POLITICO berichtete am 6. Oktober 2026, Ecosia-Chef Christian Kroll habe einen Wechsel weg von Mistral hin zu offenen KI-Modellen angekündigt und eine Partnerschaft mit der deutschen KI-Plattform Melious genannt. Ecosias am 9. Oktober aktualisierte Hilfe-Seite beschrieb zugleich weiterhin einen Mix aus Mistral und Open-Weight-Modellen und nannte Mistral Small 3.2 für AI Overviews. POLITICO berichtete über Krolls Ankündigung; Ecosias Hilfe-Seite führte die spätere Modellbeschreibung auf.
Was Ecosia zum Wechsel ankündigte
Kroll kündigte gegenüber POLITICO an, Mistral zugunsten offener Modelle abzulösen und dafür mit Melious zusammenzuarbeiten. Zu den von POLITICO als bei Melious gehostet genannten Modellen gehörten Qwen, GLM und Kimi; Kroll schloss auch in China entwickelte Modelle ein. Korben ordnete die Änderung den Suchzusammenfassungen und dem Chatbot zu. (POLITICO; Korben)
Ecosias Hilfe-Seite beschrieb am 9. Oktober die Nutzung von Mistral neben Open-Weight-Modellen. Für AI Overviews nannte das Unternehmen Staan über European Search Perspective (EUSP) und das Modell Mistral Small 3.2. Damit stehen die Ankündigung und Ecosias spätere Beschreibung eines gemischten Modellangebots nebeneinander.
Welche Gründe Kroll für den Wechsel nannte
Kroll kritisierte gegenüber POLITICO die Qualität der Mistral-Modelle und sagte, sie lägen seiner Einschätzung nach ein Jahr hinter der Konkurrenz. Außerdem schilderte er wiederkehrende technische Probleme, darunter überlastete Mistral-Server. Ecosia sei für Mistral schlicht ein zu großer Kunde gewesen, sagte Kroll.
Für die Zusammenarbeit mit Melious bezifferte Kroll die Kostensenkung auf ungefähr die Hälfte und sagte, Qualität und Leistung hätten sich verbessert. Das waren seine Angaben zum Ergebnis der Partnerschaft. Als weitere Bedenken nannte er französische Kernenergie und stellte infrage, ob Mistral angesichts seiner internationalen Investoren wirklich souverän sei. POLITICO berichtete über Krolls Einschätzungen und Gründe.
Guillaume Lample, Mitgründer und Chefwissenschaftler von Mistral, lud Ecosia laut POLITICO ein, ein neues Modell zu testen, und bot dafür frühzeitigen Zugang an. Lample verwies auf den Bedarf an Rechenleistung und Forschung für die Entwicklung leistungsfähiger Modelle sowie auf Mistrals Möglichkeiten zur gemeinsamen Anpassung.
Modellherkunft und Verarbeitung von Anfragen
Der Ursprung eines Modells sagt für sich genommen nicht, wo ein Dienst Nutzeranfragen verarbeitet. Bei Open-Weight-Modellen sind die trainierten Modellparameter zugänglich. Ecosia erklärt, selbst gehostete offene Modelle liefen auf der eigenen Infrastruktur; Fragen und Antworten würden dabei nicht nach China oder in andere externe Regionen geschickt. Auch die Entwickler der Modelle hätten keinen Zugriff auf die selbst gehosteten Modelle, so das Unternehmen. Ecosia beschreibt diese Praxis in seiner Hilfe-Seite.
KI-Funktionen am Desktop ausschalten
Ecosia zufolge lässt sich in den Desktop-Einstellungen die KI-freie Suche aktivieren. Sie schaltet AI Overviews und die KI-gestützte automatische Weiterleitung aus und entfernt AI Chat aus Navigation und Autovervollständigung. Die Oberfläche zeigt für AI Overviews die Schaltfläche „Turn off Overviews“.
In der am 9. Oktober aktualisierten Hilfe-Seite bezeichnete Ecosia die Unterstützung der KI-freien Suche auf Mobilgeräten als künftig geplant.