Am 17. Oktober 2026 berichtete Escudo Digital, eine Kaspersky-Untersuchung habe in den vorausgehenden zwölf Monaten mehr als 390.000 Phishing-Angriffe über legitime Cloud-Infrastruktur gezählt. In derselben Meldung beschrieb Escudo Digital eine separate Phishing-Kampagne, die Microsoft-365-Anmeldungen nachahmte. (Escudo Digital)
So lief die gefälschte Microsoft-365-Anmeldung ab
Laut Escudo Digital begann die beschriebene Kampagne mit einer E-Mail, die scheinbar von einer bekannten Person stammte und zum Anmelden aufforderte. Ein gefälschtes CAPTCHA – eine vermeintliche Sicherheitsprüfung – verlangte zunächst die geschäftliche E-Mail-Adresse. Danach leitete die Seite auf eine Subdomain von Cloudflare Workers weiter, wo eine weitere CAPTCHA-Abfrage folgte.
Anschließend zeigte die Phishing-Seite eine gefälschte Microsoft-365-Anmeldemaske. Bei dieser Browser-in-the-Browser-Technik (BiTB) wird ein Anmeldefenster innerhalb einer Webseite nachgebildet. Das Formular sollte laut Bericht Benutzernamen, Passwörter, MFA-Codes und Sitzungscookies abgreifen. MFA steht für Mehr-Faktor-Authentifizierung; Sitzungscookies halten Informationen über eine angemeldete Sitzung fest. Danach erschien eine allgemeine Fehlermeldung.
Escudo Digital nannte außerdem Vercel, Netlify, GitHub Pages und IPFS im Zusammenhang mit Phishing über legitime Dienste. Für die beschriebene Microsoft-365-Kampagne nennt der Bericht dagegen Cloudflare Workers. Entscheidend für Nutzer: Eine vertraut wirkende Anmeldemaske ist kein verlässlicher Hinweis auf eine echte Microsoft-Seite. Achte bei unerwarteten Anmeldeaufforderungen auf die tatsächliche Adresse in der Browserzeile und sei besonders vorsichtig, wenn ein CAPTCHA persönliche Angaben verlangt.
Wenn ein Microsoft-Code unerwartet eintrifft
Ein nicht angeforderter Microsoft-Verifizierungscode kann laut Microsoft Support bedeuten, dass jemand versucht, sich anzumelden. Möglich sind auch eine falsch eingegebene Telefonnummer oder E-Mail-Adresse sowie die verspätete Zustellung eines zuvor angeforderten Codes. Antworte nicht auf einen Code, den du nicht angefordert hast. Prüfe stattdessen die Aktivität deines Microsoft-Kontos. Wenn es Anzeichen dafür gibt, dass jemand Zugriff auf dein Konto hat, ändere das Passwort.
Verdächtige Nachrichten in Outlook melden
In Outlook kannst du eine verdächtige Nachricht auswählen, die integrierte Funktion „Melden“ öffnen und „Phishing melden“ wählen. Microsoft beschreibt diesen Weg in der Outlook-Hilfe und erläutert in der Dokumentation für Administratoren, wie die Meldung je nach Konfiguration weitergeleitet wird. In einer Organisation kann sie an Microsoft oder an den dort eingerichteten internen Meldeweg gehen.