Am 20. Oktober 2026 berichtete EL MUNDO unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen, Google habe die Pläne für einen großen, unternehmenseigenen Rechenzentrumscampus in Spanien pausiert, während die Regierung an einem Dekret für Rechenzentren arbeitet. Google Cloud lehnte eine Stellungnahme ab. EL MUNDO zufolge war das Vorhaben nicht endgültig abgesagt.

Was der spanische Dekretentwurf vorsieht

Der Entwurf des spanischen Ministeriums für den ökologischen Wandel und die demografische Herausforderung (MITECO) sieht Anforderungen an Rechenzentren vor, die an das spanische Stromübertragungs- oder Verteilnetz angeschlossen sind. Als allgemeine Schwelle nennt er eine Netzanschlussleistung von mindestens 1 MW; daneben sind gesonderte Berichtspflichten vorgesehen.

Für den Stromverbrauch schlägt der Entwurf eine Abdeckung von 80 Prozent durch erneuerbare Energien mit stündlicher Zuordnung vor. Weitere Vorschläge betreffen Energie- und Wassereffizienz, Resilienz und digitale Souveränität. Diese Vorgaben sind Teil eines Verordnungsentwurfs.

Am 20. Oktober 2026 berichtete Xataka, der Entwurf sei noch nicht förmlich gebilligt und warte auf die Prüfung durch den Staatsrat.

Wie sich der Plan von Googles Cloud-Region Madrid unterscheidet

Die Google-Cloud-Region Madrid nahm 2021 den Betrieb in Rechenzentren von Drittanbietern auf, berichtete EL MUNDO. Für den pausierten Plan beschrieb die Zeitung dagegen einen großen Campus im Eigentum von Google. Damit stehen zwei unterschiedliche Infrastrukturmodelle im Raum: Google nutzt in Madrid fremde Rechenzentrumsanlagen, während der spanische Campus als eigener Standort geplant war.