Am 5. Oktober 2026 stellte David Vernet auf der Linux Plumbers Conference in Prag einen überarbeiteten Vorschlag für AMD P-State vor. Ein dynamischer Governor soll darin die Energy Performance Preference (EPP) für kürzlich aktive CPU-Kerne steuern. Der Entwurf zielt auf gleichmäßigere Framezeiten und kürzere Ladezeiten bei Spielen auf dem Steam Deck und anderen AMD-Systemen.

Der Vorschlag für einen dynamischen EPP-Governor

Ein Governor ist eine Steuerungslogik, die die Leistungsregelung eines Prozessors beeinflusst. Vernets überarbeiteter Entwurf sieht vor, dass ein dynamischer Governor EPP anpasst, statt die Auslastung mit einer festen Heuristik direkt im AMD-P-State-Treiber auszuwerten.

Die Änderung folgt auf Rückmeldungen zum früheren Treiberansatz. Im Mittelpunkt steht die Steuerung für kürzlich aktive Kerne: Der Governor soll EPP dynamisch setzen, um auf wechselnde Auslastung zu reagieren. Vernet stellte den Ansatz als Vorschlag vor.

Wie AMD P-State und EPP zusammenarbeiten

AMD P-State ist ein Linux-Treiber zur Leistungssteuerung unterstützter AMD-Prozessoren. Er nutzt CPPC, die Schnittstelle, über die das Betriebssystem Leistungsanforderungen und Energie-Leistungspräferenzen an den Prozessor übermittelt.

EPP ist dabei ein Hinweis an die Firmware, Leistung oder Energieeffizienz stärker zu gewichten. Der dokumentierte Zahlenbereich reicht von 0 bis 255: Niedrige Werte bevorzugen Leistung, hohe Werte Energieeinsparung. Wie sich ein Wert konkret auswirkt, hängt von der jeweiligen Plattform ab.

Damit AMD P-State starten kann, benötigt das System einen gültigen ACPI-_CPC-Eintrag. Ist die Initialisierung nicht möglich, kann der Kernel auf acpi-cpufreq zurückfallen.

Vom früheren Treiberansatz zum Governor

Der frühere RFC-Entwurf setzte auf eine Auslastungsheuristik im Treiber. Er prüfte einen Kern höchstens alle 10 ms; ab einer Auslastung von 50 Prozent sollte EPP auf 0 gesetzt werden. Der Boost sollte bestehen bleiben, bis 300 ms lang keine weitere entsprechend ausgelastete Probe eintraf.

Diese Werte beschreiben den früheren Entwurf. Die überarbeitete Idee verlagert die EPP-Steuerung in einen dynamischen Governor; die konkreten Schwellen und Zeitwerte des älteren Ansatzes sind damit nicht automatisch Teil des neuen Vorschlags.

Die Gaming-Ziele des Entwurfs

Der Vorschlag richtet sich auf Frame-Time-Spitzen und Ladezeiten bei Spielen auf dem Steam Deck sowie auf anderen AMD-Systemen. Das sind die Ziele des Entwurfs, keine Ergebnisse einer Messung mit dem überarbeiteten Governor. Für Linux-Spieler ist der entscheidende Unterschied also der Ansatz: EPP soll dynamisch über einen Governor gesteuert werden, statt über die frühere, direkt im Treiber angesiedelte Auslastungsheuristik.