Eine der größten Herausforderungen für alle, die beschließen, offgrid zu leben, ist die Kühlung. Herkömmliche Systeme verbrauchen Energie und sind nicht gerade umweltfreundlich. Die übliche Lösung ist daher, so lange zu hacken, bis das gewünschte Ziel erreicht ist. Das Fridge0-Design nutzt Solarenergie, einen zum Kühlschrank umgebauten Gefrierschrank und eine thermische Masse als „Kältebatterie“. Dabei steckt viel DIY dahinter, vor allem auf der Softwareseite – aber das dürfte dich nicht abschrecken …

Fridge0: Ein Open-Source-Solar-Kühlschrank
Fridge0

Ein Hack, der auf YouTube sehr häufig vorkommt, betrifft horizontale Gefrierschränke und deren Umbau zu normalen Kühlschränken mit komplett ausgetauschtem Thermostat. Der Grund dafür ist nichts anderes als Effizienz. Bei Solaranlagen ist Energieverschwendung der reinste Wahnsinn, und im Allgemeinen machen die „Gefrierschränke, die nicht gefrieren“ einen besseren Job.

Dann gibt es komplett offgrid Lösungen mit eigenen Batteriebänken, aber die Kosten explodieren schnell. Welche Alternativen gibt es also? Das Fridge0-Projekt von Joey Hess ist eines der interessantesten. Einfach ausgedrückt ist Fridge0 eine „Kältebatterie“, die nur so lange läuft, wie nötig ist, um ihre thermische Masse auf der richtigen Temperatur zu halten. Das bedeutet, dass ein Fridge0 je nach Größe der Masse drei oder vier Tage am Stück als passiver Kühlschrank auskommen kann, ohne externe Energie zu beziehen.

Fridge0: Ein Open-Source-Solar-Kühlschrank
Die thermische Masse nimmt ein Drittel des „Ex-Gefrierschranks“ ein

Eines der grundlegenden Elemente, die den Fridge0 ermöglichen, ist seine Steuerung über einen Computer. Das System muss wissen, ob genügend Solarenergie vorhanden ist, um den Gefrierschrank einzuschalten, und ihn zum richtigen Zeitpunkt ausschalten, um ein Einfrieren der Lebensmittel zu verhindern. Dafür nutzt es einen CubieTruck (eine der vielen Alternativen zum Raspberry Pi), der gleichzeitig als Router und Server dient. Die gesamte benötigte Software ist Open Source, aber du wirst dich ziemlich mit der Dokumentation (oder besser: ihrem Fehlen) herumschlagen müssen.

https://old.neoteo.com/indigo-vacunas-bill-gates/

Persönlich finde ich das Konzept der „Kältebatterie“ das Bemerkenswerteste am Fridge0. Trotz der vielen Diskussionen zu diesem Thema ist die Verwendung von Wasser immer noch am schnellsten und günstigsten. Der Fridge0 von Joey Hess hat eine thermische Masse aus 17 Gallonen Wasser – etwa 64,3 Liter. Das nimmt zwar ein Drittel des verfügbaren Platzes im Gefrierschrank ein, aber betrachten wir die Vorteile: Es reduziert die Zeit, in der der Gefrierschrank eingeschaltet sein muss, verringert den Batteriebedarf im Kreislauf (der Fridge0 selbst benötigt keine Batterien, aber der Rest der Offgrid-Plattform schon) und senkt die Endkosten.

Fridge0: Ein Open-Source-Solar-Kühlschrank
Für den Gefrierschrank muss Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt werden …

Zusammenfassend ist es ein fortgeschrittenes Projekt für Abenteurer, Prepper und alle, die sich für ein effizienteres Leben entscheiden. Das einzige Problem ist die Dokumentation. Die Seite von Fridge0 fungiert als eine Art Wiki, aber das Material ist eher spärlich. Vielleicht möchtest du Joey kontaktieren, wenn du es nachbauen willst, aber vergiss nicht: Das ist DIY. Es gibt immer Raum zum Improvisieren, Ersetzen und Optimieren.

Offizielle Website: Hier klicken

https://old.neoteo.com/refrigero-su-cuarto-con-un-inodoro-y-arduino/