Die Leistungsdaten von Server-Hardware liegen weit über dem, was wir vom Desktop kennen – aber angesichts der spezialisierten Anwendungen ist das nur fair. Trotzdem schafft es Intel immer wieder, uns mit den Chips der Xeon-Familie zu überraschen. Das Modell E5-2699 V5 auf Basis der Skylake-EP-Architektur soll die Zahl der physischen Kerne auf 32 heben, was mit Hyper-Threading 64 Verarbeitungs-Threads entspricht.
Faktencheck
Dies ist die Rumorkontrolle, hier sind die Fakten: Als wir im August 2014 über den E5-2699 V3 sprachen, hatte dieser noch 18 physische Kerne. Anfang April berichteten wir über die Markteinführung des E5-2699 V4, der auf 22 Kerne kommt und stolze 4.100 US-Dollar kostet. Der größte Vorteil der V4-Serie ist, dass sie den Sockel LGA 2011-3 beibehält, daher ist der Umstieg von einem V3- auf einen V4-Chip unkompliziert. Doch wir alle wissen, dass Skylake-EP in den Startlöchern steht – und damit ist die Party auf diesem Sockel vorbei. Es dürfte noch fünf oder sechs Monate dauern, bis der Intel Xeon E5-2699 V5 auf den Markt kommt, aber alles deutet darauf hin, dass seine Spezifikationen zusammen mit ein paar Bildern durchgesickert sind.
Der Prozessor ist ... groß. Wirklich gigantisch. Die Vergrößerung der Chipfläche ist für Intel ein logischer Schritt, insbesondere wenn man bedenkt, dass der E5-2699 V5 32 physische Kerne haben wird – zehn mehr als sein Vorgänger. Mehrere befreundete Websites berichten, dass die Bilder auf dem bekannten chinesischen E-Commerce-Portal Taobao aufgetaucht sind, was die Wasserzeichen erklärt. Auch wenn es sich um ein Engineering-Muster handelt, gibt die Gravur eine Basisfrequenz von 2,1 GHz an – eine leichte Abwärtskorrektur nach unten im Vergleich zum V4 – und deutet auf einen Turbomodus von 3,4 oder 3,5 GHz hin. Was bekommt man außer den Kernen noch? Einen Sechskanal-DDR4-Speichercontroller und Unterstützung für nichtflüchtigen 3D-XPoint-Speicher (und ich stelle mir die gesamte Optane-Technologie), um nur einiges zu nennen.
Den Sockel, den man auf den Bildern sieht (mehrere Mainboards tauchten auf der Computex 2016 auf), ist der LGA 3647, auch bekannt als „Socket P“. Und wie immer ... eine Prise Salz auf alle Leaks. Warum? Weil die offiziellen Folien von Intel nicht 32 Kerne, sondern 28 angeben. Wie dem auch sei: Sobald der Geist die Lampe verlassen hat, ist es fast unmöglich, ihn wieder hineinzustecken. Im Web wird spekuliert, dass der Intel Xeon E5-2699 V5 eine Antwort auf AMDs Naples-Plattform ist, mit einer Kombination aus 32 Kernen und 64 Threads sowie einem halben Gigabyte L3-Cache. Erleben wir gerade den Beginn eines Wettbewerbs? Wenn ja, willkommen.