Huawei soll bei Huawei Connect 2026 in Shanghai einen Ascend 960 SuperPoD und eine überarbeitete Version von UnifiedBus vorgestellt haben. Für die Verbindung aus UnifiedBus und dem optischen System Hi-ONE soll Huawei dabei eine Skalierung auf bis zu 4.000 Prozessoren genannt haben. Die Vorstellung wurde für den 17. September 2026 berichtet.

Damit rückt Huawei nicht nur einzelne Beschleunigerchips in den Mittelpunkt, sondern die Verbindung vieler Prozessoren zu einem logisch zusammenarbeitenden System. Die Architektur soll außerdem erstmals Near-Packaged Optics (NPO) in einen SuperPoD integrieren.

Was bedeutet die Verbindung von bis zu 4.000 Prozessoren?

Ein SuperPoD fasst mehrere physische Rechner zu einem logischen KI-System zusammen. Die Idee dahinter: Die Prozessoren sollen gemeinsam auf Ressourcen zugreifen und sich gegenüber der Software möglichst wie eine einzige Rechenmaschine verhalten.

UnifiedBus ist Huaweis Verbindungstechnologie für diese Architektur. Huawei nennt dafür eine Latenz von 2,1 Mikrosekunden, eine Fehlererkennung und Schutzumschaltung innerhalb von 100 Nanosekunden sowie eine optische Reichweite von mehr als 200 Metern. Diese Werte beschreibt Huawei als Eigenschaften seiner SuperPoD-Technologie.

Die Zahl von bis zu 4.000 Prozessoren gehört zur für 2026 gemeldeten Kombination aus UnifiedBus und Hi-ONE. Huaweis frühere Roadmap führt daneben eigene Atlas-Konfigurationen mit anderen Chipzahlen auf. Die Angaben stehen deshalb für unterschiedliche Produkt- beziehungsweise Architekturangaben und werden hier getrennt behandelt.

Die Roadmap: Atlas 950, Atlas 960 und die Chips von 2027

In seiner Roadmap vom 18. September 2025 nannte Huawei für den Atlas 950 SuperPoD bis zu 8.192 Ascend-950DT-Chips. Für den Atlas 960 SuperPoD wurden bis zu 15.488 Ascend-960-Chips angegeben. Huawei verband diese Systeme mit den folgenden Leistungs- und Speicherdaten:

SystemProzessoren oder BeschleunigerFP8-RechenleistungFP4-RechenleistungSpeicherGeplante Verfügbarkeit
Atlas 950 SuperPoDBis zu 8.192 Ascend 950DT8 EFLOPS16 EFLOPS1.152 TB4. Quartal 2026
Atlas 960 SuperPoDBis zu 15.488 Ascend 96030 EFLOPS60 EFLOPS4.460 TB4. Quartal 2027

Beim Atlas 950 nennt Huawei außerdem 160 Schränke in der Vollkonfiguration: 128 Rechenschränke und 32 Kommunikationsschränke. Die dafür angegebene Fläche beträgt 1.000 m². Der Atlas 960 soll in der Vollkonfiguration 220 Schränke umfassen, davon 176 für die Berechnung und 44 für die Kommunikation, bei einer angegebenen Fläche von 2.200 m².

Für einzelne Varianten des Ascend-960-Portfolios werden weitere Zeitfenster genannt: Der 960DT soll im ersten Quartal 2027 erscheinen, der Ascend 960PR im dritten Quartal 2027. Die allgemeine Roadmap für den Ascend 960 und den Atlas 960 SuperPoD nennt dagegen das vierte Quartal 2027.

Huaweis Wette gegen NVIDIA

Huawei verfolgt dabei eine Infrastrukturstrategie. Das Unternehmen kombiniert Ascend-Beschleuniger, Kunpeng-Prozessoren, optische Verbindungen, Cluster und SuperPoDs, statt den Schwerpunkt auf ein eigenes allgemein nutzbares großes Sprachmodell zu legen.

Guo Ping, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Huawei, beschrieb das Ziel für das ICT- und Computergeschäft als eine Position, die NVIDIA ähnelt. Zugleich erklärte er, Huawei wolle Kunden beim Aufbau leistungsfähiger Sprachmodelle unterstützen, anstatt selbst ein eigenes allgemeines Sprachmodell in den Mittelpunkt zu stellen.

Diese Strategie verschiebt den Fokus vom einzelnen Chip auf die Verbindungsebene: Entscheidend ist nicht nur, wie schnell ein Beschleuniger rechnet, sondern auch, wie viele Prozessoren als gemeinsames System arbeiten können und wie effizient Daten zwischen ihnen fließen.

Was Huawei mit der Architektur plant

Eric Xu beschrieb einen SuperPoD als eine logische Maschine aus mehreren physischen Maschinen. Für Atlas 950 und Atlas 960 formulierte Huawei das Ziel, Systeme mit mehreren Tausend beziehungsweise mehr als 10.000 NPUs wie einen Computer arbeiten zu lassen.

Die gemeldete 4.000-Prozessor-Verbindung, die NPO-Integration und die Roadmap mit bis zu 15.488 Ascend-960-Chips zeigen, wie Huawei seine KI-Infrastruktur bis 2027 skalieren will. Die nächsten genannten Meilensteine sind der 960DT im ersten Quartal 2027, der Ascend 960PR im dritten Quartal und der Atlas 960 SuperPoD im vierten Quartal 2027.