DoorDash und Maplebear Inc., die unter dem Namen Instacart auftritt, vereinbarten am 29. Oktober 2026 eine Übernahme mit einem Eigenkapitalwert von rund 17 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss ist für Ende 2027 oder das erste Halbjahr 2028 angepeilt und hängt von mehreren Genehmigungen und weiteren Bedingungen ab. Für jede Instacart-Aktie sind drei Formen der Gegenleistung vorgesehen: Bargeld, DoorDash-Aktien oder eine Kombination aus beidem. Die Unternehmen veröffentlichten die Vereinbarung und ihre Bedingungen.
Was die Vereinbarung für Instacart-Aktionäre vorsieht
Aktionäre können für jede Instacart-Aktie eine von drei Gegenleistungen wählen:
| Wahlmöglichkeit | Gegenleistung je Instacart-Aktie | Zuteilungsbedingung |
| Bargeld | 65 US-Dollar | Unterliegt der vereinbarten Gesamtaufteilung aus Bargeld und Aktien. |
| DoorDash-Aktien | 0,3372 DoorDash-Aktien | Die Aktienkomponente ist auf höchstens 25 Prozent der gesamten Gegenleistung begrenzt; bei zu vielen Wahlen wird sie anteilig gekürzt. |
| Kombination | 48,75 US-Dollar und 0,0843 DoorDash-Aktien | Unterliegt ebenfalls der Obergrenze für die Aktienkomponente und einer möglichen anteiligen Kürzung. |
Insgesamt sollen mindestens 75 Prozent der Gegenleistung in bar erfolgen. Der Anteil der DoorDash-Aktien darf höchstens 25 Prozent betragen. Die angekündigten Optionen sind also keine voneinander unabhängigen Zusagen: Wenn mehr Aktionäre Aktien wählen, als die Obergrenze zulässt, wird die Aktienzuteilung anteilig gekürzt.
DoorDash bezifferte den Preis je Instacart-Aktie auf 65 US-Dollar. Das entspricht nach Angaben der Unternehmen einem Aufschlag von 26 Prozent gegenüber dem Schlusskurs der Instacart-Aktie am 22. Oktober 2026. Aktionäre, die zusammen rund 19 Prozent der ausstehenden Instacart-Aktien halten, vereinbarten, für die Transaktion zu stimmen.
Welche Bedingungen vor dem Abschluss noch gelten
DoorDash peilt den Abschluss für Ende 2027 oder das erste Halbjahr 2028 an. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der Instacart-Aktionäre, das Ende oder die Aufhebung der Wartefrist nach dem US-Kartellrecht sowie weitere behördliche Genehmigungen, auch in Kanada und Israel. Hinzu kommen übliche Abschlussbedingungen.
DoorDash will den Barkaufpreis mit vorhandenen Barmitteln und Fremdkapital finanzieren. JPMorgan Chase hat dafür eine unbesicherte Überbrückungsfinanzierung mit einer Laufzeit von 364 Tagen zugesagt. Die Vereinbarung ist laut den Unternehmen nicht an eine Finanzierungsbedingung geknüpft.
Was sich für App, Händler und Shopper ändern könnte
Bis zum Abschluss wollen die Unternehmen getrennt und unabhängig voneinander weiterarbeiten. Danach erwartet DoorDash, die Marke Instacart, die App und die Technologieprodukte für Geschäftskunden beizubehalten. Die angekündigten Pläne beschreiben eine mögliche spätere Ausgestaltung, keine bereits umgesetzten Änderungen.
DoorDash stellt Instacart-Kunden Zugang zu mehr als 50.000 zusätzlichen Geschäften in Aussicht. Auf der Plattform waren laut Unternehmen bereits knapp 100.000 Geschäfte vertreten. Außerdem schätzen die Unternehmen, dass eine gemeinsame Mitgliedschaft für DashPass und Instacart+ den Mitgliedern zusammen jährlich 100 Millionen US-Dollar an Mitgliedsbeiträgen ersparen könnte.
Für Lebensmittelhändler soll die Plattform offen bleiben: Lokale Händler sollen mit jedem Lieferdienst zusammenarbeiten können. Instacart-Shopper sollen bestimmte bestehende Funktionen behalten, darunter die Flexibilität bei ihrem Arbeitsumfang und Informationen zur Auswahl von Aufträgen. Außerdem sollen sie wählen können, ob sie DoorDash-Aufträge annehmen oder ausschließlich Instacart-Aufträge erledigen.
Wer fordert, die Übernahme zu blockieren
Das American Economic Liberties Project forderte am 29. Oktober 2026 die US-Handelsbehörde FTC oder eine Generalstaatsanwaltschaft eines Bundesstaats auf, die geplante Übernahme zu blockieren. Das ist die Position der Interessenorganisation; sie ist keine Entscheidung einer Wettbewerbsbehörde. Das Projekt veröffentlichte seinen Aufruf am Tag der Vereinbarung.