Moderne Computer haben bemerkenswerte Leistungs- und Effizienzniveaus erreicht, aber dabei auch einige Dinge zurückgelassen. Die Unterstützung für „Legacy“-Schnittstellen ist nahezu nicht vorhanden, was die Kombination klassischer Hardware mit neueren Plattformen erschwert. Der YouTuber TheRasteri hat jedoch kürzlich eine sehr interessante Lösung vorgestellt: das dISAppointment board, das einen ISA-Steckplatz mit jedem Mainboard verbindet, das über einen TPM-Header verfügt.

ISA-Steckplatz in einem modernen Computer installieren
ISA-Steckplatz in einem modernen Computer installieren

Die schnellste und effektivste Möglichkeit, Retro-Software auf einem aktuellen Computer auszuführen, ist die Nutzung von Emulationsumgebungen wie DOSBox. Deren Konfiguration ist sehr flexibel und bietet dutzende Parameter, um die Umgebung an jeden Bedarf anzupassen … aber auch das ist keine Zauberlösung. Einige Spiele sind sehr eigenwillig und funktionieren besser, wenn wir echte Hardware verwenden.

Das offenbart ein weiteres Problem: „Legacy“-Schnittstellen fehlen auf modernen Plattformen. Zum Beispiel verhindert das Fehlen eines ISA-Steckplatzes (bis auf seltene Ausnahmen) die Installation kompatibler Sound-Blaster-Karten und die Ausgabe von Sound unter MS-DOS. Glücklicherweise könnte sich diese Situation mit der neuen Entwicklung von Andy, besser bekannt als TheRasteri auf YouTube, ändern. Es handelt sich um das dISAppointment board, eine Platine, die uns ermöglicht, eine 16-Bit-ISA-Schnittstelle mit jedem Computer zu verbinden, der einen TPM-Header besitzt.

dISAppointment board: ISA-Steckplätze in modernen Computern

Im Wesentlichen ist diese Anpassung dank des LPC-Busses (Low Pin Count) möglich, der von Intel 1998 entwickelt wurde. LPC wurde entwickelt, um Geräte mit begrenzter Bandbreite mit dem Prozessor zu verbinden. Darunter fallen serielle und parallele Ports, PS/2-Anschlüsse und Diskettenlaufwerk-Controller. Am interessantesten ist jedoch, dass LPC über den TPM-Header zugänglich ist (derselbe, in den die Module installiert werden, die Microsoft für Windows 11 fordert).

Die Demo ist kurz, aber aussagekräftig. Die Platine verwendet einen ATX-Stecker für die Stromversorgung (ein Splitter reicht völlig aus) und ein kleines Kabel für die Verbindung mit dem TPM. TheRasteri kündigte an, in Zukunft ein längeres Video zu teilen, aber wir haben bereits einige sehr interessante Details. Seine Testplattform basiert auf einem Intel Core i5 mit Sandy-Bridge-Architektur. Das bedeutet, dass der Computer nicht so „neu“ ist, aber definitiv nach der ISA-Schnittstelle kommt.

ISA-Steckplatz in einem modernen Computer installieren
Ein Prototyp bisher, aber sein Potenzial ist gigantisch

Und damit kommen wir zu den Anforderungen: TheRasteri gibt an, dass jeder Intel-Computer mit einem Chipsatz, der ein LDRQ-Signal besitzt, ordnungsgemäß funktionieren sollte. Informationen über AMD-Chipsätze sind spärlich, und es ist wahrscheinlich, dass sie einen anderen Initialisierungsprozess benötigen (aber das bedeutet nicht, dass sie inkompatibel sind). Gleichzeitig folgen die TPM-Header keinem Standard, was die Sache erschweren kann.

Zum Glück endet die Geschichte hier nicht. TheRasteri bestätigte, dass das dISAppointment board ein Open-Source-Projekt sein wird, und wir rechnen damit, dass sich seine Kompatibilität bald erweitern wird.

Quelle: Adafruit

Zugang zum Projekt auf GitHub: Klicke hier