Exin Therapeutics-Mitgründer Gabriel Ocana-Santero berichtete am 28. Oktober, ein KI-Agent habe bei einer epilepsiekranken Maus eine Gentherapie ausgewählt und die Injektion ins Gehirn gesteuert. Die Kraniotomie, also das Öffnen des Schädels, übernahm zuvor eine tierärztliche Fachperson. Menschen genehmigten den Injektionsplan und konnten die Motoren des Versuchsaufbaus per Not-Aus abschalten.

Welche Aufgaben der Agent übernehmen sollte

Laut Ocana-Santeros Bericht wählte der Agent aus 19 Gentherapie-Kandidaten eine Behandlung und bestimmte ein Zielgebiet im Gehirn samt Injektionskoordinaten. Dafür standen ihm drei Forschungspapiere zur Verfügung. Anschließend steuerte Claude Sonnet 5 den motorisierten Aufbau und injizierte nach Angaben des Mitgründers 250 Nanoliter.

Menschen behielten zentrale Eingriffe und Sicherheitsrollen

Der Agent führte nicht den gesamten Eingriff aus: Eine tierärztliche Fachperson hatte zuvor die Kraniotomie vorgenommen. Menschen genehmigten den Injektionsplan; ein Not-Aus konnte die Motoren des Aufbaus abschalten.

Ein Koordinatenfehler führte zu einer Codeänderung

Claude Opus 5.5 hatte laut Ocana-Santero zunächst abgelehnt, die Nadel zu führen. Claude Sonnet 5 übernahm die Injektion. Bei einem späteren Koordinatensystemfehler erkannte der Agent dem Bericht zufolge, dass die Position nicht stimmte, änderte den durch seine Anweisungen gesperrten Code aber nicht. Ein separater Claude Opus 5-Agent nahm die Codeänderungen vor, ohne über den laufenden Eingriff informiert zu sein.

In einer am 31. Oktober veröffentlichten Schilderung sagte Ocana-Santero, die Maus erhole sich gut. Die Wirkung der Gentherapie auf die Anfälle werde zu diesem Zeitpunkt noch bewertet.