Ein Forschungsteam mit Beteiligung von China Information and Communication Technologies (CICT), Peng Cheng Laboratory und FiberHome Fujikura Fiber Optic Technology Co., Ltd. meldete eine Übertragungsrate von 3,2 Petabit pro Sekunde über 10,3 Kilometer experimenteller Glasfaser mit 24 Kernen. Die angegebene Rate umfasst die Übertragung in beide Richtungen in Echtzeit.
Was die 3,2 Pb/s im Versuch bedeuten
Die 3,2 Pb/s sind die Gesamtkapazität des bidirektionalen Tests, keine Rate für eine einzelne Richtung. Die Übertragung lief über eine 24-Kern-Faser. Die Forschenden kombinierten dabei räumliches Multiplexing, das mehrere Faserkern-Übertragungswege nutzt, mit Wellenlängenmultiplexing, das mehrere Lichtwellenlängen parallel überträgt.
Laut The Paper hatte dasselbe Team im März 2026 bereits 2,5 Pb/s in Echtzeit und in beide Richtungen erreicht. Der nun gemeldete Wert liegt rechnerisch 28 Prozent darüber.
Wie Kerne, Wellenlängen und Signalverarbeitung zusammenspielen
Im Versuch kamen Kanäle in den S-, C- und L-Bändern zum Einsatz. Laut The Paper nutzte das Team kommerzielle kohärente optische Module. Solche Module verarbeiten Lichtsignale mit genauer Kontrolle ihrer Phase und Amplitude. Der Bericht nennt außerdem eine höherstufige probabilistische Signalformung und eine optimierte Anordnung der Faserkern-Zentren, die das Übersprechen zwischen den Kernen verringern sollte.
Diese technischen Angaben beschreiben den Versuchsaufbau. Der Einsatz kommerzieller Module macht aus der experimentellen 24-Kern-Faser noch keinen kommerziellen Anschluss.
Warum der Vergleich mit NICT anders ausfällt
Die japanische Forschungseinrichtung National Institute of Information and Communications Technology (NICT) berichtete 2025 über eine andere Art von Versuch: 1,02 Pb/s über 1.808 Kilometer mit einer gekoppelten 19-Kern-Faser. Die beiden Ergebnisse betreffen unterschiedliche Distanzen und Faseraufbauten.
| Versuch | Gemeldete Rate und Umfang | Strecke | Faser | Schwerpunkt |
| Forschungsteam in China | 3,2 Pb/s, bidirektional in Echtzeit | 10,3 km | Experimentelle 24-Kern-Glasfaser | Gesamtkapazität einer kurzen Übertragungsstrecke |
| NICT, 2025 | 1,02 Pb/s | 1.808 km | Gekoppelte 19-Kern-Glasfaser | Langstreckenübertragung |
Die höhere Rate des China-Tests beantwortet nicht dieselbe Frage wie NICTs Langstreckenversuch. Bei solchen Messungen gehören Übertragungskapazität, Distanz und Faseraufbau zusammen; die Zahlen allein ergeben keinen direkten Leistungsvergleich.
Die Rechnung mit 295 Exabyte ergibt gut acht Tage
Als Größenvergleich dient die Schätzung, dass die weltweite Speicherkapazität 2007 bei 295 Exabyte lag. Bei dezimalen Einheiten entsprechen 3,2 Pb/s rechnerisch 400 Terabyte pro Sekunde. 295 Exabyte sind 295.000.000 Terabyte. Daraus folgt:
295.000.000 TB ÷ 400 TB/s = 737.500 Sekunden, also 8 Tage, 12 Stunden, 51 Minuten und 40 Sekunden.
Das ist eine idealisierte Rechnung mit den genannten Größen, keine tatsächlich ausgeführte Übertragung.
Mögliche Anwendungen liegen in der Netzinfrastruktur
The Paper nannte Verbindungen zwischen großen Rechenzentren, Backbone-Netze und künftige 6G-Netze als mögliche Einsatzfelder. Das sind Anwendungen für die Netzinfrastruktur. Der berichtete 10,3-Kilometer-Versuch war eine Forschungsdemonstration und kein Anschlussangebot für Privathaushalte.