Heutzutage nehmen die Kleinen im Haus einfach ein Smartphone oder setzen sich vor die Konsole, um zu spielen. Aber Mitte der 1950er Jahre mussten die Jugendlichen von damals ihre eigenen Spielzeuge basteln und dabei das eine oder andere lernen. Das war der Fall mit dem GENIAC oder dem „Genius Almost-automatic Computer“, einem DIY-Bausatz, der auf Drehschaltern und Lichtern basierte und neben grundlegenden logischen Funktionen auch dazu diente, kleine Geschichten zu erzählen …

GENIAC: Ein DIY-Computer aus dem Jahr 1955
GENIAC

Ein Stück Computergeschichte

Die Geschichte erzählt uns, dass der GENIAC im Jahr 1955 von Edmund Berkeley und Oliver Garfield als „Computer“ auf den Markt gebracht wurde. Der Bausatz wurde in Wissenschafts- und Elektronikmagazinen umfassend beworben und erlangte mit einem Preis von 20 Dollar (fast 200 Dollar inflationsbereinigt) eine gewisse Beliebtheit. 1958 endete die Partnerschaft zwischen Berkeley und Garfield im Streit (Meinungsverschiedenheiten, eine Klage, das Übliche), sodass sich ihr Vertrieb in zwei Teile spaltete: Garfield verkaufte weiterhin GENIAC-Bausätze, während Berkeley sie Brainiac nannte.

GENIAC: Ein DIY-Computer aus dem Jahr 1955
„125 Computer im Haus“: Werbeanzeige des GENIAC (Garfield) von 1958

Der GENIAC war ein vielseitiges Produkt, und sein ursprüngliches Handbuch offenbart insgesamt 33 Projekte. Einige davon sind grundlegend (Taschenlampen, Klingeln, Addier- und Subtrahiermaschinen), aber andere stellen komplexere Übungen dar oder versuchen, eine Geschichte zu erzählen. Im folgenden Video erscheint Projekt 23 aus dem GENIAC-Handbuch, genannt „Die Uranladung und die Weltraumpiraten“. Aus gewisser Sicht ist es ein „Wähle dein eigenes Abenteuer“ in elektronischer Version:

Moderne Repliken

Dank der Verfügbarkeit der ursprünglichen Dokumentation gelang es mehreren Elektronik-Enthusiasten (einschließlich des Nutzers „megardi“ vom Portal Instructables) moderne Repliken des GENIAC zu bauen und einige Schwachstellen des ursprünglichen Designs zu beheben. Die Materialien sind relativ einfach (Kabel, Muttern, Schrauben, Faserplatten und eine Batterie bilden die Grundlage), aber die Konstruktion ist es weniger, da sie einige Stunden dauern kann und das Schneiden der Scheiben von Hand erfolgt („megardi“ nutzte einen Laserschneidedienst).

GENIAC: Ein DIY-Computer aus dem Jahr 1955
Der GENIAC in seiner Version als „Binär-Dezimal-Übersetzer“
GENIAC: Ein DIY-Computer aus dem Jahr 1955
„Die Maschine des Bauern“, Projekt 9 aus dem GENIAC-Handbuch

Der beste Teil? Du musst nichts von Elektronik verstehen, um anzufangen. Tatsächlich gibt es auf der Rückseite des GENIAC nichts zu löten, und die Hauptstromquelle ist nur eine 1,5-Volt-Batterie. Wenn du nach einem Wochenendprojekt suchst oder denkst, dass deine Kinder bereit sein könnten, ihre ersten Schritte in Elektronik und Programmierung zu machen, solltest du dir den GENIAC genauer ansehen.

GENIAC-DIY-Replik: Hier klicken

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