Die ESA meldete Earth Virtual Expert (EVE) am 8. Oktober 2026 als live für interessierte Nutzer. Die Frage-und-Antwort-Plattform soll Informationen zu Erdbeobachtung und Erdwissenschaften leichter zugänglich machen. Zugleich erklärte die ESA, dass Modell, Programmcode, kuratierte Trainingsdatensätze und Benchmarks öffentlich verfügbar seien.

ESA stellt EVE-Materialien öffentlich bereit

EVE ist ein großes Sprachmodell, das laut ESA auf Erdbeobachtung und Erdwissenschaften ausgerichtet wurde. Die genannten Materialien sind über Repositories auf Hugging Face und GitHub zugänglich.

Die ESA entwickelte EVE im Rahmen des Foresight-Elements ihres FutureEO-Programms. Als Entwicklungspartner nennt sie ESA Φ-lab, Pi School, Mistral und Imperative Space.

Was Earth Virtual Expert beantwortet und welche Quellen es nutzt

EVE ist als Frage-und-Antwort-Plattform für Nutzer mit unterschiedlichem Fachwissen angelegt. Das von der ESA beschriebene System greift auf Textquellen zurück: darunter Websites von ESA, NASA und Copernicus, Manuskripte sowie begutachtete wissenschaftliche Arbeiten, die im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Wiley einbezogen werden.

Abruf zusätzlicher Quellen und Prüfung der Antworten

Für den Abruf zusätzlicher Informationen setzt EVE nach Angaben der ESA auf Retrieval-Augmented Generation (RAG). Das Verfahren sucht zu einer Frage passende Inhalte aus weiteren Quellen und nutzt sie für die Antwort; dazu zählen laut ESA auch neuere Wiley-Artikel.

Ein weiterer Schritt heißt „LLM-as-a-judge“: Ein Sprachmodell prüft generierte Antworten und kann Inhalte markieren, die überarbeitet oder gefiltert werden sollten. Das ist als Prüfschritt beschrieben, nicht als Zusage fehlerfreier Antworten.

ESA plant Satellitenbildsuche für 2027

Im September 2026 befand sich EVE laut ESA in seiner zweiten Entwicklungsphase. Geplant waren der Abruf und die Analyse von Erdbeobachtungsdaten sowie mehrstufige Aufgaben. Auch Umweltdaten, Wetterberichte und numerische Modelle gehören zu den genannten Entwicklungszielen.

Die Suche und Darstellung von Satellitenbildern plante die ESA für 2027. Diese Funktion gehörte damit noch nicht zu dem System, das die Agentur in ihrer Mitteilung vom 8. Oktober 2026 beschrieb.