Google Cloud hat am 5. November 2026 die allgemeine Verfügbarkeit einer datumsbasierten Versionierung für die Compute-Engine-API bekannt gegeben. Bestehende Aufrufe über /v1 müssen Teams dafür nicht umstellen. Wer neue Funktionen nutzen möchte, kann stattdessen gezielt eine datierte API-Version auswählen.
Was sich mit den datierten Versionen ändert
Bisherige API-Versionen laufen über langlebige Kanäle wie /v1, /beta und /alpha, die laufend aktualisiert werden. Bei der neuen interfacebasierten Versionierung (IBV) lassen sich einzelne Schnittstellen, Methoden und Ressourcen unabhängig voneinander weiterentwickeln. Google Cloud nennt 2026-09-01 als erste stabile Version und 2026-10-01-preview als Preview-Version. Die Kennungen bezeichnen API-Versionen.
Stabile IBV-Versionen sind im Format YYYY-MM-DD angelegt und sollen vierteljährlich erscheinen. Preview-Versionen tragen den Zusatz -preview und können jederzeit veröffentlicht werden.
Müssen bestehende /v1-Integrationen migrieren?
Nein. Google Cloud zufolge ist die Migration freiwillig, und IBV ist mit der Compute-Engine-API standardmäßig aktiviert. Gibt eine Anfrage keine datierte Version an, wird weiterhin der bisherige /v1-Kanal verwendet. Bestehende CBV-Aufrufe funktionieren also weiter. Wer bei CBV bleibt, erhält allerdings keinen Zugriff auf neue Funktionen, die nur über IBV verfügbar sind. Die Einzelheiten stehen im Google-Cloud-Leitfaden zur API-Versionierung.
Bei direkten REST-Aufrufen wählen Entwickler eine datierte Version über den HTTP-Header X-Goog-Api-Version oder den Abfrageparameter $apiVersion. Der Basispfad bleibt /compute/v1/.
Stabil oder Preview: welche Version für welchen Einsatz?
Stabile Versionen halten laut Google Cloud eine strikte Kompatibilität ein und werden nach der üblichen Google-Cloud-Abkündigungsrichtlinie gepflegt. Preview-Versionen ergänzen die aktuellen stabilen Funktionen um experimentelle Änderungen. Google Cloud garantiert für sie keine Kompatibilität mit früheren oder künftigen Versionen; Funktionen können sich ändern oder wieder entfallen. Für geschäftskritische Produktionssysteme empfiehlt Google Cloud Preview-Versionen daher nicht.
Auch die Werkzeuge folgen getrennten Pfaden: gcloud compute zielt auf stabile APIs, gcloud preview compute auf Preview-Versionen. Die Terraform-Provider google und google-beta richten sich entsprechend an stabile beziehungsweise Preview-APIs. Releases der Cloud-Clientbibliotheken sind jeweils an eine datierte API-Version gebunden.