kandidaten 7.3-rc6; die endgültige Upstream-Version 7.3 stand zum allgemeinen Veröffentlichungszeitpunkt noch aus. Canonicals Release Notes erläutern den Kernelstand und die Änderungen.

Zum Kontext: NeoTeo berichtete bereits über die Ubuntu-26.10-Beta mit Linux 7.3 als Release Candidate. In der nun veröffentlichten Version verwenden die Standard-Coreutils die Rust-basierte Implementierung uutils; dazu gehören cp, mv und rm. Auch dbus-broker ist jetzt der Standard für die System- und benutzerspezifischen Sitzungsbusse.

Das App Center bündelt Detailansichten für Snap- und Debian-Pakete, bietet eine eigene Grafiktreiberseite und kann Codecs für eine einmalige Wiedergabe bei Bedarf installieren. Welche Treiberoptionen erscheinen, hängt von der Hardware und den aktivierten Softwarequellen ab; manche hochwertigen Codecs sind proprietär. Ubuntu 26.10 erweitert außerdem die Authentifizierungsintegration mit Microsoft Entra ID.

Myna ist eine frühe Vorschau für Sprache-zu-Text, nicht vorinstalliert und verarbeitet die Transkription lokal, ohne Audio an einen Netzwerkdienst zu senden. Für TPM-gestützte vollständige Festplattenverschlüsselung auf Geräten ohne Hardware-Root-of-Trust muss der TPM-gestützte Schlüssel zusätzlich mit einer PIN oder Passphrase geschützt werden.

Upgrade von Ubuntu 26.04: Diese Bedingungen gelten

Canonical kündigt für Nutzerinnen und Nutzer von Ubuntu 26.04 ein automatisches Upgrade-Angebot an, wenn sie Benachrichtigungen für alle Ubuntu-Versionen statt nur für LTS-Versionen aktiviert haben. Systeme mit TPM-gestützter vollständiger Festplattenverschlüsselung können zum Start nicht auf 26.10 aktualisieren. Canonical rechnet damit, diesen Upgrade-Pfad im Laufe des Lebenszyklus von Ubuntu 26.10 freizuschalten.

Ein veröffentlichtes Installations-Image bedeutet also nicht, dass der Wechsel von einer bestehenden Installation unter denselben Bedingungen angeboten wird. Wer die TPM-gestützte Verschlüsselung nicht nutzt, sollte prüfen, ob in den Systemeinstellungen Benachrichtigungen für alle Versionen ausgewählt sind.

Weitere dokumentierte Installations- und Upgradeprobleme

Canonical nennt in den Release Notes einige Probleme, die bestimmte Konfigurationen oder Geräte betreffen:

  • Ein verwaister symbolischer Link unter /lib32 kann ein Upgrade stoppen.
  • Bestimmte ältere GRUB-Anpassungen können bei TPM-gestützter Festplattenverschlüsselung zu Startproblemen führen.
  • Auf manchen Laptops mit zwei AMD-Grafikprozessoren kann die Anzeige einfrieren.
  • Bei manchen Intel-AX211-Systemen kann die WLAN-Verbindung instabil sein.