Google Cloud erklärte Confidential Computing auf G4 am 21. Oktober 2026 für allgemein verfügbar. Googles Liste der unterstützten G4-Zonen führt für Deutschland europe-west10-b auf; insgesamt nennt Google 36 Zonen.
Was Confidential G4 schützt
Confidential G4 läuft auf Google Cloud Compute Engine-VMs und auf Knoten von Google Kubernetes Engine (GKE). Die Instanzen gehören zu Googles AI Hypercomputer und verwenden eine NVIDIA RTX PRO 6000 Blackwell Server Edition. Als unterstützte Konfiguration nennt Google g4-standard-48 mit AMD SEV und NVIDIA Confidential Computing.
Google beschreibt hardwarebasierte Speicherverschlüsselung, nicht exportierbare Schlüssel und Remote Attestation als Schutzmechanismen für Daten und Modellparameter während der Verarbeitung. Remote Attestation ist ein überprüfbarer Nachweis der verwendeten Systemumgebung.
Was vor dem Start einer VM nötig ist
Für Confidential Computing muss eine neue VM erstellt werden. Eine bereits laufende VM lässt sich laut Google nicht nachträglich in eine Confidential VM umwandeln. G4 unterstützt Standardbereitstellung auf Abruf, Spot und Flex-start; Reservierungen sind ebenfalls möglich. Für den Start braucht das Projekt ausreichend GPU-Kontingent und eine unterstützte Zone sowie ein kompatibles Betriebssystem-Image.
Für G4 unterstützt Google Container-Optimized OS ab cos-125-lts. Ebenfalls aufgeführt sind Ubuntu ubuntu-2204-lts, ubuntu-2404-lts-amd64, ubuntu-minimal-2204-lts und ubuntu-minimal-2404-lts-amd64 sowie Ubuntu Pro ubuntu-pro-2204-lts und ubuntu-pro-2404-lts-amd64, jeweils ab der genannten Image-Familie und in neueren Versionen.
Nach dem Erstellen der VM muss Confidential Computing auf der GPU aktiviert werden. Googles Anleitung umfasst dafür Treiber- und Linux-Konfigurationsschritte. Für die Nutzung fällt automatisch eine Lizenzgebühr für NVIDIA Confidential Computing Software und Services an.
Die unterstützten G4-Konfigurationen und Zonen führen auch eine mögliche GPU-Attestierungsstörung auf: Sie kann einen abweichenden Messwert bei Index 9 melden. Als Workaround nennt Google, die VM vollständig zu stoppen und neu zu starten; ein Neustart aus dem Gastbetriebssystem behebt das Problem nicht. GPU-beschleunigte VMs unterstützen außerdem keine Cluster für Workloads über mehrere Knoten.
Was die Leistungsmessungen aussagen
Google meldete bei Inferenztests mit g4-standard-48 und Llama 3, Llama 3.3, Resnet-50 sowie SDXL einen Durchsatzverlust von weniger als 3,5 Prozent. Der Durchsatz zählt ausgegebene Tokens oder Bilder pro Sekunde; laut Google können Systemaufbau, Hardware und Software die Ergebnisse beeinflussen.
Vertebrae berichtete für eigene Workloads von 5,2 Prozent mehr End-to-End-Latenz gegenüber einer Standard-G4-VM mit identischer Software. Die Latenz erfasst die Dauer eines Vorgangs vom Anfang bis zum Ende. Vertebrae erklärte, das Unternehmen würde diesen Zeitaufschlag für die hardwarebasierte Absicherung akzeptieren. Die beiden Werte beschreiben unterschiedliche Messgrößen und Workloads.
Googles angekündigter Confidential-Space-Rollout
In seiner Mitteilung vom 21. Oktober kündigte Google an, dass Confidential-Space-Unterstützung für den sicheren Datenaustausch zwischen mehreren Parteien in den folgenden Wochen allgemein verfügbar werden solle.