DiskFiltration: Methode zum Datendiebstahl über Festplattengeräusche
DiskFiltration

Forscher der Ben-Gurion-Universität in Israel haben einen neuen Weg gefunden, Daten aus einem Computer zu extrahieren – sogar wenn er nicht mit dem Internet verbunden ist. Die Methode namens DiskFiltration nutzt die Geräusche der Festplatte, um vertrauliche Informationen zu stehlen.

So funktioniert DiskFiltration

DiskFiltration übernimmt die Kontrolle über den Lesekopf der Festplatte, der ähnlich wie der Arm eines Plattenspielers arbeitet. Diese Bewegungen erzeugen Geräusche, die Passwörter, kryptografische Schlüssel und andere vertrauliche Daten an ein nahegelegenes Mikrofon übertragen. Im folgenden Video sehen Sie, wie DiskFiltration mit dem Mikrofon eines Smartphones funktioniert:

DiskFiltration nutzt die akustischen Signale, die von der Festplatte des Computers ausgehen, um Daten zu sammeln. Die Methode hat eine Reichweite von zwei Metern und eine Geschwindigkeit von 180 Bits pro Sekunde – schnell genug, um einen 4096-Bit-Schlüssel in etwa 25 Minuten zu stehlen. Das mag langsam erscheinen, aber die gestohlenen Daten können so wertvoll sein, dass ein Benutzer völlig verwundbar wird. Wichtig ist, dass die Zielcomputer bereits mit Malware infiziert sein müssen.

Schutz vor Datenlecks

Ein weiterer Punkt ist, dass das Empfangen der übertragenen Geräusche nicht sehr effizient ist, da andere Prozesse störende Geräusche erzeugen können, die die Übertragung von DiskFiltration beeinträchtigen. Um Datenlecks zu verhindern, ist es am effektivsten, Festplatten durch SSDs zu ersetzen, da diese nicht mechanisch sind und praktisch keine Geräusche erzeugen. Alternativ können Sie die Signale der Festplatte mit statischem Rauschen stören oder die Computer von Smartphones und anderen Geräten mit Mikrofon isolieren.

Offizielle Website: Ars Technica