Nach der Störung vom 8. Oktober 2026 fielen die Anfragen aus Yandex.Cloud an einen Glücksspielanbieter auf null. Zugleich beobachtete Cloudflare bei anderen russischen Hosting-Netzen Anfragen mit passenden Merkmalen. Die am 14. Oktober veröffentlichte Analyse von Cloudflare beschreibt den Befund für diesen einzelnen Kunden; sie ordnet die beobachtete Automatisierung als Verlagerung zwischen Anbietern ein.
NeoTeo hatte den gemeldeten Rückgang des Yandex-Netzwerkverkehrs bereits eingeordnet. Cloudflares Analyse ergänzt diesen Blick um die übereinstimmenden Anfragemuster bei anderen Hostern.
Woran Cloudflare die passenden Anfragen erkannte
Cloudflare verglich drei Merkmale: denselben JA4-TLS-Fingerabdruck, ungewöhnliche Anfragepfade und HTTP-Header sowie angepasste User-Agent-Zeichenfolgen. JA4 ist ein Fingerabdruck, der Eigenschaften des TLS-Clients erfasst. Eine ASN, kurz für „Autonomous System Number“, ist die Kennnummer eines autonomen Systems im Internet.
Cloudflare beobachtete passende Anfragen aus den Netzen von Radist und Selectel, nachdem die Anfragen aus Yandex.Cloud für den Glücksspielkunden auf null gefallen waren. Diese Ähnlichkeiten stützen Cloudflares Einordnung als Verlagerung der beobachteten Automatisierung.
Für russische Bot-Anfragen an Glücksspielkonten insgesamt meldete Cloudflare 167,7 Millionen vor dem Ereignis und 170,1 Millionen während der Ereigniswoche. Das entspricht dem von Cloudflare angegebenen Anstieg um 1,4 Prozent. Diese Gesamtwerte beziehen sich auf Anfragen an Glücksspielkonten und sind nicht die Zahl für den einzelnen Kunden aus dem Verlagerungsbeispiel.
Yandex Search und Yandex.Cloud hatten unterschiedliche Profile
Cloudflare ordnete den beiden Netzwerken unterschiedliche Funktionen und Automatisierungsmuster zu:
| Netzwerk | Funktion | Von Cloudflare beobachtetes Profil |
| Yandex Search (AS13238) | Suchdienst | 99,5 Prozent der Anfragen waren automatisiert; 93,6 Prozent der Bot-Anfragen galten als verifiziert. |
| Yandex.Cloud (AS200350) | Cloud-Netzwerk | Rund 95 Prozent der bewerteten Anfragen waren Bots; keine der beobachteten Bot-Anfragen war verifiziert. |
Im Ereigniszeitraum lag der Bot-Traffic aus Yandex.Cloud laut Cloudflare rund 40 Prozent niedriger. Auch die WordPress-Plugin-Suche nach Schwachstellen ging um 90 Prozent zurück; scanner-identifizierte Anfragen sanken um 93 Prozent. Cloudflare beschreibt daneben erfolgreiche softwarebezogene Anfragen. Die Einstufung als nicht verifiziert bezeichnet daher nicht automatisch bösartige Aktivität.
Was die Messwerte über Social Media aussagen
Cloudflares Bot-Daten erfassen automatisierte HTTP-Anfragen an Websites in seinem Netzwerk. Sie messen damit nicht direkt die gesamte Aktivität auf sozialen Plattformen. Für den von Cloudflare gemessenen Social-Media-Verkehr sowie Stichproben von Endpunkten für Posts, Antworten und Likes meldete das Unternehmen im Ereigniszeitraum keine unerwartete Verschiebung.
Cloudflare erklärte, seine Daten reichten nicht aus, um einen Zusammenhang zwischen der Störung und Manipulation in sozialen Medien abschließend zu beurteilen. Dafür wären auch Daten außerhalb des eigenen Netzwerks nötig.