Wenn man kein Sammler ist, hört oder konsumiert man Musik heutzutage wahrscheinlich per Streaming oder in lokalen Formaten wie MP3 oder FLAC. Die Idee, freiwillig optische Lösungen zu verwenden, scheint auf den ersten Blick anachronisch – aber mit einer guten Dosis DIY ändert sich das. So gelangen wir zum YouTube-Kanal befinitiv, der kürzlich seine Arbeit an einem sehr ungewöhnlichen tragbaren Audioplayer vorstellte: einem „Blu-ray-Discman“.
Es ist nicht zu leugnen: Flash-Speicher hat alles verschlungen. Eine 128-GB-microSD-Karte kostet heutzutage weniger als fünfzehn Euro. Die Speicheroptionen sind so günstig und reichlich, dass sogar das MP3-Format in Frage gestellt wird. Wir können hunderte von Alben in FLAC oder WAV speichern, ohne Probleme und – am wichtigsten – ohne Qualitätsverlust.
Angesichts dessen stirbt jeder Plan, optische Formate zu erkunden (und vielleicht zu ihnen zurückzukehren), sofort. Ein CD-ROM speichert nur etwa 900 MB, eine zu starre Grenze in der heutigen Zeit. Doch befinitiv – den wir gut vom «Nokia 5110 Communicator» kennen – entschied sich für einen sehr komplexen Weg, um diese Grenze zu überwinden: Er wollte seinen eigenen „Blu-ray-Discman“ bauen.
„Discman“ Blu-ray: Dafür hätten wir 1997 unsere Seelen verkauft
befinitiv erklärt, dass der Mechanismus aus einem externen Verbatim-Recorder stammt und mit Hilfe eines Dremels mehrfach modifiziert wurde. Die Dicke des Players beträgt weniger als 10 Millimeter, und das Gehäuse beherbergt alles Notwendige für den Betrieb, vom Display bis zur Batterie. Logischerweise ist dies nur durch eine maßgeschneiderte Platine möglich, aber sie beschränkt sich nicht darauf, Signale umzuleiten, sondern enthält einen ARM-SoC, der Linux ausführt (genauer gesagt Buildroot). Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt: befinitiv hat die ursprüngliche Funktion des Geräts nicht entfernt; es funktioniert weiterhin als Blu-ray-Recorder.
Nun hat befinitiv einige Blu-ray-Discs auf einen Durchmesser von 8 Zentimetern zugeschnitten, aber in der Praxis ist das nicht notwendig. Discs wie „BD-R Mini“ oder „BD-R 60 min.“ existieren und sind zwar nicht so günstig, aber die 900 MB werden zu 7,5 GB. Abschließend ist das gesamte Projekt Open Source. Links unten!