Google begann am 12. Oktober 2026, Post-Quanten-Kryptografie für Google Meet auf Webclients und Konferenzraum-Hardware auszurollen. Ein separater Rollout der Gemini-Routinen hatte am 5. Oktober begonnen: Bei aktivierter Notizfunktion können sie einen Gmail-Entwurf vorbereiten oder Aufgaben in Google Tasks anlegen. Google nennt dafür bestimmte Workspace-Tarife. Google beschreibt den Verschlüsselungs-Rollout und die Routinen samt Voraussetzungen in getrennten Ankündigungen.
Die beiden Änderungen haben unterschiedliche Voraussetzungen und Einsatzbereiche:
| Google-Meet-Änderung | Zweck | Geltungsbereich | Rollout-Umfang | Erforderliche Aktion |
| Gemini-Routinen nach dem Termin | Gmail-Follow-up entwerfen oder Aufgaben in Google Tasks anlegen | Business Standard und Plus, Enterprise Standard und Plus sowie das Add-on Google AI Pro for Education | Workspace-Domains; gestartet am 5. Oktober 2026 | „Take notes for me“ muss während des Meetings aktiviert sein |
| Post-Quanten-Kryptografie | Schutz vor einem möglichen künftigen Risiko durch Quantencomputer | Google-Workspace-Kunden, Workspace-Individual-Abonnenten und Nutzer mit privatem Google-Konto | Zunächst Webclients und Konferenzraum-Hardware; gestartet am 12. Oktober 2026 | Keine; Google zufolge erfolgt die Umstellung automatisch |
Was die Gemini-Routinen nach dem Termin erledigen
Die beiden zunächst verfügbaren Routinen bereiten entweder eine Follow-up-E-Mail als Entwurf in Gmail vor oder fügen besprochene Aktionspunkte zu Google Tasks hinzu. Die E-Mail wird also nicht automatisch versendet. Voraussetzung ist, dass „Take notes for me“ während des Meetings eingeschaltet war; danach erscheinen die Routinen auf dem Bildschirm nach dem Termin.
In einem offiziellen Tutorial von Google Workspace zeigt Laura May Martin, Produktivitätsberaterin bei Google, wie sich die Notizfunktion über das Stiftsymbol oben rechts in Google Meet starten lässt. Das Tutorial behandelt die Notizfunktion, nicht die neueren Routinen.
Eine Routine lässt sich für ein einzelnes Meeting oder für wiederkehrende Termine aktivieren. Nutzer können einen ausgewählten nächsten Schritt außerdem auf alle Meetings anwenden, bei denen die Notizfunktion eingeschaltet ist.
Wer die Routinen nutzen und verwalten kann
Google nennt Business Standard und Plus, Enterprise Standard und Plus sowie das Add-on Google AI Pro for Education als berechtigte Tarife. Ein Google-Meet-Konto allein reicht für den Zugang zu den Routinen nicht aus.
Für Administratoren ist die Funktion standardmäßig eingeschaltet. Sie können sie in den Workspace-Studio-Admin-Einstellungen oder über die Einstellung „Take notes for me“ für eine gesamte Domain, eine Organisationseinheit oder eine Gruppe deaktivieren. Nutzer finden die Routinen nach der ersten Aktivierung in Meet auch in der Flows-Bibliothek von Workspace Studio.
Der Rollout der Routinen begann am 5. Oktober 2026. Google zufolge kann es länger als 15 Tage dauern, bis die Funktion sichtbar wird.
Was die Post-Quanten-Kryptografie in Meet abdeckt
Post-Quanten-Kryptografie (PQC) bezeichnet Verschlüsselungsverfahren, die auch einem möglichen künftigen Angriff mit leistungsfähigen Quantencomputern standhalten sollen. Google begründet die Erweiterung mit dem theoretischen Szenario „jetzt speichern, später entschlüsseln“: Angreifer könnten Daten heute abfangen und versuchen, sie später zu entschlüsseln. Google zufolge existiert derzeit kein Quantencomputer, der heutige Kryptografie brechen kann.
Google hatte Meet bereits für clientseitig verschlüsselte Anrufe mit quantensicherer Verschlüsselung ausgestattet. Mit dem neuen Rollout weitet Google PQC auf alle Meet-Anrufe aus. Der Start am 12. Oktober 2026 betraf Webclients und Konferenzraum-Hardware; die schrittweise Sichtbarkeit kann bis zu 15 Tage dauern. Unterstützung für Mobilgeräte soll in Kürze folgen.
Google zufolge ist für die Umstellung weder eine Einstellung durch Nutzer noch ein Eingriff durch Administratoren nötig. Das unterscheidet die Verschlüsselungsänderung von den Routinen, die einen berechtigten Tarif und aktivierte Meeting-Notizen voraussetzen.
Meet kann auch Notizen für Präsenztermine erstellen
Am 13. August 2026 kündigte Google außerdem eine separate Notizfunktion für Präsenztermine an. Sie lässt sich über die Meet-Startseite im Web oder auf Mobilgeräten starten. Gemini erstellt dabei eine Zusammenfassung, Aktionspunkte und ein vollständiges Transkript in einem Google-Dokument, das in Drive gespeichert wird; anschließend schickt Google dem Nutzer einen Link per E-Mail. Google beschreibt die Notizfunktion für Präsenztermine.