Fervo Energy meldete am 1. Oktober 2026, dass der erste GeoBlock des Geothermieprojekts Cape Station am 30. September den kommerziellen Betrieb aufgenommen hatte. Der Block mit einer von Fervo angegebenen Nettoleistung von 33 MW gehört zur ersten Projektphase. Der separate Stromabnahmevertrag über 396 MW mit Google betrifft eine spätere Ausbauphase, deren Inbetriebnahme Fervo für 2028 erwartet.

Ein erster GeoBlock speist Strom ins Netz ein

Der erste GeoBlock wurde laut Fervos Betriebsmitteilung am 24. September 2026 mit dem Stromnetz synchronisiert und erreichte am 30. September den vertraglich vorgesehenen kommerziellen Betrieb. Fervo bezifferte seine Nettoleistung auf 33 MW.

Cape Station liegt im Beaver County im US-Bundesstaat Utah. Fervo teilt die erste Projektphase in drei GeoBlocks mit jeweils 33 MW auf; zusammen sollen sie rund 100 MW leisten. Der erste Block ist damit Teil dieser Anfangsphase.

Googles Vertrag betrifft eine spätere Ausbauphase

CNBC-Interview mit Fervo-Chef Tim Latimer am Cape Station

Fervo kündigte am 1. September 2026 einen Stromabnahmevertrag über 396 MW mit Google an. Die vereinbarte Leistung soll aus einer Erweiterung von Cape Station kommen, die Fervo für 2028 erwartet. Das Unternehmen ordnet den Google-Vertrag einer Ausbauphase jenseits der anfänglichen rund 100 MW zu.

Zusätzlich kann Google seine Stromabnahme bis Juni 2030 um etwa 600 MW erweitern. Wird die Option genutzt, könnte die Abnahme insgesamt nahezu 1 GW erreichen. Fervo verbindet das Projekt mit einem möglichen Google-Rechenzentrum in Utah; dessen endgültige Planung hängt laut Unternehmen von der technischen Machbarkeit, Genehmigungen auf Ebene des Bundesstaats und der Kommunen sowie kommerziellen Bedingungen ab.

Fervo erwartete, dass die beiden übrigen GeoBlocks der ersten Phase bis zum 1. Januar 2027 den vertraglichen kommerziellen Betrieb erreichen. Für eine zusätzliche Phase mit 400 MW nannte das Unternehmen 2028 als erwarteten Termin.

Geothermie, Kosten und Langzeitbetrieb

Bei Enhanced Geothermal Systems (EGS), also weiterentwickelten geothermischen Systemen, werden nach der Beschreibung des Houston Chronicle Bohrungen in heißes, vergleichsweise undurchlässiges Gestein getrieben. Unter Druck gesetztes Wasser erzeugt dort Risse oder öffnet vorhandene; erhitztes Wasser gelangt anschließend an die Oberfläche und dient der Stromerzeugung. Das beschreibt das Verfahren, nicht die langfristige Leistung des Projekts.

Im am 4. September 2026 veröffentlichten CNBC-Interview sagte Tim Latimer, Fervo sei auf Kurs, Strom mit Kapitalkosten von weniger als 3.000 US-Dollar je Kilowatt zu erzeugen. Auf die Frage nach dem Preis des Google-Vertrags sagte Latimer, Fervo habe dessen Konditionen nicht offengelegt. Die Kapitalkosten-Zielgröße ist daher keine Preisangabe für den Stromabnahmevertrag.

Greg Bean, geschäftsführender Direktor des Energy Management Institute der University of Houston, sagte in einem am 12. Oktober 2026 veröffentlichten Bericht des Houston Chronicle, er könne keinen Standort benennen, an dem diese Technologie bereits 20 Jahre lang kontinuierlich Geothermie erzeugt habe. Zudem stellte er die Frage, ob ein Bohrlochpaar die erforderliche Temperatur halten könne.