Mit Antigravity IDE kannst du einen lokalen Web-App-Prototyp schrittweise aufbauen: Entscheidend ist, zuerst ein Projekt mit einem Ordner auf deinem Rechner zu verknüpfen und die Änderungen anschließend selbst zu prüfen und im Browser zu testen. Ein konkretes Beispiel führt von einer Astro-Seite über HTMX bis zu einer lokalen SQLite-Datenbank.

Die richtige Antigravity-Oberfläche wählen

Für die Arbeit an Code ist Antigravity IDE die passende Oberfläche. Google unterscheidet sie von der eigenständigen Antigravity-Anwendung, die als Agenten-Zentrale dient, und der Antigravity CLI für die Arbeit im Terminal. Auch ein SDK gehört zu den getrennten Angeboten. Googles Codelab zu Antigravity beschreibt die IDE als Entwicklungsumgebung mit Agentenverwaltung, Artefakten und Verständnis für eine Codebasis.

Für die Einsteigerübung im Codelab nennt Google macOS, Windows und bestimmte Linux-Distributionen sowie Chrome und ein privates Gmail-Konto. Diese Angaben beziehen sich auf die dort beschriebene Übung.

Projektordner verbinden und Aufgabe eingrenzen

Mikey No Code zeigt in seinem englischsprachigen Screencast Projektordner, Planprüfung, gezielte Dateiänderungen und Browser-Tests anhand einer Node.js-To-do-App.

Lege in Antigravity IDE ein Projekt an und verknüpfe es mit dem Ordner, in dem du arbeiten willst. Ein Projekt kann laut Google einen oder mehrere Ordner umfassen; es legt den Rahmen für die Dateien, Werkzeuge und Berechtigungen fest, mit denen der Agent arbeitet. Auch der englischsprachige Einsteiger-Screencast von Mikey No Code beginnt mit einem Projekt und einem lokalen Ordner.

Der Screencast baut eine To-do-App mit Node.js – nicht die Gitarrenverwaltung aus dem folgenden Beispiel. Er zeigt außerdem Planprüfung, gezielte Änderungen an Dateien und Tests der mobilen Darstellung in Chrome DevTools.

Vom Astro-Grundgerüst zur lokalen Web-App

Der Autor eines InfoWorld-Berichts über den Bau von Vintage Guitar Vault beschreibt einen Weg von einer statischen Gitarrenliste zu einer lokalen Anwendung. Die konkreten Schritte gehören zu diesem Projekt; sie sind keine Voraussetzung für jede Antigravity-App.

  1. Astro-Projekt anlegen. Im Terminal von Antigravity IDE erstellte der Autor das Projekt mit npm create astro@latest vintage-guitar-vault. Anschließend bearbeitete er src/pages/index.astro.
  2. Mit Beispieldaten und einer klaren Vorgabe starten. Zunächst enthielt die Seite fest eingetragene Gitarrendaten. Für eine Inline-Codevervollständigung nutzte der Autor den dreifachen Bindestrich als Astro-Frontmatter-Begrenzung. Ein Kommentar mit den gewünschten Gitarrenfeldern lieferte gezieltere Beispieldaten als eine offene Aufforderung, ein Array zu erzeugen.
  3. HTMX für Wartungsanfragen ergänzen. Als die App Wartungseinträge zu einer Gitarre abrufen sollte, kam eine HTMX-Anfrage an /api/maintenance/${guitar.id} hinzu. Der Autor berichtet, dass die Inline-Hilfe zwar Syntax ergänzte, aber die fehlende HTMX-Einbindung und die Arbeit über mehrere Dateien hinweg nicht allein erledigte.
  4. Datenbank und Endpunkt ergänzen. Für die projektübergreifenden Änderungen nutzte der Autor den Agent Manager: Er ließ das HTMX-Skript ergänzen, Astro-Interpolation korrigieren, Gitarrendaten in eine lokale SQLite-Datenbank mit better-sqlite3 verschieben, ein Seed-Skript erstellen und den Endpunkt /api/maintenance/[id] anlegen.

Änderungen prüfen und die App testen

Google dokumentiert /plan, um einen Implementierungsplan anzufordern. Mögliche Artefakte sind Aufgabenlisten, Pläne, Walkthroughs, Änderungen und Screenshots. Google weist aber darauf hin, dass solche Artefakte nicht immer erstellt werden und der Agent mitunter ohne eine sichtbare Schaltfläche „Proceed“ fortfahren kann. Eine angezeigte Planung ist daher eine nützliche Prüfmöglichkeit, aber kein stets vorhandener Freigabeschritt. Google beschreibt die bedingte Verfügbarkeit der Artefakte im Codelab.

Im InfoWorld-Beispiel startete der Autor den Entwicklungsserver mit npm run dev und rief die App unter localhost:4321 auf. Er berichtet von einem node-gyp-Fehler unter Windows, den der Agent nach einer Freigabe behob, sowie von einem späteren TypeError in der Wartungsfunktion. Browser-Tests und weitere Arbeit mit dem Agenten lösten die Probleme in diesem Projekt.

Für deinen eigenen Durchlauf heißt das: Prüfe Änderungen und Abhängigkeiten, starte die Anwendung und teste die Funktionen im Browser. Inline-Vervollständigung kann einzelne Codezeilen erleichtern; sobald eine Aufgabe mehrere Dateien, eine Bibliothek oder die Backend-Architektur betrifft, braucht es weiterhin klare Vorgaben und menschliche Kontrolle.