Die sogenannten „März-Events“ des Konzerns aus Cupertino sind in der Regel nicht so groß wie ihre Gegenstücke im September oder Oktober, und in manchen Jahren fanden sie gar nicht statt. Doch die Gerüchteküche hat in den letzten Monaten zu viel Material angesammelt, und gestern war der Tag gekommen, um die Fragen zu klären. Eine der Neuheiten ist nicht weniger als das neue iPad Pro mit 9,7 Zoll, das eine Rückkehr zum klassischen Bildschirmformat und neue Funktionen mit sich bringt.
Wieder einmal durchlebt Apple merkwürdige Zeiten. Sowohl die Gewinne als auch die Marktkapitalisierung sind weiterhin gewaltig, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass das Unternehmen den Forderungen seiner Kunden gehorchen muss. Die erste Antwort kommt mit dem brandneuen iPhone SE – im Wesentlichen ein iPhone 6S im Gehäuse des 5S mit einem 4-Zoll-Display. Laut Tim Cook und seiner Mannschaft haben sich im vergangenen Jahr 30 Millionen Menschen für das iPhone 5S entschieden – ein Zeichen, das Cupertino schon lange ahnte: Nicht alle wollen ein Phablet in der Tasche. Das Debüt des iPhone SE (29. März) erlaubt es Apple, das 5S endgültig in den Ruhestand zu schicken. Der Preis in Spanien beträgt für die 16-GB-Version ohne Vertrag 489 Euro (Rabatte gibt es, wenn Sie Ihr bisheriges iPhone abgeben). Die zweite Antwort von Apple betrifft die Tablets: Das neue Spielzeug ist ein iPad Pro.
Der erste Punkt, der bei diesem Modell gegenüber dem früheren iPad Pro ins Auge fällt, ist offensichtlich seine Größe. Das iPad Pro mit 9,7 Zoll nimmt eine äußerst ähnliche Form wie das iPad Air 2 an und behält dabei Höhe, Breite, Dicke, Gewicht und die Bildschirmauflösung (2.048 mal 1.536 Pixel) bei. Die auffälligsten Unterschiede zeigen sich jedoch in der Hardware. Das neue iPad Pro verfügt über eine Funktion namens True Tone, die aktiv die Helligkeit und die Farbtemperatur des Umgebungslichts misst und eine Art dynamische Kalibrierung des Displays vornimmt. Der SoC ist identisch mit dem des großen Bruders (A9X Dual-Core mit dem M9-Coprozessor), aber die Hauptkamera hat jetzt 12 Megapixel – damit ist das iPad Pro 9.7 das erste der gesamten Familie, das 4K-Videoaufnahmen unterstützt. Ähnlich verhält es sich mit der Frontkamera FaceTime, die von 1,2 auf 5 Megapixel wächst. Touch ID ist weiterhin an Bord, und auch die Konfiguration mit vier Lautsprechern stammt vom 12,9-Zoll-Modell.
Zum Schluss muss erwähnt werden, dass das iPad Pro 9.7 auch mit einem Apple Pencil als optionalem Zubehör erhältlich ist, und das neue Smart Keyboard wurde bestätigt – vermutlich, um dem Vormarsch der Surface Pro entgegenzutreten. Der offizielle Preis des iPad Pro 9.7 jenseits des großen Teichs beträgt 599 US-Dollar in der 32-Gigabyte-Edition (WiFi) und 679 Euro in Spanien. Ein sekundärer Aspekt ist, dass die Einführung des neuen iPad die Preise aller früheren Modelle verändert. Beispielsweise kostet das iPad Mini 2 in seiner WiFi-Version nun nur noch sehr interessante 289 Euro – ein Preis, der den Markt für Android-Tablets stark unter Druck setzen wird.