Check Point Research (CPR) meldete in seinem Bericht vom 15. Oktober 2026 mehr als 740.000 E-Mails der Kalender-Phishing-Kampagne in den ersten zwei Oktoberwochen. Am 8. Oktober seien es fast 200.000 gewesen. Die CPR-Zahlen beziehen sich auf E-Mail-Aufkommen: CPRs Erkennungsdienst markierte außerdem mehr als 302.386 eindeutige Phishing-Mails unter den E-Mails seiner Kunden, die an mehr als 40.000 Organisationen gingen. Das sind keine Zahlen bestätigter Kontoübernahmen.
CPR registrierte ab dem 25. September einen deutlichen Anstieg und beobachtete am 15. Oktober noch Kampagnenaktivität. Für aktive Tage meldete das Unternehmen durchschnittlich mehr als 8.319 E-Mails. Außerdem zählte CPR über 33.890 Absenderdomains und mehr als 247.270 eindeutige Absenderadressen.
Wie die Kalender-Köder funktionieren
Die Kampagne sollte Microsoft-Kontodaten abgreifen. CPR beschreibt dafür zwei Wege: gültige .ics-Kalenderdateien als Anhang und Links, die als Kalendereinladung erscheinen. Eine .ics-Datei enthält gültige Kalenderdaten; laut CPR missbraucht der Köder Kalenderfunktionen und das Vertrauen in Einladungen, statt eine Softwarelücke auszunutzen.
Welche Melde- oder Löschaktion passt?
Die passende Funktion hängt davon ab, ob du eine E-Mail, einen Kalendereintrag oder einen abonnierten Kalender bearbeiten willst. Microsoft und Apple nennen dafür unterschiedliche Wege:
| Produkt oder Eintrag | Aktion | Geltungsbereich |
| Nachricht in Outlook.com | Nachricht auswählen, dann Melden > Phishing melden. Microsofts Anleitung | Die Meldung blockiert den Absender nicht automatisch. |
| Kalendereintrag im klassischen Outlook für Microsoft 365 | Melden verwenden. Microsofts Hinweise zur Kalenderfunktion | Ab Version 2512, Build 19530.20000, zunächst in Current Channel Preview und Current Channel; weitere Office-Kanäle erhalten die Funktion, sobald sie diesen oder einen neueren Build bekommen. |
| Ereignis in Apple Kalender auf dem iPhone | Unerwünschtes Ereignis löschen; ein Ereignis von einem unbekannten Kontakt lässt sich als Junk melden. Bei einem unerwünschten Kalender in der Kalenderliste auf die Infotaste tippen und Kalender löschen oder Abonnement beenden wählen. Apples Anleitung | Für iOS 26 oder neuer. |
Outlook.com-Meldungen betreffen Nachrichten, die Outlook-Funktion für Kalendereinträge dagegen bestimmte Microsoft-365-Abonnement-Builds. Apple unterscheidet zwischen einem einzelnen Ereignis und einem abonnierten Kalender. Die jeweilige Aktion richtet sich also danach, was tatsächlich in deinem Posteingang oder Kalender auftaucht.
Was eine eigene Absenderadresse bedeutet
Eine Einladung, die scheinbar von deiner eigenen Adresse kommt, beweist nicht, dass dein Konto sie verschickt hat: Absenderadressen lassen sich fälschen. Microsoft nennt in Outlook außerdem ein Fragezeichen als möglichen Hinweis, wenn der Absender nicht authentifiziert werden kann, und den Zusatz „via“, wenn die tatsächliche Absenderadresse von der angezeigten abweicht. Keiner dieser Hinweise allein belegt, dass eine Nachricht bösartig ist. Microsoft erläutert die Absenderhinweise.
Bei einer ungewöhnlichen Aktivitätsmeldung empfiehlt Microsoft, die letzten Kontoaktivitäten direkt aufzurufen und erfolgreiche Anmeldungen sowie Sicherheitsüberprüfungen zu prüfen. Die Microsoft-Anleitung zum Kontoschutz beschreibt diesen Weg unabhängig von einem Link in der Nachricht.