Das iPhone Duo lohnt sich vor allem dann, wenn du regelmäßig zwei Apps nebeneinander nutzen willst und mit unausgereiften App-Layouts leben kannst. Im einwöchigen Test von Mike Andronico für CNN Underscored überzeugten Leistung, Videolaufzeit und praktische Multitasking-Kombinationen. Gedrängte Oberflächen, gelegentliche Aussetzer und der begrenzte Kamera-Zoom führten ihn allerdings zu der Empfehlung, dass die meisten Käufer noch warten sollten. Sein Test erschien am 21. Oktober 2026.

Auf- und Zuklappen des iPhone Duo: Der Clip von CNN Underscored zeigt den Wechsel zwischen Außen- und Innendisplay.

Andronico nutzte Apples Falttelefon für Nachrichten, Videoanrufe, Spiele, Fotos und Schreibarbeit. Damit ergänzt die längere Nutzung unsere früheren Eindrücke zum iPhone Duo um konkrete Erfahrungen mit den Anwendungen, für die man den großen Bildschirm tatsächlich aufklappt.

Zwei Apps nebeneinander sind der wichtigste Kaufgrund

Instagram und die Fotomediathek nebeneinander auf dem Innendisplay: CNN Underscored demonstriert die geteilte Oberfläche.

Split View teilt das Innendisplay zwischen zwei gleichzeitig geöffneten Apps auf. Andronico fand beispielsweise Safari neben Slack nützlich. Auch ein Video neben einem Spiel gehörte zu seinen Kombinationen. Wenn du häufig zwischen denselben Anwendungen wechselst, ist der Nutzen leicht greifbar: Beide Inhalte bleiben sichtbar, statt ständig die jeweils andere App zu verdecken.

Während seiner Testwoche funktionierte Split View nur im Querformat. Gelegentlich reagierte eine Hälfte verzögert oder gar nicht mehr. Das ist besonders dann störend, wenn du gerade wegen der parallelen Bedienung zum Duo greifst.

Hinzu kam die Anpassung der Apps. Manche Anwendungen ließen auf dem großen Innendisplay erhebliche Flächen ungenutzt. Andere wirkten auf dem Außendisplay gedrängt. Andronico beobachtete während seiner Woche zwar Verbesserungen bei der App-Kompatibilität, beschrieb aber weiterhin ein uneinheitliches Erlebnis.

Für deine Entscheidung zählt deshalb die konkrete App-Kombination stärker als die reine Bildschirmgröße. Safari und Slack waren für Andronico ein sinnvoller Arbeitsablauf. Daraus lässt sich jedoch keine ebenso gelungene Darstellung jeder anderen Kombination ableiten. Wer auf verlässliche Layouts angewiesen ist, hat mit den von ihm beschriebenen Aussetzern einen handfesten Grund zum Abwarten.

Außendisplay, Scharnier und Touch ID verändern die Bedienung

Das Duo hat ein 5,4 Zoll großes Außendisplay und ein 7,6 Zoll großes Super Retina XDR-Innendisplay mit matter Oberfläche. CNN Underscored beschreibt ein Titangehäuse und ein geschmeidiges Scharnier, dessen Widerstand ausreicht, um das Gerät in mehreren Winkeln zu halten.

Kannst du geschlossen vernünftig darauf tippen? Andronico fand das einhändige Schreiben auf dem Außendisplay recht einfach. Gleichzeitig störten ihn die engen Layouts einiger Apps. Die Tastaturbedienung und die Platzaufteilung der gesamten Anwendung sind also zwei unterschiedliche Fragen.

Dave2D zeigt in seinem eigenen einwöchigen Test eine dauerhaft sichtbare rechte Seitenleiste auf dem Außendisplay. Dort sitzen Systemanzeigen und Bedienelemente. Er beschreibt außerdem eine Eingewöhnung an das rechts angeordnete Dock und die seitliche Bedienung. Wenn du vom klassischen iPhone kommst, betrifft die Umstellung somit auch kurze Interaktionen bei geschlossenem Gerät.

Zum Entsperren verwendet das Duo Touch ID statt Face ID, also einen Fingerabdrucksensor anstelle der Gesichtserkennung. Dave2D beschreibt auch dabei eine Lernkurve. Wer Face ID gewohnt ist, sollte diese Änderung ebenso ernst nehmen wie den zusätzlichen Bildschirmplatz.

Der A20 Pro ist schnell, die Software bleibt der Engpass

Im iPhone Duo arbeitet der A20 Pro. In CNN Underscoreds Mehrkernmessung mit Geekbench 7 lag das Duo ungefähr 20 Prozent vor dem Samsung Galaxy Z Fold 8 und etwa 45 Prozent vor dem Google Pixel 11 Pro Fold. Geekbench ist ein Leistungstest; die Mehrkernmessung erfasst Aufgaben, bei denen mehrere Prozessorkerne zusammenarbeiten.

Andronico zufolge lag das Duo dabei ungefähr gleichauf mit dem iPhone 18 Pro. Gegenüber der iPhone-17-Serie berichtete er rund 19 Prozent mehr Mehrkernleistung, gegenüber dem iPhone 16 Pro Max etwa 35 Prozent und gegenüber dem iPhone 15 Pro Max ungefähr 45 Prozent.

Im praktischen Spieleinsatz beobachtete Andronico bei anspruchsvollen Titeln keine auffälligen Verlangsamungen. Dave2D lobte seinerseits das schnelle Alltagstempo und die Stereolautsprecher, beschrieb aber thermische Grenzen gegenüber den klassischen Pro-iPhones. Für lange Spiele-Sitzungen ist seine Beobachtung relevant; der Geekbench-Vorsprung allein beantwortet diese Frage nicht.

Die gelegentlich stockende Split-View-Hälfte in Andronicos Test macht den entscheidenden Unterschied deutlich: Hohe Rechenleistung und eine zuverlässig reagierende App-Oberfläche sind getrennte Eigenschaften. Wer von einem älteren iPhone wechselt, bekommt laut seinen Messungen mehr Prozessorleistung. Ob der eigene Arbeitsablauf angenehmer wird, hängt zusätzlich von der Anpassung der Apps ab.

Im 4K-Videotest hielt das Duo 22 Stunden und 50 Minuten durch

CNN Underscored maß beim aufgeklappten iPhone Duo 22 Stunden und 50 Minuten kontinuierliche 4K-Videowiedergabe. In derselben Testreihe lagen die beiden Android-Falttelefone dahinter, das iPhone 18 Pro und das iPhone 18 Pro Max davor.

ModellKontinuierliche 4K-Videowiedergabe in CNNs Test
iPhone Duo22 Std. 50 Min.
Samsung Galaxy Z Fold 821 Std. 53 Min.
Google Pixel 11 Pro Fold19 Std. 19 Min.
iPhone 18 Pro23 Std. 37 Min.
iPhone 18 Pro Max30 Std. 15 Min.

Das Duo lag damit 57 Minuten vor dem Samsung Galaxy Z Fold 8 und 47 Minuten hinter dem iPhone 18 Pro. Der größere Abstand zum iPhone 18 Pro Max betrug 7 Stunden und 25 Minuten.

Für lange Videowiedergabe ist das ein starkes Ergebnis des aufgeklappten Geräts. Videoanrufe, Spiele und zwei aktive Apps sind allerdings andere Arbeitslasten. Die gemessene Dauer lässt sich deshalb nicht als feste Alltagslaufzeit übernehmen. Wenn maximale Ausdauer beim Videokonsum deine Priorität ist, bleibt das iPhone 18 Pro Max innerhalb dieser Testreihe die naheliegende Alternative.

Die Kamera überzeugt eher aus der Nähe als beim starken Zoom

Das Duo besitzt zwei rückwärtige Kameras mit jeweils 48 Megapixeln. Dave2D beschreibt sie als Haupt- und Ultraweitwinkelkamera. Eine separate Telekamera fehlt. Außen sitzt eine Frontkamera mit 12 Megapixeln, innen eine unter dem Display verborgene Kamera.

Andronicos Fotoeindruck fiel keineswegs durchgehend negativ aus: Er lobte Tageslichtaufnahmen, Essensfotos und auch einige Aufnahmen bei wenig Licht. Die deutliche Schwäche zeigte sich bei einem entfernten Motiv. Das Foto eines Krans mit 10-fachem Digitalzoom beschrieb er als sehr unscharf. Digitalzoom vergrößert den Bildausschnitt rechnerisch; eine separate Teleoptik steht dem Duo dafür nicht zur Verfügung.

Das iPhone 18 Pro bietet laut seinem Vergleich Zoom mit optischer Qualität bis 8-fach und Digitalzoom bis 40-fach. Wenn entfernte Motive zu deinen regelmäßigen Fotos gehören, ist das Pro deshalb die passendere Alternative. Auch bei Selfies sah Andronico dessen 18-Megapixel-Kamera vor der äußeren 12-Megapixel-Kamera des Duo. Dave2D wiederum fand die Bilder der inneren Unter-Display-Kamera sichtbar verwaschener als die der äußeren Frontkamera.

Die unterschiedlichen Prioritäten tauchen auch in der Community auf. Im Reddit-Austausch hielt u/backlog_gaming die Kameraausstattung für Nutzer ohne Anspruch auf ein Pro-Kamerasystem für vertretbar. u/walktall verwies dagegen auf Sportveranstaltungen der eigenen Kinder, bei denen man weiter entfernt sitzt. Andere Kommentierende nannten Vögel und Katzen als Gründe für einen guten Zoom. Das sind persönliche Anforderungen, aber sie helfen bei einer konkreten Frage: Fotografierst du meist Dinge direkt vor dir oder häufig Motive, an die du nicht näher herankommst?

Mattes Innendisplay: unauffällige Falte und ein Wachs-Versuch

Dave2Ds englischsprachiger Test zeigt Bedienung und Innendisplay sowie das Abwischen von Kerzenwachs als informellen Reinigungsversuch.

Die Falte bleibt vorhanden. Andronico nahm sie bei gewöhnlicher Nutzung jedoch wenig wahr; aus einem Winkel oder bei ausgeschaltetem Bildschirm fiel sie stärker auf. Er beschrieb die matte Oberfläche außerdem als hilfreich gegen Reflexionen. Dave2D kam bei der Sichtbarkeit der Falte zu einem ähnlich positiven Eindruck.

Dave2D ergänzte eine ungewöhnliche Alltagsszene: Er rieb Kerzenwachs auf eine Ecke des matten Innendisplays und wischte die Spur anschließend ab. Das ist eine eng begrenzte Beobachtung zur Reinigung dieser konkreten Verschmutzung. Kratzfestigkeit oder jahrelange Haltbarkeit lassen sich aus einem solchen informellen Versuch nicht ableiten.

Deutsche Preise und die Entscheidung zwischen Duo und Pro

Apple nennt im deutschen Store für das iPhone Duo am 23. Oktober 2026 folgende Kaufpreise: 2.299 Euro für 256 GB, 2.549 Euro für 512 GB, 3.049 Euro für 1 TB und 3.799 Euro für 2 TB. Die Preise gelten jeweils für Sternenweiß und Nachthimmel. Als Verfügbarkeitsbeginn führt Apple den 23. Oktober auf.

Bei diesem Einstiegspreis sollte die große Innenfläche einen konkreten Platz in deinem Alltag haben. Wer regelmäßig zwei Anwendungen gleichzeitig sehen möchte, findet in Andronicos Erfahrungen nachvollziehbare Vorteile. Wer überwiegend geschlossen schreibt, kauft dagegen zusätzliche Bildschirmfläche, die bei dieser Nutzung kaum zum Einsatz kommt.

Andronico riet nach seiner Testwoche den meisten Käufern, auf Verbesserungen bei Apps und Software zu warten. Dave2D bewertete das Duo insgesamt positiver und hielt es für das beste Falttelefon für durchschnittliche Nutzer, betonte aber die Abhängigkeit vom persönlichen Arbeitsablauf.

Wenn du vor allem mehr Prozessorleistung suchst, lag das iPhone 18 Pro in Andronicos Geekbench-Vergleich bereits ungefähr gleichauf mit dem Duo. Es bietet außerdem die weiterreichenden Zoomoptionen. Der eigenständige Kaufgrund des Duo bleibt damit die gleichzeitig nutzbare zweite App-Fläche, einschließlich der während des Tests beobachteten Layout- und Bedienungsprobleme.