Einer der wichtigsten Aspekte von Breitbandtechnologien ist ihre Fähigkeit, sich an den Allgemeinzustand und die grundlegenden Eigenschaften der verfügbaren Infrastruktur anzupassen. Das Problem ist, dass das nicht immer dem Nutzer zugutekommt: Schon ein minimaler Fehler führt als erstes Symptom zum Geschwindigkeitsverlust. Besonders bekannt ist dieses Verhalten beim ADSL, und ein alter Witz besagt, dass es sogar mit etwas so Einfachem wie einer nassen Schnur funktionieren könnte. Adrian Kennard vom Provider Andrews & Arnold in Großbritannien beschloss, diese Hypothese zu testen – und erzielte bessere Ergebnisse als erwartet.

Er nutzte eine nasse Schnur, um sich ins Breitband-Internet zu verbinden – und es funktionierte!
ADSL

Wie bei anderen Konnektivitätssystemen pflegt auch das ADSL eine komplizierte Hass-Liebe mit seinen Nutzern. Auf der einen Seite gibt es jene, die seine Stabilität und breite Verfügbarkeit schätzen (weil es über Telefonleitungen funktioniert), und auf der anderen Seite solche, die am liebsten jeden Mast anzünden würden wegen der Aussetzer, Unterbrechungen und niedrigen Geschwindigkeiten. Obwohl ich alle Provider gleichermaßen hasse (die Gründe sind zahlreich), ist die ADSL-Technologie jene, die mir am wenigsten Probleme bereitet hat – und tut es auch weiterhin. In den Köpfen vieler Experten ist ADSL fast schon veraltet, aber es wäre absurd, seine Einfachheit nicht zu schätzen. Tatsächlich legt ein alter Scherz nahe, dass es mit kaum mehr als einer nassen Schnur funktionieren könnte …

Er nutzte eine nasse Schnur, um sich ins Breitband-Internet zu verbinden – und es funktionierte!
Sieht aus wie ein Aprilscherz, ist es aber nicht.

Das Experiment

… und es ist wahr. Adrian Kennard vom Provider Andrews & Arnold in Großbritannien veröffentlichte in seinem persönlichen Blog (Link weiter unten) das Experiment, das einer seiner Techniker durchführte. Zwei Meter Schnur, etwas Salzwasser, um sie feucht zu halten – und das Ergebnis war eine Downstream-Verbindung von 3,55 Megabit pro Sekunde. Der Upstream betrug nur 67 kbps, und schon die kleinste Berührung der Schnur konnte die Verbindung ruinieren. Aber der Punkt ist, dass dieser alte Witz mehr Substanz hatte, als man dachte. Natürlich ist dieses Experiment nicht das einzige seiner Art: Vor etwa zehn Jahren gelang es jemandem, eine T1-Leitung mit Stacheldraht herzustellen.

Er nutzte eine nasse Schnur, um sich ins Breitband-Internet zu verbinden – und es funktionierte!
3,5 Megas!

Die Witze ließen nicht lange auf sich warten. Einige Kommentare auf Reddit deuten an, dass die nasse Schnur sogar besser funktioniert als die verfügbare Technologie in manchen ländlichen Gebieten. Egal wie „fortschrittlich“ ein Land ist, am Ende des Tages hat jeder seine eigenen Konnektivitäts-Albträume zu teilen.

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