Ja, wir haben es uns schon mehr als einmal vorgestellt: Unser Leben ohne digitale Präsenz weiterzuführen. Schluss mit sozialen Netzwerken, vergessenen Konten, verlassenen Benutzerprofilen und so weiter. Das Problem ist, dass die Verantwortlichen all dieser Dienste es sehr schwierig (und manchmal unmöglich) machen, Konten zu schließen, es sei denn, wir bekommen etwas Hilfe. Genau hier kommt Deseat.me ins Spiel, ein neuer Dienst, der anhand eines Google-Kontos alle unsere Hinterlassenschaften analysiert und Links bereitstellt, um sie loszuwerden.

Deseat.me: Ein Dienst, der dir hilft, aus dem Web zu »verschwinden«
Deseat.me

Alle grundlegenden Sicherheitsrichtlinien empfehlen, für jeden Dienst ein anderes Passwort zu verwenden, aber die E-Mail-Adresse wird für alle wiederverwendet. Wie zu erwarten ist, bleibt deine E-Mail nicht privat und anonym gespeichert, sondern landet irgendwann auf einer Liste, sei es, weil der Dienst gehackt wurde oder weil die Nutzungsbedingungen es erlauben. Die Konten bleiben verlassen, und du fragst dich Tag für Tag, woher dieser Spam kommt, der wie ein Fluss fließt. Der Punkt ist, dass unsere Spuren im Web größer sind, als wir uns vorstellen. Persönlich habe ich mich auf Dutzenden von Portalen angemeldet, nur um sie ein- oder zweimal zu nutzen, und ich vergesse sie nach kurzer Zeit. Der digitale Müll häuft sich an, aber es gibt einige Mechanismen, die helfen, ihn zu beseitigen. Deseat.me ist einer davon.

Deseat.me: Ein Dienst, der dir hilft, aus dem Web zu »verschwinden«
Deseat.me erkennt Konten schnell, überlässt den Rest der Arbeit aber uns.

So funktioniert Deseat.me

Deseat.me arbeitet mit einem Google-Konto, daher musst du dem Portal die notwendigen Berechtigungen erteilen, damit es deine Adresse analysieren und in seinen Datenbanken suchen kann. Innerhalb von Sekunden zeigt es alle gefundenen Referenzen an, und von dort aus musst du angeben, welche Konten du löschen möchtest und welche du behalten willst. Allerdings erkennt Deseat.me auch alte Referenzen, das heißt, es kann nicht wissen, ob ein Konto bereits gelöscht wurde oder nicht. Ein Beispiel während meiner Bewertung war Tumblr: Deseat.me fand Registrierungsinformationen in meiner E-Mail, aber das Konto wurde vor Jahren geschlossen.

Die Grenzen von Deseat.me

Die eigentliche Herausforderung von Deseat.me teilt sich in zwei Teile. Zum einen ist der Automatisierungsgrad beim Löschen von Konten gleich null, was bedeutet, dass du jedes Konto manuell überprüfen und löschen musst. Zum anderen gibt es viele Portale und Dienste, über die Deseat.me keine Informationen hat. Dies ist eine laufende Arbeit, und etwas Geduld ist erforderlich. Kurz gesagt: Deseat.me ist nicht ideal, um unsere Präsenz aus dem Web zu löschen, aber es geht in die richtige Richtung.