Wer sich die aktuelle Auswahl an Mobiltelefonen genau ansieht, findet ein klar definiertes Muster: riesige Bildschirme, ultradünne Designs, absurde Akkus, lächerliche Preise. Diese „App-Starter“ scheinen in eine evolutionäre Sackgasse geraten zu sein, und erwartungsgemäß gibt es da draußen Menschen, die nach alternativen Lösungen suchen. Eine von ihnen ist die Ingenieurin Justine Haupt, die nicht nur ihr eigenes Handy baute sondern auch eine Wählscheibe als Hauptelement ihrer Benutzeroberfläche installierte.
Die Welt der Smartphones ist überzeugt, dass ihre Rettung (zumindest kurzfristig) in faltbaren Designs liegt. Eine einfache Suche nach dem Begriff „foldable phone“ bei Google wird deinen Bildschirm mit Nachrichten und anderen Neuigkeiten zum Explodieren bringen. Tatsächlich sollten die Mobiltelefone die Ausgabe 2020 des Mobile World Congress im Sturm erobern, aber die Angst vor dem Coronavirus (zusammen mit anderen Details, die mit einem bestimmten chinesischen Hersteller zusammenhängen) sorgte dafür, dass das nicht geschehen wird.
Während die Welt darüber debattiert, ob wir faltbare Telefone brauchen oder nicht, gibt es da draußen Menschen, die nicht nur das aktuelle Smartphone-Angebot ablehnen, sondern auch ihren eigenen Weg gehen. Der Fall der Ingenieurin Justine Haupt vom Cosmology Instrumentation Group am Brookhaven National Laboratory erregt unsere besondere Aufmerksamkeit, und die Gründe gehen über den Retrofaktor hinaus.
Ein Telefon mit Wählscheibe
Nehmen wir das Offensichtliche aus dem Weg: Das Handy benutzt eine Wählscheibe, die offenbar von einem klassischen Telefon Trimline stammt. Warum? Die Ingenieurin erklärt, dass ihr Ziel nicht darin besteht, anachronistisch zu sein oder so etwas. Vielmehr entschied sie, dass sie „in dieser nervigen und zimperlichen Welt der Touchscreens, voller hypervernetzter Menschen, die Telefone benutzen, die sie weder kontrollieren noch verstehen“ etwas wollte, das „ganz ihr eigenes, persönliches und absolut taktiles“ ist, und gleichzeitig einen Grund gibt, keine Textnachrichten zu senden. Sie hob auch die positivsten Aspekte ihres Designs hervor.
Die Funktionen
- Eine echte und abnehmbare Antenne mit SMA-Anschluss (sie kann durch eine Richtantenne ersetzt werden)
- Eine legitime Telefonfunktion, das heißt, es ist kein Mini-Computer mit einer App namens „Telefon“
- Schnellwahl mit physischen Tasten, die den Personen zugeordnet sind, mit denen sie am häufigsten spricht (für den Rest verwendet sie die Wählscheibe)
- Nahezu sofortige Akku- und Signalpegel ohne Verzögerung
- E-Paper-Display mit geringem Stromverbrauch
- Wenn sie etwas am Telefon ändern möchte, kann sie das tun
- Der Einschaltknopf ist ein echter Knopf
- Fast 24 Stunden Akkulaufzeit
Die Entwicklung des Prototyps
Der Prototyp machte seine ersten Schritte mit einem Arduino Micro und einem 3D-gedruckten Gehäuse, war aber zu empfindlich. Mit der zweiten Überarbeitung kam die Leiterplatte, aber seine Arbeit war noch nicht getan, denn der Akku hielt nur zwei Stunden, und das 2G-Modul Adafruit FONA erwies sich als Fehler (die 2G-Netze sind kurz davor zu verschwinden). Die dritte Version (und derzeit letzte) verwendet einen ATmega2560V, eine „Low-Power“-Variante des üblichen ATmega2560.
Open Source und weiterführende Links
Interessiert? Wenn die Antwort ja ist, haben wir gute Nachrichten: Das Design ist vollständig Open Source. Auf Haupts persönlicher Seite befinden sich alle relevanten Dateien sowie eine detailliertere Bauanleitung.
Offizielle Website: Hier klicken
https://old.neoteo.com/zerophone-smartphone-diy-basado-raspberry-pi-zero/