EverWind kündigte am 16. Oktober 2026 ein geplantes Rechenzentrum in Point Tupper nahe Port Hawkesbury auf Cape Breton in Nova Scotia an. Das Unternehmen will die Anlage bauen und besitzen; Anthropic soll die erste Phase für mindestens 20 Jahre mieten, um Rechenkapazität für Claude bereitzustellen. CBC News beschrieb das Vorhaben in seiner Berichterstattung vom selben Tag als in der Vorbereitungsphase; auf dem Gelände liefen demnach Rodungsarbeiten. CBC News berichtete aus Point Tupper über das Projekt.

Der englischsprachige Bericht von CBC News Nova Scotia zum geplanten Rechenzentrum bei Point Tupper

Zwei Bauphasen mit zusammen 420 MW geplanter Kapazität

EverWind plant zwei Ausbaustufen: Die erste soll eine Kapazität von 95 Megawatt (MW) erreichen, die zweite weitere 325 MW. Zusammen ergibt das 420 MW geplante Kapazität. Das Unternehmen nannte für die erste Phase das Ende 2027 als Ziel, für die zweite das Jahr 2028. CBC News berichtete über die Ausbauplanung und die Zielzeiträume.

BauphaseGeplante KapazitätZielzeitraum
Erste Phase95 MWBis Ende 2027
Zweite Phase325 MW2028

Nova Scotias Stromerzeugungskapazität liegt laut CBC bei knapp 3.000 MW. Die geplanten 420 MW entsprechen rechnerisch etwa 14 Prozent dieses Vergleichswerts. Dabei stehen sich geplante Rechenzentrumskapazität und die angegebene Erzeugungskapazität der Provinz gegenüber; die Rechnung misst nicht den tatsächlichen Stromverbrauch der Anlage.

Stromversorgung und Wasserbedarf: die veröffentlichten Schätzungen

EverWind zufolge soll zunächst bestehende Stromerzeugung der Provinz die Hauptversorgung übernehmen. Vier geplante Onshore-Windparks sollen später zur Stromversorgung beitragen. EverWind und Anthropic erklärten laut CBC, erforderliche Ausbauten des Stromsystems bezahlen zu wollen. Der Independent Energy System Operator bestätigte CBC zufolge die Anschlusskapazität für das konkrete Projekt nicht ausdrücklich. EverWind-Vertreter sagten dem Sender dagegen, ihnen sei die Kapazität für die erste Phase zugesichert worden. CBC News ordnete beide Aussagen zur Netzversorgung ein.

Für die Kühlung plant EverWind nach eigener Darstellung ein geschlossenes Wasser-Glykol-System mit Wasser aus dem nahe gelegenen Landrie Lake. Die vorläufige Schätzung liegt bei 100.000 Litern täglich für die erste Phase und bei 500.000 Litern für beide Phasen zusammen. CBC beziffert das genehmigte tägliche Entnahmevolumen des Landrie Lake Water Utility auf 34 Millionen Liter. Die volle Projektschätzung entspricht rechnerisch rund 1,47 Prozent dieses Volumens; sie ist eine Planungsgröße, kein gemessener Verbrauch.

Gemeinschaftsprogramm und Beteiligungsverhandlungen

EverWind stellte ein Community-Programm im Wert von mehreren zehn Millionen Dollar in Aussicht. Über die Verwendung der Mittel sollten lokale Gemeinschaften und Anthropic beraten. Zudem verhandelte ein Zusammenschluss von Mi’kmaw-Gemeinschaften unter Führung der Membertou First Nation über einen Anteil von 9 Prozent am Projekt, wie CBC am 16. Oktober 2026 berichtete. EverWind und Anthropic unterzeichneten außerdem die Leitlinien der kanadischen Bundesregierung für eine verantwortungsvolle Entwicklung von Rechenzentren; CBC beschrieb diese Prinzipien als nicht bindend.